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Pflichten für Firmen/Inhaber in Deutschland


| 24.12.2014 02:58 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Es geht um Vor- und Nachteile von Unternehmensstrukturen mit Einschaltung von Gesellschaften in Drittländern, die wahrscheinlich Niedrigsteuerländer sind und das Außensteuergesetz.


Im Rahmen dieser Initialanfrage wird nach einem Experten mit Fokus auf Auslandunternehmen (mit Inhaber in Deutschland) und Steuerrecht (in Deutschland), um darüberhinaus im Anschluss eine konkrete und detaillierte Beratung in Anspruch zu nehmen.


Szenario I:
IBC mit Offshore- und EU-Bankkonto.
Der Beneficiary der Firmen-Bankkonten und IBC Inhaber ist in Deutschland steuerpflichtig und wohnhaft.
Das Unternehmen erwirtschaftet Einnahmen über den An- und Verkauf virtueller Waren, Werbeflächen (Online Marketing), ohne physische Güter, ohne physische Büro/Firmenstandort und beschäftigt lediglich externe Freelancer zur Abwicklung des Tagesgeschäfts und Kundenakquise. Neben Korrespondenzanschrift mit Telefon, Briefkasten stimmt der Serverstandort mit der IBC überein.
Bargeldabhebungen von den Firmenkonten (oder Kreditkarte) erfolgen keine.
Ausgaben werden bargeldlos online überwiesen oder per Kreditkarte abgebucht, die wiederum auf den Namen des Beneficiary für das EU Business Bankkonto registriert ist.
Geldeingänge erfolgen ebenfalls ausschließlich bargeldlos.
Der Inhaber bezieht kein Gehalt und die IBC schüttet keine Dividende aus.

Frage 1: Ist eine Meldung oder Erklärung bzgl. der IBC, Inhaberschaft oder Bankkonten der IBC Körperschaft gegenüber dem Finanzamt in Deutschland abzugeben?
Frage 2: Ist für eine Kreditkarte, die über das Firmenkonto bereitgestellt wird, jedoch namentlich den Inhaber auf der Karte nennt, Besonderes zu beachten, oder anderweitig sicher und klar zu stellen, dass darüber keine Privatausgaben oder Privatentnahmen erfolgen?


Szenario II: (wie I)
Die Geldeingänge stammen von gewerblichen Kunden innerhalb der EU, darunter auch Firmen aus Deutschland. Abgerechnet würden weiterhin nur virtuelle Waren.

Frage 3: Ist eine Erklärung/Meldung in Deutschland abzugeben, oder besteht ein Risiko, wenn die IBC einem dt. Unternehmen in Rechnung stellt und der IBC-Inhaber zugleich am dt. Unternehmen beteiligt ist bzw. ein Transfer der GmbH an die IBC erfolgt?
Frage 4: Entsteht dem IBC Inhaber und/oder Anteilseigner der GmbH ein Nachteil oder Risiko durch die von OECD geplante Offenlegung der Beneficiaries und Begünstigten von Firmen Bankkonten?
24.12.2014 | 12:51

Antwort

von


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Winsstraße 66
10405 berlin
Tel: 03040393365
Web: www.jahn-law.com
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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen auf der Basis der gegebenen Informationen wie folgt.
Weil das hier noch Dritte lesen können, möchte ich vorweg klar stellen, dass mit IBC in der Sachverhaltsdarstellung gemeint ist: „International Business Structure". Ein anderes Synoym wäre etwa SPV (=Special Project Vehicle). Letzten Endes sind damit immer Gesellschaftsgründungen in Drittländern gemeint, wobei hier in der Fragestellung offen gelassen wird, welche „Places of Incorporation" erwogen werden oder ob schon eine Gesellschaftsgründung erfolgt ist.

Nun zu den Fragen:

Frage 1.) Egal welche gesellschaftsrechtliche Position dem Inhaber zugewiesen wird, ob Dividenden ausgeschüttet werden oder nicht, ob er ein Gehalt bezieht oder nicht, wird er nicht umhin kommen auch das rein passive Halten von Anteilen an der IBC in seiner deutschen Steuererklärung aufgrund des Welteinkommensprinzips zumindest anzugeben, weil er solange in Deutschland unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig ist, wie er hier einen Wohnsitz hat (§ 1 EStG). Falls der Inhaber auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, wird er dem auch für die nächsten zehn Jahre nach dem Wegzug in ein Niedrigsteuerland nicht entkommen können, sollte das erwogen werden und sofern auch die weiteren Voraussetzungen von § 2 AStG erfüllt sind.

Frage 2.) Ja, aber die Pflicht, Betriebseinnahme und Ausgaben von Privateinnahmen und Ausgaben zu trennen, ergibt sich hier weniger aus dem deutschen Steuer- oder Handelsrecht sondern aus dem materiellen Gesellschaftsrecht des „Places of Incorporation". Praktisch jede gesellschaftsrechtliche Struktur setzt voraus, dass die directors eine solche Pflicht gegenüber der Corporation und deren share-holders/beneficiaries haben. Die Folge von Verstößen bei Ein-Personen-Gesellschaften ist , dass es außenstehenden Gläubigern, zu denen auch Finanzbehörden gehören können, deutlich leichter fällt, die direkte, persönliche Haftung des Directors/Gesellschafters zu erreichen („Piercing the corporate veil"). Auch bei reinen Inlandssachverhalten sind Entnahmen etwa bei einer GmbH ja nicht generell verboten, sie führen nur dazu, dass die Wirtschaftsgüter fortan als im Privatvermögen gehalten werden, was zu einer höheren Körperschafststeuer führen kann (Stichwort: Verdeckte Gewinnausschüttung) oder aufgrund der Aufdeckung sogenannter stiller Reserven auch zu einer höhen individuellen Einkommenssteuer des Entnehmers.

Frage 3.a.) zielt, vermutlich auf die deutsche Umsatzsteuer. Hier muss man auch bei Vertragsschluss zwischen einer Drittlandsgesellschaft und einem deutschen Unternehmer beim Handeln mit virtuellen Waren beachten, dass Leistungsschulder der deutschen Umsatzsteuer hier der deutscher Unternehmer ist (§ 3a Abs.2 UstG). (Die Neuregelungen ab Januar 2015 enthalten nur Veränderungen für Verträge mit Verbrauchern, was nach der Fragestellung ausgeschlossen ist. Sie wären aber relevant, falls die Drittlands-IBC auch mit Verbrauchern im EU-Raum kontrahieren soll. Die Drittlands-IBS müsste fortan für jeden EU-Verbraucher einzeln die Umsatzsteuersätze des betroffenen EU-Landes ausweisen, vereinnahmen und auskehren).

Frage 3.b) Vorgesehen scheint, dass mit rein virtuellen Gütern zwischen der IBC mit Sitz in einem Drittland und gewerblichen Unternehmen in Deutschland gehandelt wird. Wenn letztlich zumindest die gleichen Inhaber oder diesen nahe stehende Personen auf beiden Seiten des Vertrages stehen, ist hier zu beachten, dass die Transfer-Pricing-Vorschriften des §1 AStG eingehalten werden („bargain at an arm´s length") oder auf Deutsch: Die Vereinbarungen zwischen der IBC und der deutschen GmbH oder sonstigen Unternehmen müssen einem Fremdvergleich wie unter fremden Dritten Kaufleuten standhalten.

Frage 4.) Ja, falls sich das politisch durchsetzen sollte und auch von den primär betroffenen Jurisdiktionen entsprechend umgesetzt wird, woran man seine Zweifel haben kann.

Sie haben hier bei Verständnisfragen auch noch eine kostenlose Nachfragefunktion oder können mich per Mail kontaktieren. Die Adresse steht auf dem Profil hier.

Frohes Fest & Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn


Bewertung des Fragestellers 10.01.2015 | 18:17


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