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Fotografieren im öffentlichen Raum

| 08.05.2008 12:34 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius


Eine Frage zu meinem Recht als Fotograf im öffentlichen Raum:

Mir ist bekannt, dass ich nach § 23 KunstUrhG
# Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
machen darf.

Wo ist da die Grenze zu ziehen?
Konkret: darf ich eine Gruppe Zeugen Jehovas fotografieren, die ihr Werbematerial vor dem Eingang zur S-Bahn anbieten?
Oder einen Verkäufer, der vor seinem Laden steht?

Vielen Dank für eine dem Laien verständliche Antwort.

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen. Ich weise darauf hin, dass die Frage nur auf dieser Basis beantwortet werden kann. Weitere, nicht mitgeteilte Informationen, können eventuell zu einer anderen Antwort führen.

Leider fällt eine Antwort auf Ihre Frage nicht wirklich leicht. Das hängt damit zusammen, dass viele Aspekte in eine Fotografie hineinspielen, wie Sie sie gedenken vorzunehmen.

§ 23 Abs.1 Nr.2 KUG gestattet es, Bilder zu machen, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen. Sie können hier schon anhand der Formulierung erkennen, dass es einen Unterschied zu Nr.1 gibt. Dort wird von Bildnissen gesprochen. Ein Bild stellt eher eine Örtlichkeit dar bzw. einen Gegenstand, wohingegen ein Bildnis sich wihl auf die deutliche Darstellung eines Menschen/einer Person beziehen wird. Im Falle Ihres Verkäufers dürfte dieser also in keinem Fall der Blickfang des Bildes sein. Andernfalls wäre seine Abbildung unzulässig. Oder anders ausgedrückt, die abgebildeten Personen darf nicht der eigentliche Zweck der Aufnahme sein, vielmehr darf sie lediglich als Staffage im Bild vorhanden sein.

Was die Zeugen Jehovas anbelangt, so dürften diese wohl unter § 23 Abs.1 Nr.3 KUG fallen, sofern es sich a) um ein öffentliches Verteilen/Auftreten und b) es sich bei der Abbildung um eine Menschenmenge handelt. Einzelaufnahmen aus einer Menschenmenge sind bsw. unzulässig. Auch stellt zB eine Menschenmenge in einer U-Bahn keine wirkliche Menschenmenge dar, da diese nicht zu einem gemeinsamen Zweck als Menge auftritt (das zur Arbeit fahren ist kein gemeinsamer Zweck).

Zu beachten ist, dass alle Abbildungen unzulässig sind, sofern diese den/die Abgebildeten diskreditieren. Die menschenwürde ist daher immer zu beachten.

Sie sehen, dass eine exakte Antwort auf Ihre Frage nicht ohne weiteres möglich ist, da es doch einige Dinge zu beachten gibt.
Dennoch hoffe ich, dass ich Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben konnte und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

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