Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Grundschuld bei ehebedingter Zuwendung

| 22.07.2013 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Zusammenfassung: Bei der Übertragung eines Miteigentumsanteils haftet der neue Grundstückseigentümer als solcher nur mit dem Grundstück,nicht aber persönlich mit seinem sonstigen Vermögen. Er kann auch die Zwangsversteigerung durch Zahlung an den Kreditgeber abwenden und dann Regreß vom Schuldner verlangen.


Mein Mann besitzt ein Haus, das mit einer Grundschuld belastet ist.
Das Darlehen bei der Bank läuft nur auf meinen Mann, jedoch tilgen wir die Raten hälftig!
Da sich das mittlerweile doch ziemlich summiert, was ich in das Haus investiere (ich habe mich zudem auch an Renovierungskosten beteiligt), wollte er mir gerne über eine ehebedingte Zuwendung die Hälfte des Hauses überschreiben.
Er hatte alleine einen Beratungstermin beim Notar gehabt, daraus resultierte nun der Entwurf, den wir nächste Woche bei einem gemeinsamen Termin unterschreiben sollen.

Der Darlehensvertrag soll auf ihn weiterlaufen. Es wird nur im Notar-Vertrag festgehalten, dass ich mich an den Raten beteilige.

Was ist dann mit der Grundschuld? Geht die nun ebenfalls hälftig auf mich über? Muss ich dann auch für die Schulden mithaften? Was ist dann mit dem Geld, das ich bereits "mitgetilgt" habe? Wird das angerechnet?

Ich wollte ursprünglich eine Sicherheit für mein investiertes Geld, habe ich das in diesem Fall?

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer Erstberatung beantworten möchte:


"Was ist dann mit der Grundschuld? Geht die nun ebenfalls hälftig auf mich über?"

Praktisch gesehen ja. Dazu muss man wissen, was eine Grundschuld ist. Unter einer Grundschuld versteht man das Recht, aus einem Grundstück die Zahlung eines bestimmten Geldbetrages zu fordern. In der Praxis dient sie in aller Regel als Sicherheit für einen Kredit. Dabei haftet das Grundstück (und nicht dessen Eigentümer persönlich) als Sicherheit für die Rückzahlung des Darlehens, ganz egal wer Grundstückseigentümer ist. Bei einer (auch teilweisen) Übereignung bleibt die Grundschuld einfach unverändert bestehen.

Wenn Ihr Mann nun die Raten nicht mehr zahlen würde, dann könnte die Bank wegen der Grundschuld die Zwangsversteigerung des Hausgrundstücks betreiben. Auf diesem Wege wären auch Sie mit Ihrem hälftigen Anteil betroffen. Ihr sonstiges Vermögen wäre hingegen von einer Zwangsversteigerung nicht betroffen, d.h. die Bank hätte von Ihnen direkt nichts zu verlangen. Dies ist damit gemeint wenn man sagt dass das Grundstück für die Rückzahlung haftet, nicht hingegen der Eigentümer als solcher.

Wohlgemerkt haftet Ihr Mann schon mit seinem gesamten Vermögen für das Darlehen. Dies ist aber nur so, weil er als Darlehensnehmer Vertragspartner der Bank ist und hat mit der Grundschuld als solcher nichts zu tun.


"Muss ich dann auch für die Schulden mithaften? Was ist dann mit dem Geld, das ich bereits "mitgetilgt" habe? Wird das angerechnet?"

Für die Schulden - sprich für das Darlehen als solches - haften Sie der Bank nicht, weil Sie nicht in den Darlehensvetrag eintreten, siehe auch oben. Ihr Mann hat aber aus dem Übertragungsvertrag einen durchsetzbaren Anspruch gegen Sie auf Zahlung der hälftigen Raten.

Wenn nun die Bank aus der Grundschuld die Zwangsvollstreckung betreiben würde, dann logischerweise wegen der noch ausstehenden Kreditrestsumme. Insofern würde auch die schon mitgetilgte Summe "angerechnet".

Bei einer Zwangsversteigerung bekämen Sie auch - entsprechend Ihrem Miteigentumsanteil - den "überschiessenden" Betrag ausgezahlt, welchen die Bank für die Erfüllung der Darlehensschuld nicht zu beanspruchen hat. Dieser Wert, den Sie schon durch teilweise Tilgung erworben haben, bleibt Ihnen also. Voraussetzung ist freilich, dass das Grundstück in einer Versteigerung auch einen ausreichenden Erlös erzielen würde.

Zudem haben Sie als Grundstücks(mit)eigentümer das Recht, die ausstehende Summe zur Abwendung der Zwangsvollstreckung an die Bank zu zahlen. Im Gegenzug hätten Sie in diesem Fall einen Rückgriffsanspruch gegen Ihren Mann als Darlehensschuldner. Dieser müsste Ihnen die an die Bank vorgestreckte Summe zurückerstatten.


"Ich wollte ursprünglich eine Sicherheit für mein investiertes Geld, habe ich das in diesem Fall?"

Ja, aber mit Einschränkungen. Wie oben gesagt könnte die Bank wegen der noch ausstehenden Summe im Falle eines Falles aus der Grundschuld vorgehen. In dem Falle bliebe Ihnen der bereits getilgte Anteil erhalten und würde ausgezahlt - wenn das Haus in einer Versteigerung einen guten Erlös brächte.

Das Risiko, dass es überhaupt zur Versteigerung kommt, liegt hauptsächlich bei Ihrem Mann als Darlehensschuldner. Allerdings könnten Sie diese in jedem Fall abwenden und hätten dann einen Anspruch auf Regress gegen Ihren Mann.

Ihr verbleibendes Risiko liegt also vor allem im tatsächlichen Wert, welchen das Grundstück im Versteigerungsfalle darstellen würde. An der Stelle würde sich entscheiden wieviel der "bereits getilgte" Anteil am Haus tatsächlich wert ist.

Alles in allem verbessert sich Ihre Absicherung durch das Miteigentum aber deutlich.

Dagegen steht als zusätzliches Risiko für Sie der Anspruch Ihres Ehemannes auf Zahlung der hälftigen Rate. Ohne diesen Anspruch stünden Sie durch das Miteigentum sogar uneingeschränkt besser da.

Zudem muss der Notar UMFASSEND über den Vertragsinhalt aufklären (übrigens ohne Zusatzkosten). Nutzen Sie das unbedingt aus. Der Notar hat den Vertrag entworfen und kann am besten über den Inhalt beraten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Lars Winkler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.07.2013 | 14:19

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 22.07.2013 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69652 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kurze knappe auf den Punkt gebrachte Antwort mit Querverweis auf das Gesetz. Super und genau das, was ich auf die Schnelle wollte. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
allumfassend auf meine Fragen eingegangen und verständliche Antworten gegeben. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten trafen genau den Punkt. Es sind keine relevanten Fragen mehr offen. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER