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Hausrat, Wasserschaden, Gutachten, Bodenbelag

| 19.07.2009 12:04 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Am 11.05.2009 hatte ich einen Leitungswasserschaden in meiner Wohnung, betroffen war auch im größeren Rahmen die Wohnung unter mir, ich wohne im ersten Stock.
Die Haftpflichtversicherung bestellte für den nächsten Tag einen Gutachter der den Schaden, auch für meine Hausratversicherung aufgenommen hat, dass war auch alles soweit OK.
Meine Freundin "Thailänderin und nicht 100% perfekt in der deutschen Sprache“,
Sie wurde gefragt ob die Auslegware schon in der Wohnung war als sie eingezogen ist! Einzug 2002. Das hat sie mit“ Ja“ beantwortet.
Sie wurde nicht gefragt ob die Auslegware ihr Eigentum ist.
Denn sie hatte den Bodenbelag vom Vormieter übernommen.
Leider hat sie von sich aus, dass auch nicht gesagt.
So wurde der Bodenbelag nicht mit in das Gutachten für die Hausratversicherung aufgenommen!

Am folgenden Tag kam der Gutachter von der Gebäudeversicherung, und nahm den Bodebelag in sein Gutachten mit auf, ohne auch nur eine Frage zustellen, er hatte wohl schon Kontakt mit dem Gutachter von der Haftpflichtversicherung/ Hauratversicherung über den Ing. von der Gebäudesanierung aufgenommen. „Das ist meine Vermutung“

Drei Wochen später am 05.06.2009 bemerkte ich den Fehler und wollte ihn berichtigen, aber keiner wollte mit mir darüber reden.

Der Bodenbelag wird nun der Grundstücksverwaltung von der Gebäudeversicherung auf ihr Konto gutgeschrieben, die wiederum meine Haftpflichtversicherung in Regress nimmt.

Hätte ich keine Haftpflichtvers. müsste ich meinen eigenen in meinem Besitz befinden Bodenbelag der Grundstücksverwaltung bezahlen!

Die Grundstücksverwaltung hat mir mit geteilt, dass ich alles in meine Wohnung mit neuer Auslegware ausstatten könne, auf meine Kosten!
Nebenbei bemerkt auch die Malerarbeiten soll ich selber ausführen.

Keinen der beiden Gutachter kann ich bewegen die Gutachten zu ändern und zu berichtigen.
Auch die Versicherungen wollen nicht reden und sind nicht kooperativ.
Frage: WAS KANN ICH TUEN?

Denn ich möchte mir auch wieder gute Auslegware in meine Wohnung legen lassen.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage und das damit entgegen gebrachte Vertrauen. Vor der Beantwortung Ihrer Frage möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste, überschlägige rechtliche Einschätzung Ihres Problems bieten kann. Die eingehende anwaltliche Beratung kann und soll dadurch nicht ersetzt werden. Die Beantwortung erfolgt ausschließlich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen. Durch das Hinzufügen und Weglassen von Informationen kann sich die rechtliche Bewertung u. U. erheblich verändern.

Nun zu Ihrer Frage:
Bei der Schadensmeldung zur Haftpflicht- und Hausratversicherung ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, den Schaden unverzüglich und vollständig zu melden. Grundsätzlich haben Sie diese Pflicht wohl erfüllt, wobei es allerdings zu dem Missverständnis mit dem Bodenbelag gekommen ist. Die Versicherungen tun sich oftmals schwer, solche Fehler nachträglich zu berichtigen und verweisen u. U. sogar darauf, dass zuerst falsche Angaben gemacht wurden oder dass eine Korrektur nicht mehr möglich sei. Dies ist grundsätzlich aber nicht der Fall: Falsche Sachverhaltsangaben können korrigiert werden, gerade wenn sich dadurch die auch die Regulierungspflichten ändern können.

