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Inkasso - Ratenzahlung nicht eingehalten - Mahnbescheid


02.09.2009 10:13 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen



Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe bei einem Versandhaus Waren bestellt und diese aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht bezahlt. Nach drei Zahlungserinnerungen wurde das Inkasso-Büro mit der Eintreibung der Forderung beauftragt. Mit dem zuständigen Inkasso-Büro habe ich eine Ratenzahlungsvereinbarung in Höhe von 200 € monatlich getroffen (die Gesamtsumme beläuft sich momentan auf 900 €).

Aufgrund einer Verschlechterung meiner finanziellen Situation habe ich zwar 2 Monatsraten beim Inkasso-Büro fristgemäß bezahlt; dann war die Rate i.H.v. 200 € zu hoch für mich, ich konnte sie nicht bezahlen und habe schriftlich beim Inkasso-Büro angefragt, ob ich die Rate mindern/später bezahlen kann. Leider habe ich keine Antwort erhalten und habe den Vorgang auch bedauerlicherweise "vergessen", bzw. verdrängt.

Nach 3 Wochen ohne Antwort habe ich per Email eine Anfrage an das Inkasso-Büro gestellt, meine schlechte finanzielle Situation erklärt und um Stundung/Minderung der Ratenzahlungsbeträge gebeten. Ich bekam eine Antwort mit dem Inhalt, dass ich nun schon 2x meine Ratenzahlungsverpflichtung nicht eingehalten habe, eine weitere Regelung nicht möglich ist und ein Mahnbescheid beantragt ist.

Dieser Mahnbescheid wurde mir gestern zugestellt. Ich muss nun in den nächsten Tagen 900 € komplett überweisen, was mir nicht möglich ist.

Gibt es noch irgend welche Möglichkeiten für mich, dass ich das Inkassobüro irgendwie dazu bekomme, doch eine Ratenzahlung anzunehmen da bei mir momentan wirklich kein Geld vorhanden ist, auch wenn diese sich weigern? Kann ich mich auf irgend etwas berufen, bzw. mit irgend etwas argumentieren? Ich würde natürlich ungern einen Vollstreckungsbescheid und einen Besuch vom Gerichtsvollzieher bekommen, auch im Hinblick auf meine berufliche Zukunft wäre die Abgabe einer eidesstaatlichen Versicherung mehr als hinderlich. Ich weiß, dass ich damals Mist gebaut habe, doch ist mir jetzt sehr an einer Lösung gelegen.

Vielen Dank im Voraus.

Guten Tag!

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

Leider sind keine Gründe ersichtlich, die gegen die Forderung vorgebracht werden könnten.

Es bleibt einzig noch die Möglichkeit, die Sache dadurch zu verzögern, dass Sie gegen den Mahnbescheid Widerspruch einlegen. Die Gegenseite müsste dann ein streitiges Verfahren beantragen, wodurch mehrere Monate ins Land gehen können. Sollte sich die Forderung dann jedoch als berechtigt herausstellen, haben Sie weitere nicht unerhebliche Kosten zu tragen.

Es besteht auch nach Erlass des Vollstreckungsbescheides noch die Möglichkeit, eine Ratenzahlungsvereinbarung mit der Gegenseite zu schließen. Möglicherweise wollte das Inkassobüro die Forderung nur sichern und lässt sich nachträglich noch auf Ratenzahlung ein. Dies ist häufig für den Gläubiger attraktiver als die Zwangsvollstreckung.

Ebenso können Sie Ratenzahlung mit dem Gerichtsvollzieher vereinbaren. Dieser wird Sie wahrscheinlich nicht sofort besuchen, sondern zunächst anschreiben. Wenn Sie den Betrag in sechs monatlichen Raten begleichen können, müssen Sie keine eidesstattliche Versicherung abgeben. Bis zur Zwangsvollstreckung werden wahrscheinlich noch mehrere Wochen vergehen.

Sie sollten den Mahnbescheid unbedingt dahingehend überprüfen (lassen), ob alle geltend gemachten Kosten berechtigt sind. Häufig berechnen Inkassobüros überzogene Gebühren. Sie können sich diesbezüglich gerne mit meiner Kanzlei in Verbindung setzen.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Biernacki
Rechtsanwalt


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