Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
499.704
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mietüberzahlung

| 04.06.2018 11:06 |
Preis: 30,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Lembcke


Sehr geehrter Anwalt,

es geht um eine Zurückzahlung einer Überweisung. Also:
Mein Sohn 28 J. wohnt in einer eigenen Wohnung. Er kann die Miete nicht zahlen, sodass ich sie seit 3 Jahren an den Vermieter direkt überweise. Einen Vertrag zwischen mir und meinem Sohn und dem Vermieter habe ich nicht. Mit meinem Sohn tauschte ich mich nur verbal auseinander. Am Anfang waren es 365€, bis er mich mein Sohn anrief und mir sagte, ich bräuchte nur noch 311 € überweisen. Es war von mir ein Geschenk, Unterhalt muss ich nicht zahlen. Sein Vermieter überwies mir dann den zuviel gezahlten Betrag auf mein Konto, da von dem auch die Mietzahlungen an den Vermieter gingen. Jetzt, nach 2 Jahren bekomme ich von dem Vermieter eine Mail, dass ich doch bitte den Betrag ihm wieder zurück überweisen soll. Er schrieb, das mein Sohn ihn angerufen hat und er meinte, dass ihm das Geld zusteht, da der er und der Vermieter Vertragspartner sind. Der Vermieter lies sich von meinem Sohn überzeugen und bittet nun von mir die Rückzahlung, damit er sie meinem Sohn zukommen lassen kann. War ich nur Zahlstelle?

Meine Frage ist nun: Wem steht der überzahlte Betrag zu? Mir oder meinem Sohn, der Vertragspartner ist? Ich habe keinen Kontakt zu meinem Sohn und statt Dank bekomme ich sozusagen von meinem Sohn eine Zahlungsaufforderung, die der Vermieter, wenn er den Betrag hat mit der Mai und Juni Miete verrechnen soll.

Mit freundlichen Grüßen

K.Trück

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Auf der Grundlage des geschilderten Sachverhaltes findet § 267 BGB entsprechend Anwendung, sprich die Leistung Ihrerseits (Dritter) an den Vermieter (Gläubiger) hat schuldbefreiende Wirkung für Ihren Sohn (Schuldner).

Auszug: § 267 Abs. 1 BGB "Hat der Schuldner nicht in Person zu leisten, so kann auch ein Dritter die Leistung bewirken. Die Einwilligung des Schuldners ist nicht erforderlich."

Bei der Rückabwicklung im Falle der Vermögensmehrung ergeben sich mitunter Probleme, da der Gesetzgeber bedauerlicherweise diese Fallgestaltung nicht berücksichtigt hat, sodass die Rechtsprechung verschiedene Falllösungen konstruiert hat und Wertungsgesichtspunkte mitberücksichtigt.

Durch die Leistung auf die fremde Schuld (hier den Mietzinsanspruch des Vermieters gegenüber dem Sohn) erwirbt der Dritte (Sie) i.d.R. keine Rechte. Die Wirkungen zwischen dem schuldtilgenden Dritten und dem Schuldner bestimmen sich nach dem Innenverhältnis, sprich es kommt darauf an, was Sie und Ihr Sohn miteinander vereinbaren/vereinbart haben.

Besteht zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger keine Verbindlichkeit, müssen die Leistungen nach den §§ 812 ff BGB (sog. Bereicherungsrecht) zurückgewährt werden.

Leistet der Dritte nach § 267 BGB auf eine fremde Schuld, ist trotz des bereicherungsrechtlichen Dreiecksverhältnisses von einer Leistung des Dritten auszugehen, so dass der Dritte auch direkt vom Gläubiger kondizieren kann.

Vorliegend wusste der Vermieter, dass ihm lediglich nur ein Anspruch in Höhe von 311 EUR zustand, obgleich er 365 EUR erhalten hatte. Dementsprechend wusste er auch, dass Sie 54 EUR zuviel gezahlt haben. Aufgrund der bereicherungsrechtlichen Dreieckskonstellation haben sie damit eine Leistung ohne Rechtsgrund gegenüber dem Vermieter in Höhe von 54 EUR geleistet, welche Sie dann auch direkt vom Gläubiger erstattet verlangen konnten.

Ihrem Sohn stehen insoweit keinerlei Ansprüche auf diesen Zahlbetrag zu, da dieser die 54 EUR nicht zu Erfüllung des Vertrages geleistet hat. Leistungsbefreiende Wirkung hatten nur die 311 EUR.

So auch der BGH im Urt. v. 31.01.2018, Az. VIII ZR 39/17 in einem ähnlich gelagerten Fall, wo der Vermieter zu dem Zeitpunkt, als er das Geld erhielt, bereits gewusst hatte, dass es ihm nicht zustand, weshalb es schon an einer Leistung der Mieter als seinen Vertragspartnern fehlte, so dass auch dort der Dritte gegen den Vermieter direkt kondizieren (zurückfordern) konnte.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Sascha Lembcke
Harmsstraße 86
24114 Kiel

Neu

Darf's noch eine Frage mehr sein?

Viele oder regelmäßige Fragen? Mit der Frag-einen-Anwalt.de Flatrate unbegrenzt Fragen stellen.
Sie haben ein Problem, von dem Sie wissen, dass noch mehr Fragen kommen? Sie sind Handwerker, Arzt, Freiberufler oder Gründer? Dann sollten Sie sich das mal näher anschauen.
Details anschauen
Bewertung des Fragestellers 08.06.2018 | 11:35

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Herr Lembke hat mir sehr weitergeholfen. Seine Antwort war sehr genau und auf dem neusten Juristischen Stand. Ich war sehr positiv überrascht wie lan und ausführlich er geantwortet hat! Sein Text war verständlich und sachlich.Ich würde Herrn Lembke, als sehr kompetenten Anwalt, weiterempfehlen und selbst mich an ihn wenden.


Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen"
Stellungnahme vom Anwalt: