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Schadenersatzansprüche der Gegnerischen Versicherung

| 29.11.2015 18:09 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Es geht um Haftungsfragen gem. § 823 Absatz 2 BGB in einem Versicherungsschadensfall.

Hallo Anwaltsteam,

Person C lässt das Smartphone von Person A fallen.Person B ist Zeuge.Person C schildert den Fall ihrer Haftpflichtversicherung mit Wahrheitsgemäßer Ausssage von Person B.
Daraufhin erfolgt die Schadensermittlung der Versicherung von Person C,Wodurch in erster Linie ein Kostenvoranschlag von Person A angefordert wurde.Kosten 30,- eur.
Nach weiteren Wochen erfolgte ein Schreiben der Versicherung mit der bitte das Gerät an ein Sachverständigenbüro zu schicken.Nach dessen begutachtung folgte folgender Schluss:
Dieser Schaden kann so nicht gewesen sein,Ursache war eine Druckbelastung.
Person B(Zeuge) schilderte bereits den Hergang wahrheitsgemäss.
Jetzt seitens der Versicherung des Gegners forderung der Schadensgutachtung i.H.v. 60,89€
Als grund für den Schadenersatzanspruch der Versicherung gibt diese folgenden §823 Abs.2 BGB an.

1) Kann die Versicherung so vorgehen?
2) Muss Person A die Gutachtenkosten der Versicherung ersetzen?
3) Muss die Versicherungen von Person C die Kosten für den Kostenvoranschlag von Person A erstatten?

Vielen dank für die Antworten

Sehr geehrte Fragesteller,

1) Kann die Versicherung so vorgehen?

Antwort:

Sie kann so vorgehen, wenn sie den Verdacht hat – und später auch beweisen kann – dass sich der Schadensfall so nicht ereignet hat, wie das C (VN) ihrer Versicherung geschildert hat. Sie geht dann nämlich von der Verletzung eines Schutzgesetzes (schlimmstenfalls von einem versuchten Betrug nach § 263 StGB zu ihrem Nachteil) aus
.
2) Muss Person A die Gutachtenkosten der Versicherung ersetzen?

Antwort:

Sollte die Versicherung die Verletzung des Schutzgesetzes beweisen können oder sollte ein künftiges Ermittlungs- oder Strafverfahren etwa anhand eines Sachverständigengutachtens zu einem entsprechenden Ergebnis kommen:
Ja, wenn A an der Tat (Schutzgesetz) der Person C beteiligt war. Anderenfalls natürlich nicht.


3) Muss die Versicherungen von Person C die Kosten für den Kostenvoranschlag von Person A erstatten?

Antwort: Nein, wie oben Frage 2. Bei Nichtbeteiligung: Ja.


Diese Sachlage gilt aus Sicht der Versicherung, die das so auch darlegen und beweisen muss.


Da Sie aber schreiben , dass C die Sache wahrheitsgemäß der Versicherung gemeldet hat und B dafür Zeuge ist, sind die Aussichten gut, dass die Versicherung mit ihren Ansprüchen nicht obsiegt.


Es sei denn, unwiderlegbare Sachbeweise untermauert durch ein Sachverständigengutachten würden vom Gericht höher gewertet, als die Zeugenaussagen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
W. Burgmer
- Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.11.2015 | 19:27

Ok vielen dank für die Antworten.

Also Person A(Tochter) und C(Mutter),B Freund der Tochter(C)
Person C wollte das Smartphone Person A nach draußen vor die Tür tragen wo Person A wartete und Person B sah dann den Schadenshergang wie Person C beim schliessen der Haustür versehentlich das Smartphone fallen ließ.

Können sie mir denn ein Rat geben? Was wäre für mich das Kostengünstigste? Sollte ich die 60,89€ bezahlen,da der Neuwert des Smartphones bei 189,-€ liegt?
Ich persöhnlich denke eher dass es sich bei dem Neubeschaffungswert nicht lohnt(aus Kostengründen), da gegen jetzt vorzugehen.

Vielen dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2015 | 21:06

Gerne zu Ihrer Nachfrage:

wenn Sie tatsächlich im Recht sind, müssen Sie sich, auch aus Kostengründen, nicht auf die Forderung der Versicherung einlassen.

Bestreiten Sie die Ansprüche und fordern Sie die Versicherung auf, die Ansprüche dem Grunde und der Höhe nach zu spezifizieren und zu beweisen. Sofern der Sachverständige wegen Fehlens oder atypischer Formspuren an dem Smartphone von einem abweichenden Geschehen ausgeht, ist das zunächst einmal nur ein Beweis des ersten Anscheins, den Sie anhand Ihrer Zeugen widerlegen können. Das sollten Sie der Versicherung zu bedenken geben.

Viel Erfolg wünscht
Ihr
W. Burgmer
- Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.11.2015 | 21:41

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