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Maklerprovision trotz dessen der Käufer selbst gefunden wurde?


14.07.2006 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

zu unserem Wohnhaus gehört nur das Grundstück auf dem das Haus steht, mit anderen Worten, es ist nicht mal ein Saum von 1 m um das Haus herum. In 2003 machte unser Nachbar zusammen mit seinem Sohn meiner Mutter ein Kaufangebot zum Kauf Ihres Wohnhauses vor Zeugen, das nicht akzeptabel war. Dieser Nachbar versuchte mehrfach Druck auszuüben, als meine Mutter aus dem Haus auszog und stellte klar, daß ein neuer Käufer nicht auf seinem Grundstück parken dürfe und nach einem Kauf die Kanalisation, die bisher über sein Grundstück verläuft, umgeleitet werden müsse.

In 2003 beauftragten meine Mutter und meine Schwester einen Makler, den wir darüber in Kenntnis setzten, daß die Kanalisation vom Käufer geändert werden muß. Alle potentiellen Käufer verloren das Interesse an dem alten Haus, sobald sie von dem Nachbarn erfuhren...
Von anderer Seite hatte ich erfahren, daß unser Nachbarsohn an einem Hauskauf interessiert sei. Wegen der Absagen potentieller Käufer riet mir der Makler telefonisch, doch an den Nachbarn zu verkaufen und bot sich an, mit dem Nachbarn darüber zu sprechen, (er würde heute ohnehin in seinem Büro wegen einer anderen Sache erscheinen). Ich erklärte dem Makler, daß ich mit dem Nachbarn selbst in Verbindung treten würde und seine Hilfe nicht bräuchte, weil ich wüsste, daß der Nachbar kaufinteressiert sei. Meine Mutter hatte Ihr Haus in der Zwischenzeit an meine Schwester und mich überschrieben. Ich rief mehrfach bei dem Nachbarn an und erfuhr über dessen Gattin, daß der "alte" das Anwesen an seinen Sohn weitergegeben hätte. Nach einem Brief von mir, in dem ich ihm ein Ultimatum gesetzt hatte ("melde Dich bis Ende März, wenn Du an einem Kauf interessiert bist"), reif mich der Nachbarssohn an und wir wurden telefonisch handelseinig. Ich plazierte gleichzeitig auch mehrere Inserate in der Zeitung, aber alle Interessenten nahmen Abstand, sobald sie vom Nachbarn hörten.

Der Nachbar ließ allerdings am Tag des Notarstermin in den Vertrag eintragen, daß Maklerkosten vom Verkäufer zu tragen sind. Vermutlich hatte der Nachbar Ich maß dem nicht allzuviel Bedeutung bei. Schliesslich wusste der Nachbar, daß wir parallel einen Käufer über Makler gesucht hatten.

Nun nach dem Verkauf erhielt meine Schwester eine Rechnung über fällige 3,48 % der Verkaufssumme an Maklerprovision vom Sohn des Maklers (der Senior liegt im Krankenhaus). Daraufhin schrieb ich dem Makler einen Brief, in dem ich ihn über seinen Irrtum aufklärte und die Abmachung mit seinem Vater darlegte. Heute bekam ich eine Rechnung über eine Maklerprovison in der selben Höhe vom Käufer zugestellt mit der Bitte, diese Rechnung wie im Kaufvertrag vereinbart zu übernehmen.

Ich rief daraufhin beim Käufer (also dem Nachbarssohn) an und erhielt von dessen Frau die Aussage, daß der Kauf nur über den Makler zustandegekommen sei; sie aber zuerst mit ihrem Mann reden müsse.

Der Makler hat nie einen Kontakt zum Käufer vermittelt! Ich habe aber erfahren, daß der Maklersohn mit dem Nachbarsohn befreundet ist.

Ich werde heute Abend also mit dem Käufer telefonieren, glaube aber, daß es bei der Aussage seiner Frau bleiben wird.

Soll ich also im nächsten Schritt ein Schreiben von einem Anwalt an den Makler verfassen lassen, in dem - ohne das Wort Betrug zu nennen- auf strafrechtliche Folgen hingewiesen wird oder was raten Sie mir.

Mit freundlichen Grüssen

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Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich erhält der Makler seine Provision, wenn der Vertrag aufgund der Maklerleistung zustandegekommen ist. Dazwischen muß ein Kausalzusammenhang bestehen. Selbstverständlich ist dabei dann auch, daß der Makler seinen Lohn nicht verdient, wenn er Vertragsabschlussmöglichkeiten anbietet, die dem Auftraggeber schon
bekannt waren.
Wie sie schreiben, haben Sie selbst ("von anderer Seite") davon erfahren, daß der Nachbarssohn am Hauskauf interessiert war. Am Anfang Ihrer Frage schreiben Sie, bereits 2003 habe der Nachbar "zusammen mit seinem Sohn" ein unakzeptables Angebot unterbreitet. Ich gehe davon aus, es handelt sich hier um denselben Sohn, an den Sie später verkauft haben. Damit wäre Ihnen der spätere Vertragspartner längst bekannt gewesen, so daß die Maklerprovision nicht zu zahlen wäre. In Maklerverträgen werden häufig Klauseln vereinbart, die den Auftraggeber enger an den Makler binden; die Freiheit des Auftraggebers, selbst einen Vertrag abzuschließen, wie Sie es gemacht haben, kann ihm aber nicht genommen werden. Die Klausel in dem Notarvertrag läuft dann
ins Leere, wenn keine Maklerkosten entstanden sind, die zu vergüten wären.

Der Makler, der seine Provision geltend macht, trägt die Beweislast dafür, daß sein Anpruch entstanden ist. Er muß also darlegen, inwieweit der bereits angesprochene Kausalzusammenhang zwischen seiner Leistung und dem Vertragsabschluss besteht.
Demgegenüber können Sie vortragen, aus welchen Gründen dieser Anspruch nicht zustandegekommen ist. Sollte es hier letztendlich zu einem Zivilprozeß kommen (wenn der Makler Sie zur Zahlung des Maklerlohns verklagen sollte), ist es letztlich eine Beweisfrage, welcher Darstellung ein Richter sich anschließen würde.

Deshalb ist es sinnvoll, daß Sie z.B. überlegen, wer bezeugen kann, daß der Sohn als Käufer Ihnen längst bekannt war (woher, von wem z.B. haben Sie erfahren, daß er kaufinteressiert ist, wer war beim ersten Angebot mit dessen Vater dabei, wem haben Sie davon erzählt, wem haben Sie vom Gespräch mit dem Makler erzählt,
etc, etc).

Ratsam ist es in jedem Fall, hier einen Anwalt einzuschalten, der
eventuell jetzt schon einen Schriftsatz an den Makler verfaßt, ansonsten erhalten Sie wahrscheinlich irgendwann eine Klage, die sich vielleicht vermeiden lässt.
Was die Andeutungen von strafrechtlichen Konsequenzen angeht, so ist dabei Vorsicht geboten. Ich würde darauf nur verweisen, wenn Sie wirklich etwas Handfestes haben und die Chance besteht, daß sich die Angelegenheit damit auch erledigt.

Wenn Sie heute abend mit dem Käufer telefonieren, können Sie - je nachdem, wer Ihnen als Zeuge eingefallen ist - ja auf mögliche Zeugen verweisen, auf die bisherige Entwicklung des Geschäfts seit 2003 verweisen und beispielsweise auch anklingen lassen, daß es nach den ganzen Kontakten doch sehr unwahrscheinlich und dementspechend auch unglaubwürdig sei, das Geschäft sei nur über den Makler zustandegekommen. Die Möglichkeit, daß dieses Gespräch einen Sinneswandel bewirkt, ist nicht ausgeschlossen.
Ansonsten empfehle ich Ihnen, die Hilfe einer Kollegin/eines Kollegen in Anspruch zu nehmen.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Hensdiek
Rechtsanwalt
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