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Schallverbreitung von Wohnung zu Wohnung

| 10.01.2021 15:43 |
Preis: 58,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Saeger


Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus und mir ist bewusst, dass es da immer wieder zu "Nachbarschaftsgeräuschen" kommt und kommen kann.

Es geht aber bei meiner Frage nicht um meine Nachbarn, deren Wohnung direkt links, rechts, unter oder neben mir liegen sondern um eine Nachbarwohnung schräg unter mir, deren Wände / Decke garnicht an meine Wohnung grenzen (genauer gesagt, die Wohnung liegt links unter meiner Wohnung).

Seit der jetzige Mieter in die 1-Zimmer Wohnung eingezogen ist (Mieter im Vertrag ist seine Mutter - er wohnt nur da), besteht das Problem, dass ich jedes Gespräch, Husten, "in der Dusche rumrutschen" etc. aus dieser Wohnung höre.
Ich kann dann auch sagen, ob Mann oder Frau zu Besuch ist und ob geputzt wird...
Was ich am Tag ja noch hinnehmen kann - aber nicht abends...

Dazu sei gesagt - so sagte mir ein Nachbar - hat er in der Wohnung außer einem Bett und TV an der Wand nichts in dem Zimmer (wie beispielsweise Teppiche, Regale, Schränke). Er sitzt im Rollstuhl - deswegen hat er wahrscheinlich wegen der Bewegungsfreiheit so wenig in der Wohnung. Kann ich nachvollziehen - die Wohnung ist nämlich gleich geschnitten wie meine - und bei mir würde schon im Flur kein Rollstuhl durchkommen da dort eine Kommode steht.
Auch wenn ich mir meine Badtüre betrachte und weiß, dass er die gleiche Wohnung wie ich hat, frage ich mich, wie durch diese Badtür ein Rollstuhl passen soll (dafür ist die Tür zu eng).

Komisch ist, dass ich wirklich nie irgendwelche Lärmprobleme mit meinen direkten Nachbarn habe (klar - manchmal Hundegebell oder Kindergeschrei; das sehe ich aber als normalen Nachbarschaftslärm an...)
Aber abends wenn man auf der Couch liegt und man hört stundenlang "Gerede" und "Rumgewerkel" dann macht das einen wahnsinnig.

Nachdem ich öfter unten war und geklingelt habe und gebeten habe, etwas ruhiger zu sein, dies aber nicht gefruchtet hat, habe ich mich letztes Jahr an die Hausverwaltung gewandt, die hatte ihn auch angeschrieben und dann war ein halbes Jahr lang Ruhe.
Es ist auch schwer, ihm das mit dem "Schall" zu erklären - er spricht kein deutsch und nur sehr schlecht englisch.
Jetzt geht es wieder seit 2-3 Monaten so zu und ich habe wieder bei der Hausverwaltung angerufen die ihn jetzt noch einmal anschreibt; mir aber auch sagt, das sei normaler Nachbarschaftslärm.

Das sehe ich nicht so, dass "Stimmen / Gerede" aus einer anderen Wohnung normaler Nachbarschaftslärm sind.

Ich weiß - es kann einem Mieter nicht vorgegeben werden, eine Wohnung einzurichten.
Aber wenn man dann eben jeden Ton hört...

Meine drei Fragen:
- hat er sich dann nicht zumindest an die Hausordnung zu halten und abends ab 19:00 Uhr für Ruhe zu sorgen? In der Hausordnung steht "ab 19:00 Uhr Zimmerlautstärke".

- hat die Hausverwaltung die Verpflichtung, zu überprüfen, ob zum Ersten ein Mangel in der Dämmung vorliegt oder zum Zweiten, ob der Mieter an der Wohnung baulich etwas verändert hat (etwa Türen verbreitert o.ä. wegen dem Rollstuhl) dass die Schallverbreitung verstärkt?

- Ich führe ein Lärmprotokoll und habe auch ein paar mal meine Nachbarn (ein Ehepaar, manchmal kam er, manchmal kam sie rüber) als Zeugen eingetragen (ich kann mich bei denen melden, dann kommen sie rüber um es sich anzuhören). Wieviel Beweiskraft hat das, wenn es meine Nachbarn bestätigen?
Die Hausverwaltung meint, es wäre besser, wenn jemand von der Verwaltung bzw der Hausmeister das auch mal hören würde.. Ich weiß ja aber nicht, wann ich den Lärm wieder höre und abends kommt sicherlich niemand von der Hausverwaltung...
Reicht es nicht, wenn meine Nachbarn das bestätigen?

Wie gesagt, aus den direkt an meiner Wohnung anliegenden Wohnungen höre ich rein garnichts...
Ein Aufnahmegerät nützt nichts, da das ja kein Lärm ist, welches das Aufnahmegerät gut erfasst... Wie gesagt, ich führe aber ein Lärmprotokoll

Ich danke Ihnen für Ratschläge

Sehr geehrter Fragensteller,

ein normaler Einstieg in einen derartigen Fall ist es den Mangel dem Vermieter selbst per Einwurfeinschreiben anzuzeigen und dessen umgehende Abstellung zu bitten und die Zahlung der Miete unter den Vorbehalt der nachträglichen Minderung zu stellen.

Ob es wirklich zu laut ist, ist vor allem auch eine Frage der Lärmschutzstandards zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes, weil an sich nur das ist, was der Vermieter schuldet, außer vertraglich wäre anderes vereinbart, was aber freilich in der Regel nicht der Fall ist.

Zu Ihren Teilfragen:

1) "- hat er sich dann nicht zumindest an die Hausordnung zu halten und abends ab 19:00 Uhr für Ruhe zu sorgen? In der Hausordnung steht "ab 19:00 Uhr Zimmerlautstärke"."

Grds. ist freilich immer möglichst für Ruhe zu sorgen. Normale Lebensgeräusche kann man aber kaum untersagen. Wenn es aber wie hier irgendein Unfug des Nachbarn zu sein scheint, dann kann man auch schon vor 19 Uhr Ruhe verlangen.

2) "- hat die Hausverwaltung die Verpflichtung, zu überprüfen, ob zum Ersten ein Mangel in der Dämmung vorliegt oder zum Zweiten, ob der Mieter an der Wohnung baulich etwas verändert hat (etwa Türen verbreitert o.ä. wegen dem Rollstuhl) dass die Schallverbreitung verstärkt?"

Ja. Das ist hier nach § 241 Abs. 2 BGB zu bejahen.

3) "- Ich führe ein Lärmprotokoll und habe auch ein paar mal meine Nachbarn (ein Ehepaar, manchmal kam er, manchmal kam sie rüber) als Zeugen eingetragen (ich kann mich bei denen melden, dann kommen sie rüber um es sich anzuhören). Wieviel Beweiskraft hat das, wenn es meine Nachbarn bestätigen? "

Meines Erachtens reicht das vollkommen aus. Wenn Sie noch einen Besucher haben, der das auch bestätigt = noch besser.

Warum sollte ein Hausmeister das bestätigen können? Er ist nicht andauernd da. Zudem hält er sich nicht in den Wohnungen auf. Der typische Quatsch, den ein unwilliger Gegner von sich gibt.

Fazit: vielleicht zeigt man einfach einmal den Mangel an und mindert die Warmmiete um 5 % und behält sich höhere Mietminderungen weiterhin vor.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Saeger


Rückfrage vom Fragesteller 10.01.2021 | 16:49

Super, ich danke Ihnen für die sehr ausführlichen, leicht verständlichen und schnellen Antworten.

Darf ich Sie als letztes fragen - ich weiß... Sie sind nicht hier vor Ort... - ob sie es auch so sehen, dass dieses "Getuschel" (Reden, Husten etc.) und "Rumgewerkel" (hört sich an wie bspw. Tische schieben, Gläser fallen um, Regal rutschen) über Stunden KEIN normaler Nachbarschaftslärm ist wie mal eine Party feiern, Klavierspiel hören, Kinder- und Babygeschrei, Bohrgeräusche usw. sondern eher an einem Mangel (egal ob als Baumangel oder durch Umbau durch den Mieter) festzumachen ist?
Also das ich es nicht hinzunehmen habe, dass ich meinen Nachbarn fast jeden Abend reden und "werkeln" höre?

Einen schönen Abend und Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.01.2021 | 16:53

Sehr geehrter Fragensteller,

"Darf ich Sie als letztes fragen - ich weiß... Sie sind nicht hier vor Ort... - ob sie es auch so sehen, dass dieses "Getuschel" (Reden, Husten etc.) und "Rumgewerkel" (hört sich an wie bspw. Tische schieben, Gläser fallen um, Regal rutschen) über Stunden KEIN normaler Nachbarschaftslärm ist "

Genau. Im Gegensatz zu Kindern muss ein Erwachsener auch einmal Rücksicht walten lassen.

- Wünsche ich Ihnen auch. Wenn Sie mir eine Bewertung von 5,0 hier lassen könnten, wäre ich Ihnen verbunden. Corona und meine direkte Art hat in meinem Profil viel Verbitterung walten lassen. ;-) Danke im Voraus.

Wenn Sie sonst noch Fragen haben, senden Sie mir gerne eine email.

MfG RA Saeger

Bewertung des Fragestellers 10.01.2021 | 16:52

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