Wenn die Auslegware nachweislich nicht zum Eigentum der Grundstücksverwaltung gehört, darf von dort auch kein Schadensersatzanspruch geltend gemacht werden. Würde die Grundstücksverwaltung Versicherungsleistungen für eine Sache bekommen, für die sie keine Ersatzansprüche hat, wäre das rechtswidrig. Das Problem liegt aber nun darin, dass Sie nachweisen müssen, dass die Grundstücksverwaltung nicht Eigentümer der Auslegware ist und daher der den Versicherungen mitgeteilte Sachverhalt bzw. die Gutachten in diesem Punkt unrichtig sind. Ferner müssten Sie nachweisen, dass Sie an den falschen Angaben kein oder nur ein so geringes Verschulden trifft, dass Ihnen daraus keine Nachteile entstehen dürfen.

Um Ihr Eigentum an der Auslegeware nachzuweisen, müssen Sie entsprechende "handfeste" Beweise beibringen können. Von dem (erfolgreichen) Eigentumsnachweis wird alles Weitere abhängen.

Sie oder Ihre Freundin sollten sich daher darum bemühen, solche Eigentumsnachweise schnellstmöglich bei den Versicherungen vorzulegen. Dies wäre durch Vorlage der Kaufnachweise oder Quittungen möglich. Da der Bodenbelag vom Vorgänger übernommen wurde, sollten zudem auch Nachweise darüber, dass der Vorgänger auch Vor-Eigentümer war, vorgelegt werden. Auch Zeugenaussagen, die bestätigen können, dass sowohl der Vorgänger als auch Ihre Freundin Eigentümer der Auslegeware sind, könnten ggf. weiterhelfen. Gibt es weder Belege noch Zeugen, könnte darüber nachgedacht werden, eine Versicherung an Eides statt abzugeben, um Ihre Schilderungen zu den Eigentumsverhältnissen zu bekräftigen.

Des weiteren sollten Sie schriftlich noch einmal detailliert darlegen, wie es zu den falschen Angaben über das Eigentum an der Auslegeware kam und warum Ihnen der Fehler erst nach 3 Wochen aufgefallen ist. Diese Begründung ist schon deshalb besonders wichtig, um einen eventuellen Vorwurf von Obliegenheitsverletzungen in Form von Fristversäumnissen oder bewussten Falschangaben möglichst auszuräumen. Soweit nachweisbar, kann ggf. auch darauf hingewiesen werden, dass der Gutachter die Angaben falsch verstanden und aufgenommen hat.

Diese Begründungen und Unterlagen sollten Sie dann sowohl an die Haftpflichtversicherungen (Ihre private und die Gebäudeversicherung) sowie an die Hausratversicherung schicken. Auch der Grundstücksverwaltung sollten Sie eine Kopie dieses Schreibens schicken. Unter Umständen wäre gegenüber der Grundstücksverwaltung auch der Hinweis auf eine evtl. Strafbarkeit ihres Handelns (Betrug) sinnvoll. Darüber hinaus sollte die Grundstücksverwaltung an ihre Wahrheits- und Schadensminderungspflicht erinnert werden.

Soweit Ihre Versicherung nach Ihren Angaben in Regress genommen werden soll, wird Ihrer Haftpflichtversicherung daran gelegen sein, nur für die Schäden einzutreten, für die tatsächlich eine Einstandspflicht besteht. Für den Bodenbelag würde daher Ihre Haftpflichtversicherung die Regressforderung ablehnen, wenn die Grundstücksverwaltung nachweisbar zu Unrecht Ersatz-/Regressansprüche stellt. Stellt Ihre Haftpflichtversicherung fest, dass kein Regressgrund gegeben ist, wird sie sich wahrscheinlich selbst mit der gegnerischen Versicherung auseinandersetzen, so dass Sie dann nichts mehr aus eigener Kraft unternehmen müssten, um die Forderungen der Gegenseite abzuwehren.

