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Schadensersatz vom anderen Mieter wegen Wasserschaden?


09.06.2007 21:40 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren

vollgender Fall !!!

vor ca. 8 Wochen verursachte, mein über mir wohnender Nachbar, nach Umbauarbeiten einen Wasserschaden in meiner Küche,Flur und Bad.
nachdem ich den Wasserschaden bemerkte. rief ich sofort den Eigentümerverwalter unseres Hauses an , und meldete ihm, und meinem Vermieter diesen schaden.
darauf hin empfahl mir der Eigentümerverwalter, eine Fachfirma zu beauftragen, um vorab einen Kostenvoranschlag zu erstellen,was ich dann auch tat.
.
Nach ein paar Tagen,um den 20.04.20007 also kam die Maler Fachfirma und erstellte dann binnen einer Woche einen Kostenvoranschlag über 1.269.86 €
wobei er hierbei mit einem Messgerät alle Wände und decken auf Feuchtigkeitsgrad prüfte.
die Leistungen für Ab und Wiederaufbau der Küche sowie die Montage der abgehängten Panelendecke kamen in diesem Kostenvoranschlag nicht zum tragen.
.
Die Tapeten und Wandfarbe in diesen Räumen hab ich beim Einzug in diese Wohnung, selbst Finanziert und angebracht.
Der Maler empfahl mir die Tapeten zwecks Schimmelbefall schnell zu entfernen, da ich die Küche mit Latexfarbe bestrichen hatte.
Noch im Beisein der Fachfirma reißte ich also die sehr feuchten und leicht entfernbaren befallenen Tapeten an Wand und Decke runter, wobei auch gleich, Schimmel an Wand und Decke sichtbar wurde, der bis zum heutigen Tag immer noch an Wand und Decke hängt.
.
Mit einem schreiben an den Verursacher,stellte mein Vermieter Unmissverständlich klar, das die Reparaturarbeiten an dem Gemäuer und versportem Putz, sowie die Tapezier und Malerleistungen von einer Fachfirma, so schnell wie möglich, aber spätestens bis 30.06.07 instand gesetzt werden sollten.

Nach ca. 4 Wochen meldete sich dann der Verursacher und bestellte schriftlich (abgesendetam 30.05.07) einen Besichtigungstermin für den 31.05.07 mit einer anderen Fachfirma,die dann die Arbeiten ausführen sollte.
Da zwischenzeitlich die Reparaturarbeiten an der undichten stelle instand gesetzt wurde, trocknete darauf hin auch, Widerungsbedingt die Wand und Decke in den Räumen wieder langsam ab.der Schimmel an decke und wand ist immernoch vorhanden.
Zwischenzeitlich sind einige Wochen vergangen und es bewegt sich nichts, die Wände und Decken sind fast vollständig abgetrocknet.
Laut aussage der 2. Fachfirma ist der entstandene Schaden,wesentlich geringer als der Kostenvoranschlag, der ersten Fachfirma.

nun meine Fragen an sie :
1) Welche Ansprüche stehen mir zu ?
2) Ist mein Vermieter berechtigt, mir vorzuschreiben die Tapezier und Malerarbeiten von einer Fachfirma ausführen zu lassen ?
3) Sollte ich für den Ab und Aufbau der Küche, und der abgehängten Decke einen Kostenvoranschlag von einem Schreiner erstellen lassen ?
4) Kann ich den Kostenvoranschlag, von dem Verursacher ( seiner Versicherung) auch Ausbezahlen lassen ?
5) Wie rechne ich die eventuelle Eigenleistung des Ab und Wiederaufbau der Küche,und die Montage der abgehängten decke pro Stunde ab ?
6) Welcher der beiden Kostenvoranschläge kommt hierbei zum tragen ?

ich veranschlage als gelernter Gas und Wasserinstallateur Handwerker ca. 10 / 15 Std. für den Ab und Wiederaufbau der oben genannten Leistungen.

ich bedanke mich vorab für ihre Bemühungen und verbleibe,
mit freundlichen grüßen



-- Einsatz geändert am 09.06.2007 23:07:56
10.06.2007 | 00:27

Antwort

von


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89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

( 1 ) Gegenüber dem Nachbarn können Sie auf direktem Weg kaum Schadensersatz geltend machen, da es gemäß § 535 BGB die Pflicht des Vermieters ist, die Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand auch zu erhalten.

Sie sollten daher dem Vermieter eine angemessen lange Frist zu der Behebung der Mängel setzen. Idealerweise per Einschreiben.

Kommt der Vermieter daraufhin mit der erforderlichen Reparatur in Verzug, so können Sie von ihm Schadensersatz einfordern oder gemäß § 536 a BGB den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen.

( 2 ) Der Vermieter kann die Reparatur in dem von Ihnen beschriebenen Ausmaß vom Mieter nicht einfordern.

Er muss vielmehr selbst für die fachgerechte Behebung der Mängel Sorge tragen.

Er kann daher insbesondere eine Fachfirma beauftragen.

Er muss dann diese Arbeiten auch bezahlen.

( 3 ) Die Einholung von einem Kostenvoranschlag wird jedenfalls Ihre Verhandlungsposition stärken und ist daher empfehlenswert.

( 4 ) Da es Aufgabe und Pflicht des Vermieters ist, den Schaden zu beheben, können Sie gegenüber dem Nachbarn die Schadensposten, die vom Vermieter zu übernehmen sind, nicht geltend machen.

Der Vermieter muss diesbezüglich seine Ansprüche gegenüber dem Nachbarn selbst durchsetzen.

Wenn Ihnen allerdings ein belegbarer Schaden entstanden ist - für den der Vermieter nicht aufzukommen hat - so können Sie vom Nachbarn und desse Haftpflichtversicherung hierfür auch Schadensersatz einfordern.

Als Geschädigter wären Sie im Rahmen der Dispositionsfreiheit mit der Verwendung einer erhaltenen Ersatzleistung frei.

Fiktive Mehrwertsteuer darf jedoch nicht verlangt werden.

( 5 ) Soweit es sich beim Abbau der Küche und bei den Arbeiten an der Decke um eine Notmaßnahme, die zu der Erhaltung und Wiederherstellung der Mietsache erforderlich war, gehandelt hat und diese Notmaßnahme zudem keinen Aufschub duldete, können Sie Aufwendungsersatz in Form von Wertersatz gemäß § 536 a BGB vom Vermieter verlangen.

Ein Ersatzanspruch erfasst allerdings nur die erforderlichen Aufwendungen, das heißt solche, die gegebenenfalls nach fachmännischem Rat geeignet und notwendig sind, den Bestand der Sache zu erhalten oder wiederherzustellen.

Da der ursprünglich eingeholte Kostenvoranschlag nicht nur die Kosten für erste Notmaßnahmen sondern insbesondere die Kosten für die vollumfängliche Reparatur beinhaltet, können diese Kosten nicht geltend gamacht werden.

Wie eingangs beschrieben ist es nämlich Aufgabe des Vermieters nunmehr die Wohnung selbst in einen vertragsgerechten Zustand zu bringen.

Wünschenswert wäre zwar eine Einigung.

Alleine die Mängelanzeige genügt jedoch nicht dafür, dass der Vermieter Schadensersatz leisten muss oder von Ihnen selbst noch vorzunehmende Aufwendungen zu ersetzen hat. Hierfür ist eine Fristsetzung zu der Behebung der Mängel gegenüber dem Vermieter unabdingbare Voraussetzung.

( 6 ) Die Kostenvoranschläge sind nicht die Anspruchsgrundlage für Ihre Forderungen. Die Kostenvoranschläge sind nur ein geeignetes Hilfsmittel, etwaige Kosten fachmännisch zu belegen.

Kommt es zu der Höhe eines Kostenvoranschlages gar zum Streit, so kann sogar die Beauftragung eines Sachverstädigengutachtens erforderlich werden.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben. Idealerweise beauftragen Sie einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen, um Rechtsnachteile zu vermeiden.

Bei Bedarf nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
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Info: www.anwaltkohberger.de


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 13.06.2007 | 16:44

sehr geehrter Herr dipl. jur. Michael kohberger
für ihre auseroderntliche bemühungen bin ich ihnen sehr dankbar.
nur leider trafen ihre antworten bedingt zu, da ich kein jurist bin, sondern ein normal gelernter Handwerker, war es für mich sehr schwer, ihre antworten nachzuvollziehen ! vieleicht habe ich es mir selbst schwer gemacht,aber ich wollte diesen fall sehr genau schildern.da sie vieleicht überlesen hatten das ich diese tapeten und wandfarbe beim einzug selbst angebracht und finaziert habe,ging ich davon aus das ich als mieter auch bedingt ersatzleistung von dem verursacher zu erwarten habe. grundlage für diese ersatzleistung war das angebot der maler fachfirma.aus ähnlichen fällen auf ihrer seite konnte ich entnehmen das haftfpichtschäden ähnlich wie KFZ haftpflicht schäden behandelt werden,und auch zur auszahlung zu verfügung stehen.
nun nochmal eine einfache frage an sie.
sind sie sicher das ich keine ansprüche habe ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.06.2007 | 20:35

Vielen Dank für die Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Sie haben Ansprüche.

Aber vorrangig gegenüber dem Vermieter, da dieser nach dem Gesetz die Wohnung in einem vertragsgemäßen Zustand erhalten muss.

Bei einem KfZ Schaden hätten Sie als Eigentümer des Fahrzeuges direkt gegen den Schädiger Ansprüche.

Im Mietrecht verhält es sich aber so, dass vorrangig der Vermieter haftet und dieser wiederum Regress beim Schädiger nehmen kann und in genanntem Fall auch sollte.

Im Übrigen habe ich nicht überlesen, dass Sie beim Einzug Tapete und Wandfarbe selbst finanziert und angebracht haben.

Tapete und Wandfarbe wurden jedoch wesentlicher Bestandteil der Wohnung, sodass sie gemäß § 93 BGB nicht Gegenstand gesonderter Rechte sein können.

Im Falle der Beendigung des Mietverhältnisses gilt mangels anderweitiger vertraglicher Vereinbarung gemäß § 539 Abs. 2 BGB, dass der Mieter berechtigt ist eine Einrichtung wegzunehmen, mit der er die Mietsache versehen hat. Allerdings müsste in diesem Fall der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden.

Also nochmal in der gebotenen Kürze:

Setzen Sie dem Vermieter schriftlich per Einschreiben mit Rückschein eine Frist, die Mängel zu beheben. Ausserdem können Sie Aufwendungen - die im Zusammenhang mit bereits beschriebenen Notmaßnahmen gemacht wurden - sofort ersetzt verlangen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
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