Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mietminderung Badmodernisierung


09.11.2005 21:07 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Ich wohne in einem Wohnblock mit 8 Eingängen und drei Etagen plus Erdgeschoss.
Seit September werden die Badezimmer in diesem Block von der Hausverwaltung modernisiert (das Haus ist Baujahr 1932).
Am 19. September (38 KW 2005)fingen die Bauarbeiten in meiner Wohnung an.
Seitdem habe ich keine Dusche/Badewanne, eine provisorische Toilette und nur kaltes Wasser. Zuerst wurde ein provisorischer Wasserhahn im Flur installiert (das Wasser war zum Kochen nicht geeignet – da sandig), drei Wochen später wurde ein Wasserhahn im Bad installiert (ebenfalls kaltes Wasser), dieses Wasser ist aber trinkbar.
Toilettenspülung funktioniert mit einem Eimer (Wasser am Hahn einfüllen, nachspülen).
Zum Baden/Duschen wurde den Mietern eine Ausweichwohnung 6 Eingänge weiter im selben Block zur Verfügung gestellt. Der Schlüssel hängt im Treppenhaus. Das funktioniert gut, die Wohnung ist zugänglich und die Mieter gehen sorgsam damit um.
In der Küche ist seit der 39 KW kein Wasser und kein Abfluss (keine Waschmaschine, Spülmaschine). Wasser zum Putzen, Waschen... muss aus dem Bad geholt werden und mit dem Wasserkocher erhitzt und nach dem Gebrauch in die Toilette geschüttet werden, da dies der einzige Abfluss in der Wohnung ist. Dies führt dazu, dass ich nicht mehr koche, um Abwasch zu sparen.
Seit vermutlich Anfang der 43 KW funktioniert die Klingel nicht mehr, weder unten am Hauseingang, dies habe ich am Sonntag durch Zufall heraus gefunden, die oben an der Wohnungstür geht ebenfalls nicht.
Die Maßnahme ist für 8 Wochen geplant, wäre meiner Meinung nach in zwei Wochen zu schaffen gewesen. Jetzt ist die 8. Woche und mein Bad ist weiterhin nicht benutzbar, momentan steht mit in der Wohnung auch wieder für 2, max 3 Tage keine Toilette zur Verfügung, da die Bodenfliesen gelegt werden und nicht betreten werden dürfen. Ich rechne damit, dass frühestens Ende 46 KW das Bad benutzbar sein wird.

Im Flur wurden die neuen Wasserleitungen gelegt, so dass das Regal, das ich die letzten drei Jahre als Garderobe verwendet habe, dort nicht mehr hineinpasst und ich etwas Neues kaufen muss.
Lärmbelästigung findet während des Tages von 7 bis 17 Uhr statt, berührt mich nicht, da ich berufstätig bin. Ich muss viel putzen, da der Staub überall ist.

Die Wohnungsgesellschaft hat nun eine Mietminderung von 50 % angekündigt. Mir ist dies aber zu wenig. Bei dieser massiven Einschränkung sollten 75 – 80 % angemessen sein.
Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Allein das Fehlen einer Toilette innerhalb der Wohnung berechtigt schon zu einer Minderung von 80%.

Bei Ausfall der Warmwasserversorgung darf der Mieter um 10% mindern.


Manche Gerichte gehensogar noch weiter.

Kann die Toilette nicht benutzt werden, muß man gar keine Miete zahlen: Der Mietpreis darf dann nämlich um 100% gemindert werden. Stellt der Vermieter allerdings eine Not-Toilette auf, mindert sich der Mietpreis nur um 75%, ein Viertel der Miete muß also gezahlt werden.

In Ihrem geschilderten Fall gehe ich von einem Anspruch auf Mietminderung i.H.v. mindestens 80 % aus.

Beachten Sie bitte auch die neuste BGH-Rechtsprechnung zur Berechnung der Minderung:

Der BGH hat wie folgt geurteilt (BGH,Urteil vom 6.4.2005, Az:
XII ZR 225/03):
Die Nebenkosten sind an die Nutzung der Mietsache gekoppelt. Wird das Mietobjekt zum Beispiel überhaupt nicht genutzt, so fallen neben der Miete auch keine Nebenkosten an. Die Minderung bei wenigen Mängeln muss daher auch anhand der Bruttomiete berechnet werden. Ansonsten wäre der Mieter benachteiligt, da er nachweisen müsste, welche einzelnen Nebenleistungen er in welchem Umfang genutzt hat.

Sie haben bei der Minderung als Grundlage danach die Warmmiete heranzuziehen und diese zu mindern.


Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
-Rechtsanwalt-

www.net-rechtsanwalt.de
www.net-scheidung.de
www.online-einspruch.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER