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Mandatsentzug - RA-Kosten oder Schadenersatzansprüche?


| 10.02.2006 21:05 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Sehr geehrte Rechtanwältinnen und Rechtanwälte,

ich wäre sehr erfreut eine Antwort auf meine Fragen zu erhalten.

Im Sept. 2004 hatte ich einen Wasserschaden in meiner Eigentumswohnung. Die Gebäudeversicherung wurde informiert und schickte zur Schadensaufnahme einen Gutachter vorbei. Unabhängig von der Versicherung beauftragte ich zur Beweissicherung einen anderen vor Gericht zugelassenen Gutachter.

Mein Gutachter erklärte mir einen Sachschaden von rund 16.000 Euro. Der Gutachter der Versicherung meinte, es wäre nur ein Schaden von 8.000 Euro. Die Gebäudeversicherung zahlte im Dez. 2004 lediglich 7.000 Euro (Rest wurde angeblich einbehalten für die Trocknungsfirma).

Im Dez. 2004 suchte ich diesbezüglich einen RA auf, der sowohl eine Deckungszusage bei der RS-Versicherung einholen sollte, als auch den Differnzbetrag von 9.000 Euro einklagen sollte. Sämtliche Unterlagen hierzu erhielt der RA im Jan. 2005, die beiden verschiedenen Gutachten, vorherigen Schriftverkehr zwischen mir und Versicherung, sowie meinem Gutachter usw.

Soweit ich weiss, wird bei strittigen Gutachten ein dritter Gutachter hinzugezogen, aus dem Grund habe ich nichts in meiner Wohnung weiter machen lassen, um die Beweise nicht zu vernichten. Auch hiervon hatte ich den RA informiert.

Seit dieser Zeit lebe ich also in einer zum Teil (Flur und 2 Zimmern) unrenovierten Wohnung, ohne Bodenbelag mit Löcher im Estrich (durch die Trocknung), ohne Tapeten und mehr oder weniger aus Kisten und Kartons. Da ja zwei Räume nicht im vollen Umfang nutzbar sind. Wie schon erwähnt, der RA wusste davon!

Nun zu dem RA, obwohl ich ihn sowohl telefonisch, als auch schriftlich aufgefordert habe hier etwas zu unternehmen, wurde nichts dergleichen getan. Es wurden lediglich die Schriftstücke abgeheftet. Es wurde weder Schriftverkehr geführt, der mit dem Schaden in Zusammenhang steht, noch telefonisch irgendetwas geordert. Ein Anruf in den vergangenen Tagen bei meiner RS-Versicherung ergab, dass er noch nicht einmal eine Deckungszusage eingeholt hat. Daraufhin zog ich dieses Mandat (zwei weitere in anderen Fällen laufen noch bei ihm) zurück, mit der Auflage sämtliche Unterlagen hierzu auszuhändigen.

1. Kann der RA trotz der Untätigkeit für das Sammeln der Unterlagen überhaupt irgendwelche Kosten berechnen? Wenn ja, welche auf welche BRAGO-Paragrafen könnte er sich berufen und wie hoch wäre hier der Satz?

2. Weil ich auf Grund der Verzögerung des RA meine Wohnung immer noch nicht im vollen Umfang nutzen kann, wäre ich zu Schadensersatzansprüche (etwas in der Art Nutzungsausfall) berechtigt?

3. Was muss ich tun, wenn die Fristsetzung zur Herausgabe der Unterlagen abgelaufen ist und ich die Unterlagen nicht erhalte?

Vielen Dank.

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese beantworte ich auf Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung gerne wie folgt:

1.
Zunächst einmal dürfte bereits das RVG Geltung beanspruchen, also nicht mehr die BRAGO. Aber in der Sache selbst: Hat der Kollege, wie ich mit Ihrem Bericht vermuten muss, gar keine Tätigkeit nach aussen entfaltet und dies auch entgegen Ihrer ausdrücklichen Anweisung unterlassen, dürfte eine Vergütungsanspruch nach dem RVG schwer zu begründen sein.

Bestenfalls kommt wegen der Besprechung im Dezember 2004 eine Beratungsgebühr in Betracht (Nr. 2100, 2101 RVG), die jedoch im Falle einer Erstberatung max. 190,00 Euro betragen darf (Nr.2102).

2.
Im Gegensatz zu Ihrer ersten Frage ist die zweite nicht leicht zu beantworten. Denn ich kann „aus der Ferne“ und auf Grundlage Ihres Berichts nicht sicher vermuten, ob die teilweise Nichtnutzung der Wohnung geboten war; insbesondere, ob sie erforderlich war, Ihre Rechte wahrzunehmen. Ohne direkte Einsicht in die streitgegenständlichen Unterlagen, aber auch die streitigen Räumlichkeiten ist mir eine sichere Antwort, insbesondere hinsichtlich der Berechtigung von Nutzungsausfall auf Ihre zweite Frage nicht möglich.

Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass per se ein dritter Gutachter nicht zwingend nötig war. Deswegen bin ich hier eher skeptisch.

3.
Hier kann ich Ihnen nur raten, nach erfolgreichem Fristablauf einen Kollegen vor Ort einzuschalten. Denn auf Grundlage Ihres Berichts ist das Verhalten des vormals von Ihnen Beauftragten in der Tat nicht nachvollziehbar.

Für eine Frage zum Verständnis der Antwort stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen!


Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf


Nachfrage vom Fragesteller 10.02.2006 | 21:57

Sehr geehrter Herr RA Schimpf,

offensichtlich habe ich mich nicht ganz klar ausgedrückt

"Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass per se ein dritter Gutachter nicht zwingend nötig war. Deswegen bin ich hier eher skeptisch."

Ein dritter Gutachter wurde noch nicht eingeschaltet.
Nachdem ich anfänglich mit der Versicherung im Schriftverkehr stand und versuchte eine gütliche Einigung zu erreichen, wurde in diesen Antwortschreiben explizit darauf hin gewiesen, dass die Versicherung auf jeden Fall einen dritten Gutachter durch das Gericht bestimmen lassen will. O-Ton: "Welches ja mit zusätzlichen Kosten für mich verbunden wäre..." Alles läuft darauf hinaus, dass der Streifall also wesentlich länger dauern wird.

D.h. aber sobald ich meine Wohnung in den ursprünglichen Zustand wieder herstellen liesse, kann der dritte Gutachter weder die Löcher, noch den Schimmel am Putz, noch den Wasserverlauf (Wasserstreifen an den Wänden) erkennen und müsste sich auf die beiden geschriebenen Gutachten verlassen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.02.2006 | 22:09

Sehr geehrte Frau P.,

danke für Ihre Nachfrage. Diese möchte ich wie folgt beantworten:

Nein, Sie haben sich schon hinreichend deutlich ausgedrückt und ich Sie richtig verstanden. Der dritte Gutachter ist nicht per se notwendig, um die Differenzen zwischen den ersten beiden auszuräumen. Ich sehe aber jetzt meine Formulierung „nicht zwingend notwendig war“. Also besser: „…. nicht zwingend notwendig ist.“

Die von Ihnen zitierte Forderung der Versicherung halte ich angesichts der Zeitabläufe für unvertretbar. Eine Möglichkeit, in der Sache voranzukommen wäre, den von Ihnen extern beauftragten Gutachter noch einmal kurz einzuschalten und dann die Wohnung wieder herzurichten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass für ein wohl nötiges Zivilrechtsverfahren der „Alt-Zustand“ der Wohnung jahrelang aufrecht erhalten werden muss.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüssen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -


ra.schimpf@gmx.de

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