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Probleme nach Hausverkauf


10.08.2007 11:37 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben unser Einfamilienhaus verkauft. Der Kaufpreis wurde fristgemäß bezahlt.
Beim Durchbruch der Außenwand durch den Käufer hat sich herausgestellt, dass die Außenwand aus asbesthaltigem Eternit besteht. Das ist bei Außenwänden kein Problem, sie müssen nur regelmäßig gestrichen werden.
Der Käufer hat das Haus 2 mal mit einem Sachverständigen besichtigt!
Im Kaufvertrag steht der Passus: "Der Verkäufer versichert, dass ihm keine Mängel bekannt sind, die für den Käufer nicht sichtbar wären.... Das Anwesen geht über, wie es steht und liegt."
Der Käufer stellt sich jetzt aber auf den Standpunkt, wir hätten ihn explizit darüber informieren müssen. Für uns war das aber kein Thema, da es sich ja nicht um einen Schaden am Haus handelt. Die Wände sind vollkommen in Ordnung und gut gepflegt.
Er überlegt sich jetzt, ob er die ganzen Wände "entsorgen" lässt, was bautechnisch total unsinnig ist und möchte dafür eine Kaufpreisminderung. Am liebsten würde er vom Vertrag zurücktreten.

Kann er jetzt irgendwelche Ansprüche geltend machen oder sogar vom Kaufvertrag zurücktreten?

Für die Beantwortung vielen Dank im voraus!

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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

gerne beantworte ich Frage unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und der bereitgestellten Informationen. Beachten Sie bitte, dass dieses Forum einzig der ersten rechtlichen Orientierung dient und sich die aufgezeigte Rechtslage anders darstellen kann, wenn Sie Informationen unvollständig oder unrichtig dargestellt haben.

Wie ich Ihrer Darstellung entnehme, war Ihnen bekannt, dass die Außenwand aus asbesthaltigem Eternit besteht. Bei den Verkaufsverhandlungen haben Sie dies dem Käufer jedoch nicht mitgeteilt. In diesem Fall könnte es dem Käufer tatsächlich möglich sein, vom Kaufvertrag zurückzutreten. Ich weise Sie diesbezüglich auch das Urteil des Landgerichts Hannover vom 25.05.1998 (Az.: 20 O 83/97) hin. Das LG Hannover hatte hier einen Fall zu entscheiden, der dem Ihrigen recht ähnlich ist: Nach dem Kauf einer Eigentumswohnung stellte sich heraus, dass die Fassade mit Platten verkleidet waren, die Asbest enthielten. Dies war dem Verkäufer auch bekannt. Er hatte seinerzeit nur aus finanziellen Gründen auf eine Sanierung verzichtet. Der Käufer focht den Kaufvertrag daher wegen arglistiger Täuschung an und bekam Recht. Das LG Hannover entschied, dass der Verkäufer den Käufer arglistig getäuscht habe, indem er ihm einen gravierenden Mangel der Wohnung verschwiegen habe. Der Kaufvertrag sei deshalb nichtig. Nach allgemein anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen seien Asbestfasern in der Atemluft gesundheitsschädlich. Ob sich von der Außenfassade des Wohnhauses tatsächlich bereits Asbestfasern gelöst hätten und in die gekaufte Wohnung eingedrungen seien, spiele keine entscheidende Rolle. Die Sanierung koste sehr viel Geld, schon dieser Umstand mindere den Wert der Wohnung erheblich.

Wenn der Käufer daher nachweisen kann, dass Sie von der Asbestbelastung beim Verkauf des Hauses Kenntnis hatten, ist zu befürchten, dass ein entscheidendes Gericht ebenso wie das LG Hannover entscheiden würde, die Asbestbelastung als gravierenden Mangel einstufen und eine Anfechtung des Kaufvertrags wegen arglistiger Täuschung zulassen würde.

Ich hoffe, Ihnen hiermit eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Hemmer
Rechtsanwalt
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