Ihre Hausrat- und Haftpflichtversicherung sollte nach Erhalt Ihres Schreibens die jeweilige Einstandspflicht erneut prüfen und ggf. eine neue Entscheidung treffen. Waren Ihre Angaben glaubhaft und konnten Sie die notwendigen Beweise erbringen, besteht die Möglichkeit, dass die Regulierungspflichten korrigiert werden und die Auslageware Ihrem Eigentum zugerechnet wird. Dann würde die Grundstücksverwaltung dafür keine Versicherungsleistungen mehr erhalten und Ihre Hausratversicherung könnte u. U. die Regulierung übernehmen, wenn insoweit von Ihnen ein Anspruch auf Ersatz der Auslageware besteht.

Sollte auf diesem Weg keine Einigung oder Korrektur der Einstandspflichten möglich sein, bliebe noch die Möglichkeit, das zu Unrecht erhaltene Geld von der Grundstücksverwaltungverwaltung bzw. von deren Versicherung zurückzufordern. Da Ihre Versicherung ggf. zu Unrecht in Anspruch genommen wurde, hat diese den Rückforderungsanspruch, so dass die Rückzahlung dann auch direkt von Ihrer Versicherung geltend gemacht werden könnte. Diese Möglichkeit inkl. möglicher Klageverfahren müsste dann aber noch eingehender geprüft werden, so dass ich mich zunächst auf diesen allgemeinen Hinweis beschränken möchte.

Das Allerwichtigste ist aber erst einmal, dass Sie Ihr Eigentum an der Auslegeware hinreichend durch Belege u. ä. nachweisen können. Scheitert dieser Nachweis, werden Sie wahrscheinlich keine Korrektur bei den Versicherungen erreichen können..

Von dem Ergebnis des Eigentumsnachweises hängt somit letztlich auch ab, wer die Kosten für die neue Auslegware zu übernehmen hat.

Da die Versicherungen über eigene Rechtsabteilungen verfügen, wäre es zudem ratsam - quasi im Wege der Waffengleichheit - einen Kollegen oder eine Kollgin vor Ort mit der Prüfung der Beweismöglichkeiten und dem weiteren Vorgehen gegenüber den Versicherungen zu beauftragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung und Hilfe für Ihr weiteres Vorgehen geben und wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin




Nachfrage vom Fragesteller 29.07.2009 | 19:20

Hallo, es hat so weit alles funktioniert, der Gutachter hat sich fast mit dem neuen Gutachten überschlagen.
Aber da ich dem gutem Mann soviel Probleme bereitet habe, denke ich , dass er ziemlich genervt ist und so ist auch sein Gutachten ausgefallen, die Gebäudeversicherung hätte 34€ m\\2 an den Vermieter reguliert, der Gutachter hält das für viel zu viel er bietet mir 10€ m\\2 an, das wären dann 700 €.
Meine Vorstellung ist, Räumung der Wohnung von Möbel etc. u.Lagerung / 750€
Entfernung des alten Belages/ Entsorgung / 250€
Transport neuer Belag / 80€
Verlegen und Belagpreis / 1 m\\2 45€ /1548,45 €
Vor Verlegung des neuen Belags muss zwingen der Rohe unbehandelte Estrich versiegelt werden und neue Teppich leisten besorgen und anbringen. 400€
Für die Zeit ohne Möbel brauchen wir auch ein Hotel !
Gesamt : 3028,45 davon 60%
Meine Forderung ist bei erbrachter Selbstleistung / 1817,00€
Was kann ich machen um sein Gutachten nicht zu akzeptieren und meine Vorstellungen durchzusetzen.
Mit freundlichen Grüssen Uwe Witkowski

