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Schadensersatz wegen Nichterfüllung - Feier

16.08.2010 09:29 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Anlässlich meines 50. Geburtstages suchte ich im Mai d.J. eine Lokalität zu meiner Feier mit ca.. 25 Personen aus. Die Wahl fiel auf ein Schiff, ein sogenanntes„Piratenschiff", welches auf dem Trockenen in einem Biergarten steht.
Als Termin wurde Samstag,. der 14.8.ausgewählt. Folgende Absprachen wurden getroffen:

Bei Regenwetter konnte man auf dem Schiff in der Kajüte feiern, wo es überdacht war.
Essen wurde von der Mieterin mitgebracht. Die Betreiberin sollte gegen Gebühr das Fleisch grillen. Die Veranstaltung sollte um 18.30 Uhr beginnen und um 19.30 Uhr sollte das Essen auf dem Buffet stehen. Die Getränke sollten von der Betreiberin bezogen werden. Wein und Wasser sollten flaschenweise abgerechnet werden.
Es sollte von der Mieterin ein DJ engagiert werden. Weiterhin wurde vereinbart, dass eine Mitarbeiterin des Biergartens auf dem Schiff an der Theke bedienen würde.

Ich druckte eigens für diese Feier Einladungskarten auf ein Piratenschiff und besorgte mir ein dementsprechendes Piratenkostüm.

Eine Woche vor der Veranstaltung war ich nochmal mit meinem Lebensgefährten zu einem Gespräch mit der Betreiberin im Biergarten verabredet. Wir besprachen, dass es bei der Personenzahl bleibt, dass das Essen um 19.30 Uhr fertig gegrillt auf dem Buffet stehen würde und dass der DJ unten in der Kajüte aufbaut und die Lautsprecher oben stehen würde..

Am Abend vor der Feier rief mich die Betreiberin an und meinte, ob ich noch mal im Laufe des Tages vorbeikäme und evtl. schon (Salate oder ähnliches) in die Kühlung stellen wollte. Dies verneinte ich und teilte mit, dass sie erst am Tage der Veranstaltung vorbeikäme.
Weiterhin teilte ich mit, dass der DJ oben stehen müsste, damit er Blickkontakt zu den Gästen halten müsste, um eine gute Stimmung zu erzeugen. Daraufhin meinte die Betreiberin, dass das Wetter ja gar nicht so toll aussehen würde und sie dann am nächsten Tag entscheiden würde, ob man auf dem Schiff feiert oder ob man alles in der „neu errichtete Besenwirtschaft"
Aufbaut. Daraufhin meinte ich, dass das ja wohl meine Entscheidung wäre. Nein, nein, sie würde das entscheiden, denn immerhin – würden die Gerätschaften des DJs nass werden, würde ja immerhin ihre Kabel durchschmoren. Ich meinte, dann müsste der DJ wohl doch nach unten in die Kajüte gehen.

Wir einigten uns, dass wir uns am nächsten Tag mit dem DJ und der Betreiberin um 16.30 Uhr zu einer endgültigen Entscheidung, wo die Feier stattfinden würde, absprechen würden.

Am Veranstaltungstag waren 25 Grad und ein strahlend blauer Himmel. Laut Wettervorhersage ging die Regenwahrscheinlichkeit gegen null. Als ich um 16.30 Uhr im Biergarten erschien, war das Piratenschiff bereits mit einer „geschlossenen Gesellschaft" (Gästen einer Geburtstagsfeier) belegt und mein DJ hatte sich in der Besenwirtschaft aufgebaut. Auf meine Frage, wie er dazu käme, dort einfach aufzubauen, meinte er, das hätte ihm die Betreiberin gesagt.

Daraufhin sagte ich der Betreiberin, dass ich mich von ihr ganz schön an der Nase herumgeführt fühlen würde. Ich hätte eine Mottoparty ausgerichtet und sie entscheidet jetzt einfach, dass eine andere Gesellschaft auf dem Schiff feiern darf. Weiterhin fragte ich sie, wo denn auf einmal diese andere Gesellschaft so schnell hergekommen sei. Das hätte sich gestern erst ergeben, erklärte sie.

Als meine Gäste (die auch zum Teil piratenmäßig verkleidet waren) eintrafen, suchten sie natürlich erstmal die Veranstaltung auf dem Schiff auf. Daraufhin meinten die Feiernden dort: Nein, nein; sie sind da drüben in der „Besenkammer". Das vor der sogenannten „Besenwirtschaft" noch einige Tische und Stühle aufgebaut waren, setzten sich auch Fremde dort nieder, die auch von der eingeteilten Bedienung für die Feier bedient wurde. Die Bedienung konnte nicht unterscheiden, wer zu den Gästen gehörte und wer Fremde waren.
Und ich kann nicht kontrollieren, ob andere Getränke mit auf die Rechnung gekommen sind. Alles in allem war es ein ziemliches Durcheinander.

Sehr zu meinem Ärger kam auch noch das angekündigte Grillfleisch erst eine Stunde später auf den Tisch.

Auch die Rechnung über 508 Euro für Getränke wurde nicht – wie vereinbart – ausgestellt. Der Wein wurde in einzelnen Gläsern abgerechnet und nicht flaschenweise.

Da die ganze Feier willkürlich durch die Betreiberin ohne Absprache geändert wurde, möchte ich gern wissen, ob dafür ein Recht auf Schadensersatz besteht und wenn ja, in welcher Höhe und wie hoch sich die Anwalts- und Gerichtskosten dafür belaufen würden.

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Dadurch, dass die Gegnerin einfach einer anderen Festgesellschaft das Piratenschiff kurzfristig zur Verfügung gestellt und Sie einfach umquartiert hat sowie die Abrechnung nach Gläsern anstatt nach Flaschen erfolgt ist, liegt ein Bruch des geschlossenen Vertrages vor. Zu prüfen ist, ob aus diesem Schadenersatzansprüche und folgen und wenn ja – in welcher Höhe.

Zunächst ist festzuhalten, dass die Feier stattgefunden hat, weshalb Sie grundsätzlich die konsumierten Getränke und auch den DJ bezahlen müssen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes führt nicht jede Beeinträchtigung eines kommerzialisierten Lebensgutes zu einem Vermögensschaden. Dies gilt auch in Ihrem Fall, da die Verlegung der Feier als entstandener Nachteil als solcher nicht in Geld bewertet werden kann. Da die Feier aber unter einem anderen Motto stattfinden sollte, können Sie die Kosten für ein allein zu diesem Zweck erworbene Gegenstände wie z.B. ein extra gekauftes Piratenkostüm (Beleg erforderlich) verlangen. Indem das Fleisch eine Stunde zu spät fertig war, ist Ihnen zwar Ärger, aber ebenfalls kein geldwerter Schaden entstanden.

Weiter kann ggf. die Differenz der Kosten des Ausschanks nach Gläsern und Flaschen für Wasser und Wein verlangt werden.

Sie müssen aber darlegen und beweisen können, dass Ihnen das Piratenschiff definitiv zugesagt worden ist und auch eine Abrechnung von Wein und Wasser nach Flaschen stattfinden sollte.

Sofern Sie den Verdacht haben, dass Ihnen der Getränkekonsum von Personen in Rechnung gestellt wird, die gar die Ihre Gäste gewesen sind, müssen Sie dies belegen können, dann können Sie auch die hierfür angesetzten Kosten verlangen.

Die Anwalts- und Gerichtskosten orientieren sich am Gegenstandswert. Da ich im Rahmen dieser Plattform nicht abschließend beurteilen kann, welche Kosten Sie für die Durchführung des Mottos hatten, die Sie sonst nicht gehabt hätten und wie viel Sie an Getränken durch die Berechnung nach Gläsern mehr bezahlt haben, kann ich hier keinen Wert angeben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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