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Folgeschaden aus Übernahme von Teppichboden vom Vormieter - wer kommt dafür auf?


09.10.2007 20:05 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

als ich vor ca. 2 Jahren meine letzte Wohnung bezog, war diese mit Teppichen ausgestattet. Der Vermieter bot mir an, diese vom Vormieter zu übernehmen. Da die Teppiche noch in gutem Zustand waren, stimmte ich dem zu. Im Mietvertrag wurde darüber ein handschriftlicher Zusatz gemacht. Ich wurde außerdem darauf hingewiesen, dass ich die Teppiche bei Auszug zu entfernen hätte, so dies vom Nachmieter gewünscht werde.

Inzwischen bin ich aus der Wohnung ausgezogen und habe, wie vereinbart, den Teppichboden entfernt. Wie sich dabei herausstellte, war der Teppich vom Vormieter mit einem nicht-wasserlöslichen Kleber ganzflächig am darunter befindlichen PVC-Boden befestigt worden. Dieser Kleber erwies sich ebenfalls als resistent gegenüber Lösungsmitteln und ließ sich auch mit Spachteln nicht rückstandslos entfernen. Nach Beratung durch eine Reinigungsfirma entfernten wir deshalb alle Klebereste so gut dies möglich war, und versiegelten anschließend die Oberfläche mehrfach, um eine weitere Nutzung des PVC-Bodens zu ermöglichen. Bei der Übergabe der Wohnung wurde dies nicht beanstandet und der Boden mit dem Vermerk "in Ordnung" so übernommen.

Etwa 6 Wochen nach der Übergabe erhielt ich einen Anruf des Vermieters, der mir mitteilte, dass die Versiegelung des PVC-Belags sich augenscheinlich löst, der Boden demnach kleben würde und nicht zu reinigen sei. Er wertet dies als verdeckten Mangel, der bei der Übergabe nicht erkannt werden konnte, und möchte deshalb Ersatz. Deshalb wurde von ihm ein Angebot eingeholt, dass die Verlegung eines neuen Teppichbodens vorsieht. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf 940 Euro, die ich nun bezahlen soll.

Daher meine Fragen:

Muss ich diese Kosten tatsächlich begleichen, und wenn, muss dies in vollem Umfang geschehen?

Bei der Übernahme des Teppichs wurde ich nicht über die Art der Verlegung informiert, konnte daher also weder wissen, dass er ganzflächig geklebt wurde, noch dass ein Kleber verwendet wurde, der sich nicht entfernen ließ. Ist dies nicht wiederum ein verdeckter Mangel, der bei meinem Vormieter reklamiert werden muss?

Besteht die Chance, dass meine Haftpflichtversicherung diesen Schaden übernimmt, auch wenn ich ja nicht der eigentliche Verursacher des Schadens bin?

Vielen Dank für die Beantwortung.

Mit freundlichen Grüßen,
anjana79
09.10.2007 | 20:34

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n). Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass diese Plattform dafür angedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens völlig anders ausfallen. Dies vorausgeschickt beantworte ich Ihre Frage(n) auf der Grundlage Ihrer Angaben wie folgt.

Wird in einem Übergabeprotokoll festgehalten, dass die Mieträume einwandfrei und in vertragsgemäßem Zustand vom Mieter zurückgegeben wurden, so liegt hierin in der Regel ein negatives Schuldanerkenntnis des Vermieters. Diese „ Präklusionswirkung “ gilt auch für solche Mängel, die nur von einem Fachmann erkennbar sind, da Sinn und Zweck eines solchen Protokolls nicht nur die Verteilung der Beweislast, sondern auch die Vermeidung weiteren Streits über das Vorhandensein von Schäden am Mietobjekt ist ( LG München I Urt.v. 25.09.2002 – 15 S 22038/01 – NZM 2003,714 ).

Außerdem hat der Teppich einen von Ihnen nicht zu vertretenden Vorschaden aufgewiesen.

Dem Vermieter obliegt eine Vorleistungspflicht zur Beseitigung der Vorschäden, das heißt er hat die baulichen Voraussetzungen für eine sachgemäß Renovierung zu schaffen ( KG GE 2004, 297 ).

Alle in allem sollten Sie daher bezüglich des Teppichs weder bezahlen noch renovieren. Auch Ihre Haftpflichtversicherung wird wahrscheinlich keinen anderen Standpunkt einnehmen.

Sollte der Vermieter weiter auf seinen Standpunkt bestehen, so rate ich eine Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen. Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Bedarf benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion, um an mich im Rahmen dieses Forums eine Nachfrage zu richten.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
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