Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadensregulierer meiner Versicherung gleich der der gegnerischen Versicherung

| 09.02.2017 10:38 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Sehr geehrte Damen und Herren,

im konkreten Fall habe ich einen Baumangel mit Folgeschaden (Feuchteschaden im Keller) bei meinem Neubau EFH.
Da nun zunächst aufgrund der Anzeichen der Feuche nicht klar war, ob es ein Baumangel oder ein Wohngebäudeschaden war, meldete ich sicherheitshalber die Angelegenheit auch meiner Wohngebäudeversicherung (WGV).
Diese schaltete eine Schadensregulierungs-Firma "Firma X", welche mich unter Nennung der Schadensnummer meiner WGV an einem Ortstermin zur Angelegenheit befragte, und Lichtbildaufnahmen machte.

Jedoch wurde bei weitere Ursachenforschung klar, dass es sich um einen Baumangel handelte, und somit der entsprechende Handwerker für den Mangel und den Folgeschaden haften musste. Dies hatte ich diesem dann auch angezeigt.

Nach einiger Zeit kontaktierte mich nun die "Firma X" als Schadenregulirers, im Auftrag der Haftpflichtversicherung des verantwortlichen Handwerker.

Dabei benutzte nun diese "Firma X" die im Ortstermin erhaltenen Informationen und Lichtbilder gegen mich (Vorwurf der Verletzung der Schadensminderungspflicht), und will nun mit dieser Begründung nicht alle Aufwände zur Beseitigung des Mangels und Folgeschadens übernehmen (sprich Kosten drücken).

Frage: Ist es rechtlich zulässig, dass die Firma X Informationen, welche sie im Auftrag meiner WGV erhalten hat, nun gegen mich zur Durchsetzung der Hapftpflichtversicherung der Gegenseite verwendet?

MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu meinem Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass einer Verwertung der Erkenntnisse aus der ersten Begutachtung nichts entgegensteht.

Etwas anderes könnte nur dann gelten, wenn eine vertraglich vereinbarte Verschwiegenheitspflicht besteht. Hiervon gehe ich jedoch zunächst nicht aus. Sie müssen auch beachten, dass nicht Sie sondern Ihre Versicherung Vertragspartner der Firma X sind.

Des Weiteren könnte ein Verstoß gegen vertragliche Pflichten bestehen, wenn die Firma X keine Rechte an dem vorherigen Gutachten hätte. Dies könnte der Fall sein, wenn diese auf den Gebäudeversicherer übergegangen wären. Auch hierfür bieten sich keine Anhaltspunkte.

Zuletzt könnte eine Verwertung Ihrer Angaben im ersten Gutachten einen Verstoß gegen Treu und Glauben (Paragraph 242 BGB) darstellen. Hierbei ist aber widerrum zu beachten, dass Sie nicht Vertragspartner der Firma sind und das nur zwischen diesen oben genannter Grundsatz von Treu und Glauben Bedeutung hat.

Des weiteren stellt sich die Frage, ob Ihnen überhaupt ein rechtlicher Nachteil entstanden ist. Dies lässt sich von mir nicht ohne weitere Angaben zum Sachverhalt klären. Problematisch ist jedenfalls, dass die Gegenseite für die Verletzung einer Schadenminderungspflicht Darlegungen- und beweispflichtig gewesen wäre. Daher können objektiv nicht feststellbare, von Ihnen gegebene Informationen durchaus einen Nachteil darstellen. Andererseits sind Sie verpflichtet, den Schaden nachzuweisen. In diesem Sinne erhobene Feststellungen, die gleichzeitig Tatsachen enthielten, die eine Verletzung der Schadenminderungspflicht begründen, wirken sich faktisch nicht nachteilig aus.

Letztlich werden Sie daher nichts gegen die weitere Verwertung der zuvor gewonnenen Erkenntnisse unternehmen können.

Dennoch können Sie Ihren Versicherer anschreiben und über die genannten Umstände informieren. Gegebenenfalls kann dieser einer Zweitverwertung widersprechen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.02.2017 | 10:05

Sehr geehrter Herr Meyer,

vielen Dank für Ihre sehr ausführliche Antwort. Zu dem Aspekt ob mir ein rechtlicher Nachteil entstanden ist, möchte ich Ihnen folgende Information geben:

Die Firma X hatte uns bei Erstkontakt in Vertretung unserer WGV telefonisch ohne eine Begutachtung und genauer Kenntnis des Schadensbildes aufgefordert, zur Schadensminderung schon mal eine Maßnahme Ya (Trocknung) von der Firma Z durchzuführen zu lassen. Daraufhin hatten wir die Firma Z zur Begehung und Angebotserstellung zum Ortstermin bestellt. Die Firma Z hat im Ortstermin ausgesagt, das aufgrund des Schadensbildes KEINE akute Dringlichkeit zur Durchführung der Maßnahme Ya besteht . Dies alles war vor dem Ortstermin mit Fa. X.

