Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.147
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nachbar Grundstück

12.03.2015 16:48 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Ich habe vor ca. 5 Jahren von einem Handwerker an meiner Grundstücksgrenze (Garage) eine Blechverkleidung an der Seite von meinem Nachbarn anbringen lassen.Leider habe ich jetzt
festgestellt daß mein Nachbar Holzbretter an die Blechwand aufgestellt und mit Erde auf-
gefüllt hat (ca.30 cm).Das natürliche Grundstücksgefälle ist mindestens ca.40 cm tiefer.
Der angebaute Holzschuppen ist auf eine Stützmauer aufgesetzt und mit Blech verkleidet.
Wenn nicht das erdreich so hoch augefüllt wäre,würde bei Stark-Regen das Wasser
nicht meinem Holzschuppen überschwemmen. ca.2x im Jahr.
Außerdem steht ein Weidenbaum 4mtr. hoch mit ca.50 cm Abstand zu meiner Grundstücksgrenze. Die Zweige ragten letztes Jahr ca:1 mtr über meine Grundstücksgrenze auf mein Dach,die Blätter lagen auf dem Dach,in der Regenrinne,verstopften den Ablauf
und meinen Vorfilter von der Zisterne.Nur im Herbst werden die Zweige abgeschnitten.
Frage: Darf der Nachbar über daß natürliche Gefälle des Grundstücks Erde über das Blech Auffüllen oder
muß er den Urspünglichen Zustand wieder Herrichten?
Der Baum ist wirklich eine Drecksschleuder,kann ich verlangen daß der Baum Regelmäßig zugeschnitten wird,oder entfernt werden muß?


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1. Bodenerhöhung

Im BGB findet sich in § 909 lediglich eine Vorschrift zu Vertiefungsmaßnahmen, nicht jedoch zu Bodenerhöhungen. Aus diesem Grund haben einige Bundesländer in ihren Nachbarrechtsgesetzen Bestimmungen zu dieser Thematik aufgenommen. Andere, wie zum Beispiel Bayern, taten dies nicht. Daher haben Sie die Bodenerhöhung grundsätzlich zu dulden. Diese Duldungspflicht besteht jedoch nur so lange, wie durch die Bodenerhöhung keine Beeinträchtigung auf Ihr Grundstück ausgeht. Soweit daher Regenwasser Ihren Holzschuppen überflutet, haben Sie einen Anspruch gegen Ihren Nachbarn auf Beseitigung der Beeinträchtigung aus § 1004 BGB. Sie können also von Ihrem Nachbarn verlangen, dass dieser Maßnahmen ergreift, um das Fluten Ihres Schuppens zu verhindern. Dazu muss nicht zwangsläufig die Erhöhung beseitigt werden. Gegebenenfalls reicht es aus, für einen richtigen Ablauf des Wassers zu sorgen.

1. Weidenbaum

Das Nachbarrecht Bayerns sieht in Art. 47 AGBGB einen 2-m-Abstand, für Bäume mit einer Höhe von über 2 m, zur Grenze zum Nachbargrundstück vor. Eine Ausnahme dazu besteht, wenn sich der Baum hinter einer Mauer befindet und diese nicht wesentlich überragt. Als Folge der Verletzung des Grenzabstandes, können Sie die Versetzung oder ggf. die Beseitigung des Baumes fordern. Der Anspruch auf Beseitigung eines den Grenzabstand verletzenden Zustands verjährt jedoch nach fünf Jahren. Die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und Sie von den den Anspruch begründenden Umständen Kenntnis erlangt haben.

Sie können von Ihrem Nachbarn verlangen, dass der Baum regelmäßig zugeschnitten wird, wenn durch die überhängenden Äste eine konkrete Grundstücksbeeinträchtigung entsteht (§ 910 BGB). Eine solche Beeinträchtigung wird angenommen bei erheblichem Laubfall, durch welchen umfangreiche Reinigungsarbeiten (Stichwort Dachrinne) erforderlich werden (AG Königsberg, NZM 2000, 982). Sie können Ihrem Nachbarn dazu eine Frist setzen, innerhalb welcher er den Rückschnitt zu bewerkstelligen hat. Tut er das nicht, können Sie selbst tätig werden, oder etwaige Kosten einer Beauftragung geltend machen. Die Frist muss dabei angemessen lang sein und die Wachstumsperiode des Baumes beachten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Sollten weiterhin Unklarheiten bestehen, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Winter, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65472 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,0/5,0
Die Frage war wohl nicht eindeutig gestellt, mit der Nachfrage wurde dann aber ein gutes Ergebnis erzielt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich bin mit der Antwort sehr zufrieden, zumal diese innerhalb kürzester Zeit vorlag. Bei weiteren Fragen werde ich gerne wieder die Leistungen des RA Herrn Schröter in Anspruch nehmen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach nur dankbar... ...
FRAGESTELLER