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Neubau mit Denkmalauflagen

| 08.02.2008 17:13 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe, Sie könne mir Auskunft über folgenden Sachverhalt geben. Ich habe im Jahr 2001 ein Fachwerkhaus gekauft das unter Denkmalschutz ( Kulturdenkmal / Teil eines Denkmalbereichs ) steht. Ich stellte 2006 Antrag auf Abriss des Gebäudes. Die Genehmigung habe ich 2006 bekommen mit der Auflage ein Haus dort wieder hinzustellen. Da der Neubau(immer noch Denkmalschutz)im Denkmalschutzbereich steht, habe ich von der Denkmalschutzbehörde Auflagen bekommen, wie ich das Haus (Dach, Fenster Fassade) zu bauen habe. Nun meine Fragen. Bekomme ich noch die Förderung für Wohneigentum. Und habe ich Anspruch auf steuerliche Vergünstigungen, da ich Auflagen vom Denkmalschutz bekomme.

Vielen Dank für die Antwort.

Mit freundlichen Grüßen


-- Einsatz geändert am 09.02.2008 11:55:03

09.02.2008 | 13:20

Antwort

von


(141)
Muldestr. 19
51371 Leverkusen
Tel: 0214 / 2061697
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich nunmehr aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

1.)

Der Neubau stellt als Folgeobjekt gem. § 7 EigZulG ein eigenständiges Objekt dar, für das die Fördervoraussetzungen unabhängig vom so genannten Erstobjekt zu prüfen sind.
Demzufolge kann bei einem Kaufvertrag oder Herstellungsbeginn nach dem 31.12.2005 eine Förderung als Folgeobjekt nicht mehr vorgenommen werden.
Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Kaufvertrag für das Folgeobjekt vor dem 01.01.2006 geschlossen oder mit der Herstellung vor diesem Zeitpunkt begonnen wurde und der Einzug in das Folgeobjekt erst nach dem 31.12.2005 erfolgt ist.
Da dies hier jedoch nicht der Fall ist, können Sie für den Neubau leider keine Eigenheimzulage mehr in Anspruch nehmen.

2.)

Wer eine denkmalgeschütze Immobilie erwirbt, um selbst darin zu wohnen, hat jedoch noch andere steuerliche Vergünstigungsmöglichkeiten, die er in Anspruch nehmen kann.
Nach § 10f Abs. 1 Satz 1 EStG können bei der Einkommensteuer Aufwendungen "an einem eigenen Gebäude" im Kalenderjahr des Abschlusses der Baumaßnahme und in den neun folgenden Kalenderjahren jeweils bis zu 9 % (insgesamt also bis zu 90 %) wie Sonderausgaben abgezogen werden, wenn die übrigen gesetzlichen Voraussetzungen (nach § 7h oder 7i EStG ) vorliegen.

Die zuständige DENKMALSCHUTZBEHÖRDE hat dabei zu prüfen und zu BESCHEINIGEN,

• ob das Gebäude nach den landesrechtlichen Vorschriften ein Baudenkmal ist,
• ob die Baumaßnahmen nach Art und Umfang zur Erhaltung des Gebäudes oder Gebäudeteiles als Baudenkmal oder zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich waren,
• ob die Arbeiten vor Beginn und bei Planungsänderungen vor Beginn der geänderten Vorhaben mit der Bescheinigungsbehörde abgestimmt waren,
• in welcher Höhe Aufwendungen, die die vorstehenden Voraussetzungen erfüllen, angefallen sind und
• ob und in welcher Höhe Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln durch eine der für den Denkmalschutz oder Denkmalpflege zuständigen Behörden bewilligt worden sind oder nach Ausstellung der Bescheinigung bewilligt werden (Änderung der Bescheinigung).

Diese Bescheinigung unterliegt dann weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht der Nachprüfung durch die Finanzbehörden. Es handelt sich hierbei um einen Verwaltungsakt in Form eines Grundlagenbescheides, an den die Finanzbehörden im Rahmen des gesetzlich vorgegebenen Umfangs grundsätzlich gebunden sind.

Ihr zuständiges FINANZAMT wird dann im Einzelnen zu prüfen,

• ob die vorgelegte Bescheinigung von der nach Landesrecht zuständigen oder der von den Landesregierungen bestimmten Behörde ausgestellt worden ist,
• ob die bescheinigten Aufwendungen zu den Herstellungskosten oder den nach § 7i Abs. 1 Satz 5 EStG begünstigten Anschaffungskosten, zu den sofort abziehbaren Betriebsausgaben oder Werbungskosten, insbesondere zum Erhaltungsaufwand, oder zu den nicht abziehbaren Ausgaben gehören,
• ob die bescheinigten Aufwendungen steuerrechtlich dem Gebäude oder Gebäudeteil i. S. d. § 7i Abs. 1 EStG zuzurechnen sind,
• ob weitere Zuschüsse für die bescheinigten Aufwendungen gezahlt werden oder worden sind,
• ob die Aufwendungen bei einer Einkunftsart oder bei einem zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäude wie Sonderausgaben (§ 10f EStG ) berücksichtigt werden können,
• in welchem Veranlagungszeitraum die erhöhten Absetzungen, die Verteilung von Erhaltungsaufwand (§ 11b EStG ) oder der Abzug wie Sonderausgaben (§ 10f EStG ) erstmals in Anspruch genommen werden können.

Fällt die Eigenschaft als Baudenkmal innerhalb des Begünstigungszeitraums weg, können die erhöhten Absetzungen ab dem Jahr, das auf den Wegfall folgt, nicht weiter in Anspruch genommen werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.

Mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann. Im Übrigen ist der Umfang der gegebenen Antwort auch abhängig von der Höhe des ausgelobten Einsatzes.


Rückfrage vom Fragesteller 20.02.2008 | 11:35

Hallo,
die ganzen Paragraphen beziehen sich wohl nur auf Sanierungsfähige Gebäude bei denen die Kosten steuerlich abgesetzt werden können. Gibt es denn aber für Neubauten die an gleicher Stelle errichtet werden sollen (Auflage Denkmalschutz) steuerliche Förderung. Es soll ja auch ein Ansamble erhalten bleiben, wobei es sich um die Dorfmitte des Dorfes handelt. Gibt es Gesetze oder Urteile wo entschieden wurde es wird steuerlich gefördert. Mein Bearbeiter vom Denkmalschutz sagt ich bekomme keine Förderung. Aber manchmal bekommt man nicht immer die richtigen Aussagen von denen. Eigene Erfahrung.

Mfg
K. Weke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.02.2008 | 18:33

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Sie haben sehr wohl einen Anspruch auf die Förderung, denn zu den begünstigten Objekten gehören nicht nur sanierungsfähige Gebäude, sondern es finden auch solche Aufwendungen Berücksichtigung, die nach Art und Umfang zur Erhaltung des schützenswerten äußeren Erscheinungsbildes der Gebäudegruppe oder Gesamtanlage erforderlich sind (R 7i Abs. 2 Nr. 2 Buchst. b) EStR).

Und genau dies ist hier nach Ihrer Schilderung der Fall (Bau-Ensemble in der Dorfmitte), zumal Sie von der Denkmalschutzbehörde Auflagen bekommen haben, wie sie das Haus im Einzelnen nun zu bauen haben.

Sie sollten sich daher von der Meinung des Sachbearbeiters nicht verunsichern lassen, sondern weiterhin Ihr berechtigtes Anliegen hartnäckig verfolgen.

Ich hoffe, Ihnen nun weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen den verdienten Erfolg.

Mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
RA, Dipl.-Fw.

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Durch eine Nachfrage habe ich eine verstängliche Auskunft bekommen. Ich hoffe der Denkmalschutz sieht das auch so.

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