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.07.2009 | 21:49

Sehr geehrter Fragesteller,

weshalb es zwischen dem Regulierungsvorschlag der Gebäudeversicherung und dem Angebot des anderen Gutachters eine solche Differenz gibt, kann ich nicht ohne Einblick in die Gutachten sagen. Vielleicht hat der 2. Gutachter wegen des Alters des Bodenbelags einen (höheren) Abzug neu für alt vorgenommen. In aller Regel wird nämlich auch bei Teppichboden nur der Zeitwert von der Versicherung ersetzt. Das ist aber wie gesagt nur eine erste Vermutung. Ansonsten sollten Sie die Versicherung fragen, wie der Gutachter auf den Preis von 10,00 € / m2 kommt. Ggf. sollten Sie sich verschiedene Angebote aus Baumärkten oder Teppichmärkten geben lassen, um nachzuweisen, dass das Angebot inakzeptabel ist. Sofern ein Abzug neu für alt vorliegt, müssten Sie erklären und nachweisen, dass der alte Teppich vor dem Wasserschaden noch einen höheren Restwert hatte.

Betreffend die übrigen Kosten wie das Ausräumen der Wohnung, Lagerung der Möbel etc. sind diese nicht unbedingt erstattungsfähig. Ob und inwieweit diese Kosten übernommen werden, ergibt sich meist aus dem Versicherungsvertrag, in dem die konkreten Leistungen beschrieben werden. Andernfalls können Sie den zuständigen Sachbearbeiter dazu befragen. Ich darf aber darauf hinweisen, dass Sie der sogenannten Schadensminderungspflicht unterliegen, was bedeutet, dass Sie die Kosten für die Schadensbeseitigung so gering wie möglich halten sollen. Deshalb sind Hotelkosten und Lagerkosten für die Möbel nicht immer erstattungsfähig. Besteht z. B. die zumutbare Möglichkeit, die Räume nacheinander Instand zu setzen und die Möbel für diese Zeit innerhalb der Wohnung umzuräumen und in einem anderen Raum zu schlafen, hat diese Lösung Vorrang vor einer Lagerung und dem Übernachten im Hotel. Des Weiteren sind in der Regel nur die Kosten erstattungsfähgig, die der reinen Schadensbeseitigung dienen.

Natürlich gäbe es auch noch die Möglichkeit, dass Sie auf eigene Kosten noch ein Gutachten anfertigen lassen. Ob dies für Sie günstiger ausfällt, kann natürlich von hier aus nicht garantiert werden. Auch ob die Kosten für ein Privatgutachten von der Versicherung übernommen werden, ist nicht sicher. Diese Möglichkeit ist daher wegen des Kostenrisikos gut zu überlegen.

Sie sollten daher zuerst um Erklärung des Regulierungsvorschlags bitten, und zwar am besten direkt bei dem zuständigen Sachbearbeiter, der das Gutachten ja auch kennen wird. Sie sollten der Versicherung konkret mitteilen, inwieweit Sie mit den Feststellungen im Gutachten nicht einverstanden sind und weshalb. Darüber hinaus sollten Sie - soweit möglich - Kostenvoranschläge für eine Auslegware in angemessener Qualität inkl. Transport und Verlegung einholen und diese der Versicherung vorlegen, um die tatsächlich zu erwartenden Kosten für die Schadensbeseitigung nachzuweisen. Je nach Alter des Teppichs wäre bei dem Anschaffungspreis u. U. aber ein Abzug neu für alt vorzunehmen. Bei der Versicherung oder auch in den Versicherungsbedingungen können Sie erfahren, wie dieser Abschlag in der Regel berechnet wird.

Auf jeden Fall sollten Sie versuchen, die Sache einvernehmlich zu klären, bevor Sie weitere Schritte bis hin zur Klage unternehmen. Bevor Sie den Klageweg beschreiten, sollten Sie in jedem Fall anhand der vorhandenen Gutachten von einem Rechtsanwalt prüfen lassen, in welchem Umfang die von Ihnen berechneten Forderungen tatsächlich erstattungsfähig sind. Dies kann das Prozessrisiko gewaltig reduzieren.

Ich wünsche Ihnen bei den weiteren Verhandlungen mit der Versicherung noch einmal viel Glück und Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 29.07.2009 | 18:59

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