Weiterhin hatten wir, da inzwischen der Verdacht bestand, dass es sich um einen Hapftpflichtschaden des verantwortlichen Handwerkers handelt, einen öffentl. bestellten Gutachter zusammen mit dem Handwerker bestellt. Dieser Termin war ebenfalls kurz vor dem Ortstermin mit der Fa. X.

Nun schließlich im Ortstermin mit der Fa. X in Vertretung meiner WGV hat die Fa. X die Schadensminderungspflicht erwähnt, und das zweite Mal aufgefordert, sicherheitshalber schon mal eine Maßnahme Ya (Trocknung) zu treffen. Jedoch haben wir diese Aufforderung einige Wochen aufgeschoben bis das Fachgutachten öffentl. bestellten Gutachters vorlag, und dann aufgrund diesem Fachgutachten eine an die Schadensituation zugeschnittene Maßnahme Yb (Trocknung mit Desinfektion) eingeleitet.

Nun wirft die Fa. X - inzwischen im Auftrag der HP-Versicherung der Gegenseite - uns eine Verletzung der Schadensminderungspflicht vor, mit Verweis auf ihre vorherige Kommunikation mit uns.

Darf sie das?

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.02.2017 | 19:08

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage. Leider ist dies erst jetzt möglich. Die Verzögerung bitte ich zu entschuldigen.

Ein sittenwidriges Ausnutzen der im ersten Termin erworbenen Kenntnisse vermag ich (leider) nicht zu erkennen. Ich halte es jedoch auch nicht für ausgeschlossen, dass ein Gericht eine Geheimhaltungspflicht als gegeben ansieht.

Zwar unterfällt die durchgeführte Begutachtung keinem Bereich, der typischerweise von hoher Diskretion geprägt ist (wie etwa bei Detektivverträgen und Bankgeschäften). Allerdings haben Gerichte eine Geheimhaltungspflicht durchaus in den Fällen angenommen, wenn ein hoher wirtschaftlicher Schaden droht. Letzteres könnte für Sie sprechen. Das Beispiel zeigt, dass ein vertragswidriges Verhalten nicht ausgeschlossen werden kann.

Allerdings gilt: Selbst wenn ein Verstoß gegen die Geheimhaltungspflicht vorläge, müssten Sie nachweisen, dass Ihnen hierdurch ein Schaden entstanden ist. Voraussetzung hierfür wäre jedenfalls, dass Ihnen durch die Feststellung der Firma X ein tatsächlicher Nachteil entstanden ist. Dies erscheint fraglich. Denn die Frage, ob Sie eine Trocknung hätten durchführen müssen, ist unabhängig von der konkreten Aufforderung durch die Firma X.

Es wird also letztlich geklärt werden müssen, ob eine frühere Trocknung hätte erfolgen müssen. Hierfür ist der bauausführende Handwerker beweispflichtig.

Gelingt ihm dieser Nachweis, müsste in einem zweiten Schritt überprüft werden, ob sich die Verletzung einer möglichen Geheimhaltungspflicht Ihre Rechtsposition verschlechtert hat. In diesem Falle könnten Sie ggf. Schadensersatz von der Firma X verlangen. Jedenfalls dann, wenn eine Rechtsschutzversicherung besteht, sollten Sie eine (notfalls) gerichtliche von Ihnen in Erwägung gezogen werden.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage ausreichend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der weiteren Geltendmachung Ihrer Ansprüche. Sollten Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie mich selbstverständlich gerne kontaktieren.




Mit freundlichen Grüßen,


A. Meyer

Bewertung des Fragestellers 16.02.2017 | 21:39

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ursprüngliche Frage sehr gut beantwortet.

Nachfrage leicht verspätet (wegen Wochenende), aber sehr ausführlich."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 16.02.2017 4,8/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70110 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführliche und verständliche Antworten auf die Fragen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke für die schnelle Antwort, war beim Gericht und werde nun mit einem Anwalt weiter machen. Vielen Dank für den Tipp. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle, kompetente Beantwortung meines Anliegens. Sehr gut. ...
FRAGESTELLER