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Freistellung incl. Kündigung


| 29.11.2007 16:54 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Hallo lieber Anwalt/Anwältin,
bin Obst-und Gemüseeinkäufer auf dem Grossmarkt Hannover und Arbeitnehmer einer GmbH, die seit Mai 2007 besteht. Die GmbH war vorher eine Inhaberfirma. Ich bin seit ca. 10 Jahren dort beschäftigt. Am heutigen morgen hatte ich eine Auseinandersetzung mit dem Geschäftsführer. Ich hatte die Nacht eine Palette Kohlrabi zu einem höheren Einkaufspreis eingekauft. Der Geschäftsführer wiederum hatte den Tag zuvor diese Palette Kohlrabi an einen guten Kunden zu einem weitaus niedrigeren Preis angeboten und verkauft. Aufgrund der sehr knappen Kohlrabimengen auf dem europäischen Markt ist der Preis weit über den Angebotspreis angestiegen. Ich musste aus wirtschaftlichen Gründen den Preis beim Kunden anpassen. In der Regel ist ein Angebot "freibleibend" unter Vorbehalt. Da ich auch keine genauen Anweisungen von dem Geschäftsführer erhalten habe wie ich mich bei solchen extremen Preisschwankungen verhalten soll, habe ich zugunsten der GmbH bzw. betriebswirtschaftlich gehandelt. Ein Wort gab das andere und ich sagte wortwörtlich "Wenn du der Meinung bist das ich nicht der richtige bin, obwohl ich seit 10 Jahren Erfahrung in der Branche habe, dann musst du mich kündigen." In eigener Sache, ich habe noch nie eine Abmahnung bekommen, bin maximal 1 Tag im Jahr krank, habe nie fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt. Darauf verließ ich das Kühlhaus und ging ins Büro. Nach 15 Minuten kam der Geschäftsführer ins Büro und sagte zu unserer Büroangestellten, sie solle ein Schreiben aufsetzen, das ich ab sofort von der Arbeit freigestellt sei (auf eigenen Wunsch) und quasi am 31.12.2007 mein Arbeitsverhältnis beendet sei. Die Kündigung. Das war heute (29.11.2007) morgen um 9Uhr. Morgen 30.11.2007 soll die Kündigung, Freistellung (wie auch immer) per Einschreiben eintreffen. Wie soll ich verfahren? Ist das rechtens? Soll ich unterschreiben? Bitte helfen sie mir, denn mir steht das Wasser bis zum Hals. Ich weiss gar nicht was ich machen soll.

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Sehr geehrter Ratsuchender,


den Empfang der Kündigung sollten Sie zwar bestätigen, mehr aber nicht. Auch wenn Ihnen weitere Schriftstücke zur Unterschrift vorgelegt werden, sollten Sie diese keinesfalls unterschreiben, ohne Sie prüfen zu lassen.

Dann sollten Sie morgen wieder zur Arbeit erscheinen und Ihre Arbeitskraft anbieten. Auch sollte das Gespräch mit dem Geschäftsführer gesucht werden, um die Angelegenheit ohne weiteres Verfahren zu regeln und das Arbeitsverhältnis dann fortzusetzen.


Denn die Kündigung st aus den von Ihnen genannten Gründen sicherlich nicht wirksam, da dieser einmalige Vorfall nicht ausreichend ist. Da hier genaue Anweisungen fehlten, ist ein Fehlverhalten, welches zur Kündigung berechtigen würde, nicht ersichtlich.


Sollte das Gespräch nicht fruchten, sollten Sie sofort einen Anwalt aufsuchen, damit dieser dann nach Prüfung aller Unterlagen dann Kündigunsschutzklage vor dem Arbeitsgericht erheben kann.

Auch müssen Sie sich dann schon beim Arbeitsamt melden.

Diese Klage MUSS innerhalb von drei Wochen, beginnend am Zugang der schriftlichen Kündigung (also vermutlich morgen) erhoben werden, wobei Sie nach Ihren Angaben gute Chancen haben werden, diesen Prozess zu gewinnen.

Allerdings möchte ich Sie darauf hinweisen, dass auch im Falle eines Obsiegens vor dem Arbeitsgericht eine Kostenerstattung nicht erfolgt, Sie also Ihre Kosten und Auslagen dann selbst tragen müssen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 29.11.2007 | 17:46

Vielen Dank für die Infos. Bei einer normalen Kündigung seitens meines Arbeitgebers, wie lang wäre die Kündigungsfrist? Ich bin seit 10 Jahren in der Firma. Die ehemalige Inhaberfirma ist seit 6 Monaten eine GmbH. Hätte das Auswirkungen auf meine Kündigungsfrist und event. Abfindung? Vielen Dank nochmal. Mit herzlichem Gruss

A.B.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2007 | 17:54

Sehr geehrter Ratsuchender,


die Kündigungsfrist läge - sofern nicht andere vertragliche Vereinabrungen bestehen - nach § 622 BGB bei vier Monaten wenn bei ZUGANG der Kündigung das Arbeitsverhältnis 10 Jahre bestanden hat; fünf Monate, wenn das Arbeitsverhältnis 12 Jahre bestanden hat.

Zeiten, die vor Vollendung des 25 Lebensjahres angefallen sind, werden dabei nicht berücksichtigt. Die Umwandlung spielt dabei keine Rolle; auch die früheren Arbeitszeiten werden dabei ebenso wie bei einer möglicherweise in Betracht kommenden Abfindung zu Ihren Gunsten berücksichtigt.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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"Vielen Dank für die rasche Antwort Herr Bohle, ich kann jetzt erstmal durchatmen und schlafen. Die grobe Richtung wird mir den richtigen Weg zeigen. Vielen Dank MfG "
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