Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Private Krankenversicherung - ANZEIGEPFLICHTVERLETZUNG?


23.09.2005 18:42 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Betr. Krankenversicherung

Sehr geehrte Damen und Herren
seit dem 01.01.2005 bin bei einer neuen Privat Krankenversicherung versichert.
Im März 2005 hatte ich erstmal Probleme mit meinem rechten Knie.
Der behandelnde Arzt stellte einen Knorpelschaden (Meniskopathie, Chondropathia patelle)fest.
Die Versicherung hat auch die Kosten für die Behandlung übernommen und diese Krankheit mit im Vertrag übernommen.
Im Juni habe ich diverse Rechnung zum Ausgleich bei der Versicherung eingereicht,diese wurden auch anstandslos bezahlt.

Am 26.07.2005 habe ich eine ANZEIGEPFLICHTVERLETZUNG von der Versicherung erhalten .In diesem Schreiben steht das ich keine korrekten Angaben bei Vertragsabschluß gemacht habe.
Sie haben sich ein die Unterlagen von meinem Hausarzt eingeholt und festgestellt

1. Erkrankung der Schilddrüse(Struma)
2. erhöhte Leberwerte (Cholesterinwerte)

Danach hat mein Hausarzt ein Ärztlichen Befund der Versicherung zugesendet in dem
steht das ich keine Erkrankung der Schilddrüse habe, die Jodidprophylaxe nicht im Sinne
einer Therapie regelmäßig einzunehmen sind ,was auch aus den Unterlagen meines Arzteszu ersehen ist.
Die erhöhten Cholesterinwerte keine Erkrankung ist.

Die Versicherung ist Zeitgleich vom Versicherungsvertrag zurückgetreten beruft sich auf den § 16 ff. VVG. Der Versicherungsvertrag endete nach Ihren Angaben mit Eingang des Schreibens.
Am ende des Schreibens haben Sie mir angeboten :“Im Rahmen einer Übergangsregelung bis zum Abschluss unserer Prüfungen den Versicherungsschutz zum bisherigen Beitrag beibehalten- nur für Versicherungsfälle ,die mit den nicht angezeigten Umständen zusammenhängen, habe ich kein Leistungsanspruch“ .

Am 25.08.2005 habe ich eine Vereinbarung mit der Versicherung unterschrieben, hätte ich diese nicht unterschrieben bestünde kein Versicherungsschutz mehr, in dem steht das ich ein Risikozuschlag in Höhe von 86,00€ zu zahlen hätte.
Begründung: für die Jodidprophylaxe- Struma und Meniskopathie(knorpelschaden Knie).

Meine Frage:
1.Da ich die Jodidprophylaxe nicht regelmäßig nehme habe ich keine Angaben bei Vertragsabschluß gemacht, war auch nicht danach gefragt.
Kann die Versicherung in diesem Fall ein Zuschlag fordern?

2.Die Meniskopathie(knorpelschaden Knie) wurde mit in die Risiko Berechnung einbezogen wobei die Erkrankung erst bei dieser Versicherung eingetreten ist.
Begründung der Versicherung: Es handelt sich ja um eine neuen Vertrag da Sie wegen § 16 ff. VVG zurückgetreten sind.

Ich hoffe Sie können mir in diesem Fall weiter helfen und wie ich gegebenenfalls vorgehen kann.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort

23.09.2005 | 19:51

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte:

1.Die rechtliche Situation stellt sich so dar, dass Sie grundsätzlich bei Abschluß des Vertrags verpflichtet sind § 16 VVG
„alle ihm bekannten Umstände, die für die Übernahme der Gefahr erheblich sind, dem Versicherer anzuzeigen. Erheblich sind die Gefahrumstände, die geeignet sind, auf den Entschluß des Versicherers, den Vertrag überhaupt oder zu dem vereinbarten Inhalt abzuschließen, einen Einfluß auszuüben. Ein Umstand, nach welchem der Versicherer ausdrücklich und schriftlich gefragt hat, gilt im Zweifel als erheblich.
(2) Ist dieser Vorschrift zuwider die Anzeige eines erheblichen Umstandes unterblieben, so kann der Versicherer von dem Vertrag zurücktreten. Das gleiche gilt, wenn die Anzeige eines erheblichen Umstandes deshalb unterblieben ist, weil sich der Versicherungsnehmer der Kenntnis des Umstandes arglistig entzogen hat.

(3) Der Rücktritt ist ausgeschlossen, wenn der Versicherer den nicht angezeigten Umstand kannte oder wenn die Anzeige ohne Verschulden des Versicherungsnehmers unterblieben ist.“

2.„Ohne Verschulden“ bedeutet hier, dass Sie von der Erkrankung nichts wußten. Die Versicherungen erwarten, dass Sie alles mitteilen. Dabei ist es unerheblich, ob die Behandlung der Krankheit bereits abgeschlossen ist (z.B. Heuschnupfen trat während der Kindheit auf, ist aber im Erwachsenenalter verschwunden) oder noch fortgeführt wird. Da Sie die Behandlungen nicht erwähnt haben und es sich hier um Erkrankungen handelt, die eventuell immer wieder auftreten können, kann die Versicherung Ihnen einen Zuschlag aufbürden.

3.Die Versicherung konnte aufgrund des Verschweigens der Behandlungen von dem mit Ihnen geschlossenen Vertrag zurücktreten.

Und nun kommt die Gemeinheit: wenn Sie jetzt einen neuen Vertrag schließen, zählt die Erkrankung am Knie als Vorerkrankung und die Versicherung darf diese als den Beitrag erhöhendes Risiko einstufen.

Sie werden die bittere Pille wohl schlucken müssen oder Sie suchen sich eine andere Versicherung. Es tut mir leid, dass ich keine besseren Nachrichten für Sie habe.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen trotzdem bei Ihrem Rechtsproblem weiter geholfen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

info@anwaeltin-heussen.de
www.anwaeltin-heussen.de


ANTWORT VON

252 Bewertungen

Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER