Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erstellung Software für ´maschinelle´ Internet-Preisrecherche


11.11.2007 08:41 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Tag,

in den vergangenen Tagen bin ich als Softwareentwickler von einem Unternehmen angesprochen eine Software zu entwickeln, die von den öffentlich zugänglichen Webseiten der Wettbewerber Preise automatisiert zu erhebt und speichert.

Angenommen, es handelt sich um Preise für Schreibtische in verschiedenen Ausprägungen (z.B. unterschiedliche Farben, Schreibtischgrößen und Höhenverstellmechanismen). Im Internet wird von den Wettbewerbern jeweils eine Suchseite mit den unterschiedlichen Suchkriterien angeboten; die drei Felder sind Muß-Eingabefelder, die stets mit einem Wert zu füllen sind(= aufgrund der Vielfalt gibt es keine Übersicht, die "mit einem Klick" alle Tische in allen Kombinationen anzeigt).

Es ist vorgesehen, daß vom Anwender im System zuvor alle definierten Kombinationen der Schreibtische hinterlegt werden, so daß das Programm der Reihe nach alle Kombinationen (ca. 100) über die Eingabemaske "eingibt/abfragt" und die angezeigten Ergebnisseiten speichert. Hierbei wird programmtechnisch ein menschlicher Benutzer vollständig nachgeahmt, d.h. es werden keine Mechanismen (´Tricks´) benutzt, welche die abgefragte Webseite beeinträchtigen können. Es ist vorgesehen, zwischen den Abfragen eine Zufalls-Wartezeit einzubauen, damit der Server des Wettberbers nicht überlastet wird.

Meine beiden Fragen:
(statt einer ausführlichen Antwort können Sie gerne auf verlinkte Rechtsnormen verweisen)

A) Ist ein solches Vorgehen zulässig? - Meine Gedanken sind hierbei...
- ist ein ´maschinelles´ Abfragen von Internet-Webseiten zur Recherche zulässig?
- wäre eine solche Abfrage insbesondere durch einen Wettbewerber zulässig?
- würde ein DSL-Account mit dynamischer IP-Adresse das Problem ´verrringern´?

# Für die Zulässigkeit der automatisierten Abfrage spricht aus meiner Sicht, daß z.B. Goolge, Preisportale und andere Webrecherche-Agenturen auch automatisierte Recherchen durchführen, speichern und Dritten zur Verfügung stellen.
# Problematisch könnte vielleicht die Tatsache sein, daß pro komplettem Suchlauf bis zu 100 Kombinationen abgefragt werden, so dem Wettbewerber durchaus eine Systemlast für die Beantwortung der Suchanfragen entsteht.

B) Wie kann ich als Softwarentwickler gegenüber meinem Auftraggeber einen verbindlichen Haftungsausschluß vereinbaren, falls der Wettbewerber mit der automatisierten Abfrage meines Auftraggebers nicht "einverstanden" sein sollte (die Software würde sets auf den Rechnern des Auftraggebers laufen und sets von den Mitarbeitern des Auftraggebers gestartet / bedient). Muß ich überhaupt diesen Ausschluß vereinbaren, da die Software ja für den Auftraggeber nach "Kundenspezifikation" erstellt wurde.

Besten Dank für Ihre Antwort!

Erich Mustermann
11.11.2007 | 09:08

Antwort

von


972 Bewertungen
Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Solange Sie lediglich Daten sammeln, die der Wettbewerber von sich aus öffentlich zugänglich macht, ist dies unbedenklich, da es einem Durchblättern und Auswerten von Katalogen oder Schaufenstern gleichkommt.

Kritisch wird es lediglich, wenn es sich zu einer Denial of Service Attacke auswächst oder dieser durch eine unverhältnismäßige Serverbelastung gleich kommt.

Bitte erläutern Sie, was Sie mit Verringerung des Problemes durch eine dynamische IP-Adresse bei DSL-Account meinen. (Nicht den technischen Hintergrund, sondern Ihre Hintergedanken.)

Sie sollten den Auftraggeber darauf hinweisen, daß Sie die rechtliche Beurteilung des Einsatzes der Software nicht überblicken können und ihm anraten, den Einsatz der Software von einem Anwalt für Wirtschafts-, insbesondere Wettbewerbsrecht beurteilen zu lassen.

Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


Nachfrage vom Fragesteller 11.11.2007 | 09:43

Hallo Herr Weber,

besten Dank für Ihre Rückmeldung!

Eine "unverhältnismäßige Serverbelastung" des Wettbewerbers (Denial of Service Attacke) ist auf keinen Fall vorgesehen, da lediglich ein Interesse an den Informationen besteht, nicht aber den Wettbewerber bzw. seinen öffentlich zugänglichen Webserver zu beeinträchtigen.

Die Verwendung eines DSL-Accounts war dahingehend gemeint, daß hier die im Internet verwendete IP-Adresse in der Regel dynamisch ist (Dial-Up-Account) und damit nicht über die feste, abfragende IP-Adresse meines Auftraggebers geschlossen werden (z.B. per nslookup). Damit steht dem Wettbewerber bei der Auswertung seiner Serverlogfiles über die dynamische IP-Adresse der Abfrager i.d.R. kein unmittelbarer / direkter "Ansprechpartner" zur Verfügung, falls dieser mit der maschinellen Abfrage nicht "einverstanden" sein sollte.

Ich habe Ihre Antwort so verstanden, daß es auch für Wettbewerber grundsätzlich zulässig ist, in zeitlichem Abstand ca. 100 Abfragen über ein Suchformular vorzunehmen. Es ist hierbei nicht ein Blättern via ´blaue´ Internet-Hyperlinks, sondern die Suche nach den drei angebotenen Ausprägungen (z.B. unterschiedliche Farben, Schreibtischgrößen und Höhenverstellmechanismen) über Listboxen in seinem Suchformular.

Liege ich mit meinem Verständnis im vorstehenden Absatz richtig?

Vielen Dank für Ihre Antwort,

Erich Mustermann

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.11.2007 | 22:35

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn Sie Ihre IP-Adresse verbergen, ist dies natürlich praktisch sehr hilfreich.

Ihr Verständnis ist zutreffend. Zur Sicherheit rege ich jedoch an, das fertige Programm einem örtlichen Kollegen Ihres Vertrauens zur Prüfung vorzulegen.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

ANTWORT VON

972 Bewertungen

Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Kaufrecht, Mietrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Vertragsrecht, Grundstücksrecht, Medienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER