Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadensfall bei freiberuflicher Tätigkeit


10.10.2005 10:57 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Im Juli war ich mit einem deutschen Fotografen im Ausland tätig.Wir hatten einen Mietwagen aus Deutschland dabei, indem sich unser Equipment befand.Der Fotograf hatte den Wagen gemietet und ich war mit als Fahrer eingetragen.
Während eines jobs sollte ich den Wagen holen und schrammte leider in einem engen Parkhaus die Seitentür.
Jetzt,Monate später bekomme plötzlich ich eine Rechnung von diesem Fotografen. Ich soll 66% des Unfallschaden bezahlen(434,85 Euro inkl. MwSt).
Muß ich diese Summe wirklich zahlen?Der Fotograf hätte ja beim Mietwagen eine Vollkaskoversicherung nehmen können.
Kann ich das nachträglich noch über meine betriebliche Haftpflicht laufen lassen? Wie bin ich eigentlich geschützt, wenn ich für einen Fotografen mit meinem privat Fahrzeug fahre?

Monate vorher, der Schaden war geringer, passierte mir soetwas ähnliches und der Fotograf übernahm die Kosten.
Zur Erklärung meiner beruflichen Stellung:Ich bin Fotografin und freiberuflich als Fotoassistentin tätig. D.h. ich werde von Fotografen für bestimmte Jobs gebucht und diese bekommen von mir später eine Rechnung.
Es wäre toll, wenn sie mir schnell antworten würden. Ich finde die Sitation nicht besonders angenehm und verdiene auch nicht soviel Geld bei solchen Aufträgen.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

zunächst sind Sie, da Sie den Schaden verursacht haben, zum Ersatz in Höhe der angemessnen Kosten verpflichtet (warum allerdings 66% verlangt werden, ist so nicht nachvollziehbar; Näheres dazu aber unten). Dieses ergibt sich aus den Vorschriften des § 823 BGB. Dabei spielt es leider keine Rolle, dass der Fotograf eine Vollkasokversicherung hätte abschleißnen müssen; aus dieser "Säumnis" können Sie keinerlei Vorteile ziehen.

Ob hier Ihre Haftpflicht eingreift, hängt von dem Vertrag ab; hier sollten Sie den Versicherungsfall aber schnell melden, damit die Versicherung die Ansprüche nicht ablehnt.

Etwas anders kann sich nur dann ergeben, wenn Sie als Arbeitnehmerin (oder arbeitnehmergleiche Person) einzustufen wären. Das hängt aber davon ab, wie der Vertrag mit dem Fotograf formuliert worden ist. Denn sollten Sie ggfs. hierunter fallen, müsste der Fotograf als Arbeitgeber Sie nun für Verschulden mit leichter Fahrlässigkeit (was Tatfrage sein wird) freistellen und kann dann auch Ihnen gegenüber keine Ansprüche geltend machen.; nur bei mittlerer, grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz, würden Sie dann (anteilig, so dass dann auch die 66% wieder einen Sinn machen) haften.

Das alles bedarf aber einer individuellen Beratung, die dieses Forum nicht bieten kann (siehe Button "Hilfe"). Deshalb sollten Sie einen Kollegen vor Ort aufsuchen. Bezüglich der dann entstehenden Kosten besteht ev. die Möglichkeit, beim Amtsgericht Beratungshilfe zu beantragen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylviua True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 10.10.2005 | 11:22

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.
Ich werde sofort bei meiner Versicherung nachfragen.
Ich bin aber doch automatisch als Fotoassistent weisungsgebunden tätig. Ich arbeite zwar freiberuflich, aber nach Anweisung.In solchen Branchen gibt es keine Verträge.
Wenn ich einen Anwalt kontaktiern sollte, müßte er dann im Fachgebiet Arbeitsrecht sein?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.10.2005 | 11:27

Genau die Frage der Weisungsabhängigkeit wird hier zur Abgrenzung der Scheinselbständigkeit eine gewichtige Rolle spielen (Vielleicht sollte der Vertrag daraufhin grundsätzlich überprüft werden). Und dabei kommt es nicht auf den Wortlaut des Vertrages, sondern den tatsächlichen Umständen an, die geklärt werden müssen.

Einen Fachanwalt brauchen Sie zwar nicht, er sollte sich aber mit Arbeitsrecht sicherlich gut auskennen.

Ich wünsche Ihnen viel Glück.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER