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Einspruch gegen eine Steuerklärung für 2014

20.09.2015 20:25 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung: Aufwendungen für (Fach-)Messen können als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn diese beruflich veranlasst waren und die entsprechenden Nachweise gegenüber dem Finanzamt erbracht werden können.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Steuererklärung des AN für 2014 wurde bereits mit seinem Schreiben vom 17.04.2015 abgegeben. Auch das abschließende Gewerbeergebnis desselben AN wurde mit dem Anschreiben dem FA. Vec mitgeteilt (Ergebnis +/- 0). Dennoch wurde vom FA Vec die Anl. S angefordert, dem folgend auch nachgereicht.

Ebenso wurde, wie vom Bearbeiter des FA Vec angefordert, eine Ablichtung des Anstellungsvertrages eingereicht, dem zu entnehmen ist, dass dieser bis zu 7 Tage / Woche zu arbeiten hat. Es war vom AN die 6 Tage Woche in Ansatz gebracht worden.

Die vom AN geltend gemachten Messebesuche dienen seiner persönlichen beruflichen Qualifizierung und sind daher zu Recht als Werbungkosten in Ansatz gebracht worden. Werbungskosten nach § 9 des Einkommensteuergesetzes sind alle Aufwendungen, die durch den Beruf veranlasst sind. Um gemischte Aufwendungen im Sinne von § 12 EStG handelt es sich im vorliegenden Fall nicht, weil ausschließlich Fachmessen besucht worden sind, ausschließlich mit Fachinteresse; keine Hausfrauen-, keine Verbrauchermessen. Die besuchten Messen dienen der beruflichen Qualifizierung und somit zum Erhalt des beruflichen Knowhow Vorsprungs und dem Erhalt des persönlichen Arbeitsplatzes des AN.

Danach gab es vom FA Vec den falschen Steuerbescheid vom 22.06.2015, der eine "dicke Nachzahlung" anzeigte. Die Einnahmen aus der selbstständigen Tätigkeit wurden vom Sachbearbeiter des FA Vec selbstherrlich geschätzt, obwohl sie im Anschreiben und danach im Formular Steuererklärung mit Null erklärt worden waren.

Gegen den indiskutablen Steuerbescheid vom 22.06.2015 wurde form- und fristgerecht in vollem Umfang das gebotene Rechtsmittel, Einspruch, eingelegt.

Danach gab es mit Schreiben vom 14.09.2015 vom FA Vec den selbstherrlichen "Einspruchsbescheid", mit dem zwar die gewerblichen Einnahmen +/-0 akzeptiert wurden, nicht aber die Messebesuche. Hierfür wurde dem Finanzamt jedoch vorher, mit Schreiben vom 07.08.2015, eine schriftlich Bestätigung des Mitfahrers (für die Fahrten zur Messe) vorgelegt.

Vielen Dank für Ihre kompetente Stellungnahme.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Messebesuche können sowohl privater als auch beruflicher Natur sein, so dass gegenüber dem Finanzamt nachvollziehbar erklärt und belegt werden muss, dass der Besuch ausschließlich beruflich veranlasst war. Da Sie die Nachweispflicht tragen, ist es ratsam, alle Belege wie Eintrittskarten, gesammelte Visitenkarten, Grund des Besuchs, Notizen für den Besuch etc. zu sammeln und diese dem Finanzamt zu übermitteln. Sofern Sie nur die Bestätigung des Mitfahrers als Nachweis eingereicht haben, dürfte diese allein zum Nachweis nicht ausreichen.

Je häufiger Sie an Messen teilnehmen und desto entfernter der Messeort ist, desto höhere Anforderungen stellt das Finanzamt an den Nachweis.

Da Sie bereits gegen den Steuerbescheid Einspruch eingelegt haben, der nur teilweise abgeholfen wurde, bleibt Ihnen nur noch der Klageweg. Wie erfolgreich eine Klage wäre, kann von hier aus ohne Kenntnis Ihrer Steuerunterlagen nicht beurteilt werden. Letztendlich hängt der Erfolg davon ab, ob Ihnen der Nachweis gelingen wird. Die Zeugenaussage Ihres Mitfahrers wird nicht ausreichen. Eventuell kann Ihr Arbeitgeber zusätzlich darüber Auskunft geben, dass die Messebesuche ausschließlich beruflich veranlasst waren. Es werden dennoch weitere Nachweise wie die Eintrittskarten etc. benötigt werden.

Die Klagefrist beträgt einen Monat ab Bekanntgabe des Einspruchsbescheids. Die Einspruchsentscheidung gilt als am dritten Tag nach der Absendung beim Finanzamt Vechta als bekanntgegeben, es sei denn, er ist Ihnen später zugegangen. Damit gilt der Bescheid vom 14.09.2015 am 17.09.2015 als bekannt gemacht, so dass Sie bis zum 19.10.2015 um 24.00 Uhr Klage eingereicht haben müssen (Der 17.10.2015 ist ein Samstag, daher der nächste Werktag).

Für die Zukunft empfehle ich Ihnen bei der steuerlichen Geltendmachung der Aufwendungen, dass Sie die Messebesuche sorgfältig dokumentieren: berufliche Gründe für den Besuch der Messe, Einladungsschreiben von Ausstellern, Skizzierung des Besuchsprogramms usw. Legen Sie auch dem Finanzamt dar, warum gerade die besuchten Messen durch Ihre Tätigkeit beruflich veranlasst waren.

Erlauben Sie mir noch den Hinweis, dass das Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Informationen eine andere rechtliche Bewertung ergeben kann und es sich hier um eine erste rechtliche Orientierung handelt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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