Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nichterfüllung bei Erstellung einer Homepage

| 14.07.2015 13:04 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Guten Tag,
ein ehemaliger Freund wollte uns bei der Erstellung einer Homepage behilflich sein. Es wurde eine Summe von 1200 € vereinbart, in der die Leistung des Grafikers enthalten war. Die Summe für die Leistung des Freundes sollte in Raten erfolgen und gegebenenfalls nach unten hin verhandelbar sein. Trotz vollständiger Bezahlung ist der Inhalt der Homepage nicht ordnungsgemäß gestaltet worden. Obwohl eine Nachzahlung getätigt wurde, ist nicht weiter am Inhalt gearbeitet worden. Der "Freund" stellt weitere Forderungen, die unserer Ansicht nach zum Einen unbegründet sind und zum Anderen nichts mit der Homepage zu tun haben.
Der "Freund" ist Auftraggeber der Strato, bezahlt allerdings die laufenden Kosten nicht mehr, sodass uns hohe Mahnkosten entstanden sind. Der Gewerbeinhaber sind wir.
Da uns keinerlei Zugang zu Passwörtern ermöglicht wird, ist es uns nicht möglich, selbstständig an der Seite weiter zu arbeiten oder diese an einen anderen Webdesigner weiter zu geben. Mittlerweile hat der "Freund" die Homepage ohne Zustimmung unsererseits abgeschaltet.
Meine Frage:
1. Wie kommen wir an die Passwörter und gibt es eine Möglichkeit, dem Freund die Handlungsvollmacht zu entziehen?
2.Hat sich der Freund durch die Abschaltung der Homepage Schadensersatzpflichtig gemacht und wie stünden die Chancen für einen Rechtsstreit?

Auf den Versuch einer gütlichen Einigung geht der Freund nicht ein.
Es gibt keinen schriftlichen Vertrag, lediglich eMail Verkehr, der jedoch unvollständig ist.
14.07.2015 | 14:54

Antwort

von


(81)
Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: http://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


1. Passwörter und Vollmacht

Eine Entziehung der Vollmacht ist unproblematisch möglich. Ihrem ehemaligen Freund als Vertragspartner müssen Sie hierzu lediglich einen Widerruf erklären. Aus Beweisgründen sollte dieser Widerruf durch ein Einwurfeinschreiben erfolgen. Zugleich sollten Sie auch anderen Beteiligten bekannt geben, dass Sie Ihrem Vertragspartner die Vollmacht entzogen haben. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass er keine wirksamen Handlungen mehr in Ihrem Namen vornehmen kann.

Etwas schwieriger ist die Sachlage mit den Passwörtern. Nach dem Grundsatz von "Treu und Glauben" haben Sie einen Anspruch auf Mitteilung sämtlicher Zugangsdaten, insbesondere auch Passwörter. Sie sollten den Vertragspartner daher anschreiben und mit einer Frist von einer Woche zur Mitteilung der Zugangsdaten auffordern. Falls er sich auch dann noch weigert, bleibt nur die Möglichkeit einer Klage.


2. Schadensersatz

Da die Abschaltung Ihrer Webseite ohne Einwilligung erfolgte, hat Ihr Vertragspartner eine Pflichtverletzung begangen. Falls Ihnen hierdurch ein bezifferbarer Schaden entstanden ist, können Sie diesen im Wege des Schadensersatzes ersetzt verlangen.

Denkbar ist hier insbesondere ein Schaden infolge entgangenen Gewinns. In diesem Fall müssten Sie nachweisen, dass durch die Abschaltung der Webseite ein Umsatz- und Gewinnrückgang entstanden ist.


3. Erfolgsaussichten

Für eine erfolgreiche Klage kommt es vor allem darauf an, ob Sie den Abschluss eines Vertrages beweisen können. Ob dies gelingt, kann leider nur schwer vorhergesagt werden. Ein recht guter Beweis wären etwa Überweisungsträger, die im Verwendungszweck auf den abgeschlossenen Vertrag Bezug nehmen. Auch die ausgetauschten Emails sind taugliche Beweismittel.

Sollten Sie den Vertrag beweisen können, so stehen die Chancen einer Klage auf Mitteilung sämtlicher Zugangsdaten sowie auf Schadensersatz durchaus gut.


Ich hoffe sehr, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich für eine Rückfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 15.07.2015 | 13:18

Vielen Dank für Ihre Antwort. Der Vertrag ist beweisbar. Können Sie in etwa die Kosten für einen Rechtsstreit abschätzen?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.07.2015 | 19:52

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Aus der Ferne und ohne genaue Kenntnis der Details ist eine genaue Einschätzung der entstehenden Anwalts- und Gerichtskosten leider kaum möglich. Die Kosten sind vom Streitwert der geltend gemachten Ansprüche abhängig.

Je höher etwa der eingeklagte Schadensersatz ist, desto höher wird auch das Kostenrisiko sein. Dasselbe gilt für den Auskunftsanspruch hinsichtlich der Passwörter. Falls Ihre Webseite einen monatlichen Umsatz im fünfstelligen Bereich generiert oder künftig generieren soll, so wäre der Streitwert deutlich höher als etwa bei einer Webseite, die lediglich eine Art digitale Visitenkarte darstellt.

Zur ungefähren Orientierung der Prozesskosten kann ich jedoch folgende Angaben machen:

– Bei einem Streitwert von 5.000,00 EUR entstünden durch eine Klage eigene Anwaltskosten in Höhe von 925,23 EUR. Die Gerichtskosten würden 438,00 EUR betragen.

– Bei einem Streitwert von 10.000,00 EUR betragen die Anwaltskosten 1.683,85 EUR und die Gerichtskosten 723,00 EUR.

Sollten Sie die Klage gewinnen, so muss der Gegner für diese Kosten aufkommen.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.07.2015 | 08:42

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr kompetente, freundliche Beratung. Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, werde ich diesen Anwalt konsultieren. Vielen Dank vorab."
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Christian D. Franz »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 17.07.2015
5/5,0

Sehr kompetente, freundliche Beratung. Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, werde ich diesen Anwalt konsultieren. Vielen Dank vorab.


ANTWORT VON

(81)

Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: http://kanzlei-franz.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Zivilrecht, Internet und Computerrecht