Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.578
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Medienrecht - Rechte am eigenen Bild/Verletzung der Persönlichkeitsrechte


22.03.2007 09:21 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht



Hallo!

Sachlage:
Ich betreibe eine Webdesignfirma und beauftrage von Zeit zu Zeit div. Fotografen in meinem Namen und für mich Models zu buchen und zu fotografieren, um für meine Kunden und deren Webseiten Bildmaterial anzufertigen.

Vor gut einem Jahr wurden Bilder eines Models (vertreten auf Internetmodelplattformen) im Bereich Fashion/Dessous/Strumpfwaren gemacht. Das Model hat eine Freistellungserklärung unterzeichnet und ein Honorar erhalten. Die Bilder wurden wie gesagt von einem mir beauftragtem Fotografen erstellt.

Nunmehr möchte das Model Ihre Freistellungserklärung zurückziehen und fordert ein Löschen und eine Herausgabe der Bilder. Die Gegenpartei ist der Meinung, daß die Freistellungserklärung unzureichend sei.

Daher meine Frage:
Bitte prüfen Sie nachfolgende Freistellungserklärung, ob Sie ausreichend ist, daß die Bilder exklusiv verkauft wurden und die Bilder im Internet veröffentlicht werden und zwar ausschließlich auf einer Webseite, welche Themenbezogen ist, d.h. auf welcher es um Strumpfwaren geht (geschlossener Mitgliederbereich/vereinzelte Vorschau).

Im Speziellen würde mich natürlich interessieren, ob diese Freistellungserklärung gerichtlich standhält und ob sie formell korrekt ist und vor allem ob die genaue Art der Nutzung hätte erklärt werden müssen (Veröffentlichung im Internet). Weiterhin meint die Gegenseite, daß aus der Vereinbarung nicht hervorgehe, an welche natürliche Person die Rechte abgegeben werden. Müßte das sein? Im Grunde ist es doch kein Vertrag, sondern eine Erklärung des Models.

Modelvertrag

Mein Firmenname (Einzelunternehmen)
Meine Adresse
Fotograf Pseudo

Name und Adresse des Models, Wohnort und Geburtsdatum

Das Model gibt folgende Erklärung ab:

"Ich bin darüber informiert worden, daß für eine Veröffentlichung sowie den Vertrieb der von mir angefertigten Fotoaufnahmen eine sog. Übertragung der Rechte am Bild erforderlich ist und ich erkläre mich hiermit undwiderruflich mit einer uneingeschränkten zeitlich und örtlich unbegrenzten Veröffentlichung sowie den Vertrieb der von mir angefertigten Fotoaufnahmen, auch für Werbezwecke jeder Art, Datenträger und sonstige Speichermedien, einverstanden.

Ebenfalls bin ich darüber informiert worden, daß an mich gezahzlte Geldhonorare sowie Erfolgsbeteiligungen der Selbstversteuerung unterliegen sowie Veröffentlichungen der vom Fotografen von mir angefertigten Fotoaufnahmen durch mich selbst oder durch Dritte grundsätzlich der vorherigen Zustimmung des Fotografen bedürfen (Copyright!).

Im fall von Veröffentlichung stelle ich keine weiteren Ansprüche, auch nicht gegen Dritte (z.B. Verlag, Provider, Webmaster).

Honorarvereinbarungen werden vor den Fotoaufnahmen individuell miut mir geschlossen und gelten als jeweils selbständige Verträge. Eine Kopie dieses Modelvertrages habe ich erhalten!"

Ort, Datum und Unterschrift des Models

Sehr geehrter Fragesteller,

infolge Ihres trotz gewerblichen Hintergrundes geringen Einsatzes kann ich Ihnen summarisch Folgendes mitteilen:

1. Eine Begutachtung dieser Freistellungserklärung kann seriöserweise nur erfolgen, wenn die Umstände der Modelbuchung und Vertragskonstellation bekannt sind. Gerade wenn sich Personen "unwiderruflich, unbeschränkt etc." zu etwas verpflichten, müsste genau geprüft werden, ob hier ein echter Vertrag infolge selbstbestimmter Willenserklärungen vorliegt oder eine Partei eine strukturelle "Überlegenheit" hat. Dann nämlich können solche Bestimmungen leicht unwirksam werden. Des Weiteren wäre zu prüfen, inwieweit in der Freistellungserklärung eine allgemeine Geschäftsbedingung zu sehen ist, die nochmals besonderen Anforderungen genügen muss, um wirksam zu gelten. Allein die Tatsache, dass in der Erklärung von individueller Vereinbarung gesprochen wird, hat dafür keine Bedeutung. Es kommt auf die tatsächlchen Umstände an.

2. Soweit die Freistellungserklärung daher Ausdruck eines (wirklich) individuellen Aushandelns mit dem Model ist und die Gage sich an der weitreichenden Verpflichtung bemisst, dürfte die Klausel wirksam sein. Dann wäre ein Rücktritt von dieser Erklärung grundsätzlich nicht möglich. Natürlich gäbe es auch hier Ausnahmen, so z.B. soweit die Erklärung infolge Irrtums oder Täuschung angefochten wurde.

Die Formulierung der Freistellungsklausel an sich gibt m.E. auch keine Möglichkeit Veröffentlichungen des Bildmaterials zu verhindern, da sie umfassend und allgemein gehalten ist (gerade darin könnte aber eine Unbilligkeit liegen, die dann mindestens zu einer Vertraganpassung führen könnte). Eine solche vertragliche Erklärung muss nicht jeden Einzelfall (Veröffentlichungen im Internet, bestimmte Person als "Endabnehmer") genau festlegen, sondern kann durchaus allgemein gehalten sein. Allerdings gilt: Je allgemeiner und weitreichender ein Vertrag gegen jemanden wirkt, desto genauer würde ein Gericht prüfen, ob die Verpflichtungen (Leistung-Gegenleistung) in angemessenem Verhältnis stehen.

3. Eine Einschätzung ist daher im Rahmen dieses Portals kaum oder nur sehr schwierig möglich, da zuviele Vertragsumstände hierbei eine Rolle spielen. Ich hoffe ich konnte Ihnen aber eine gewisse Tendenz aufzeigen. Ich rate Ihnen, die Freistellungserklärung von einem Rechtsanwalt genau prüfen zu lassen, um zukünftige Probleme zu vermeiden. Bei einem seriösen und qualifizierten Anwalt müssen Sie wegen der hohen rechtlichen Risiken im Internet sowie Ihres gewerblichen Hintergrundes dabei mit durchaus über 1.000 € rechnen. Auch für den konkreten Streitfall würde ich Ihnen die Mandatierung eines Anwalts anraten (schon um möglichst einen Präzedenzfall zu verhindern).

Soweit aus dem Bereich www.frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich persönlich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen

Schneider
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER