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Einsatzwechseltätigkeit

| 20.02.2008 13:03 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich fahre für meinen Arbeitgeber mit dem eigenen PKW als Krankenpfleger Patienten die 24 Stunden (Intensivmedizinisch) betreut werden an. Dabei ist man eine ganze Schicht, also 8 bis 10 Stunden, vor Ort bei einem Patienten. Meine Einsätze wechselten im letzten Jahr des öfteren. Ich war bis zu 4 Monaten bei einem Patienten, wurde zwischendurch aber auch woanders eingesetzt (eine Woche dort, die anderen 5 Tage woanders). Hier kann man wohl von einer klassischen Einsatzwechseltätigkeit ausgehen. Ich bekomme übrigens von meinem Arbeitgeber Kilometergeld ausgezahlt was aber voll dem Bruttolohn zugeschlagen wird und voll versteuert wird.

Nun meine Fragen: In welcher Form weise ich dem Finanzamt diese Tätigkeit nach ? Gibt es dafür Formblätter ? Wo in der Steuererklährung (welche Anlage ?) trägt man das ein ? Was muss der Arbeitgeber in der Form beachten wenn er mir diese Einsätze bescheiningt ? Kann man überhaupt von einer Einsatzwechseltätigkeit bei mir ausgehen, oder kann ich eventuell doch nur die klassische Pendlerpauschale geltend machen ? Welche Spesen kann ich außerdem, neben der gefahrenen Kilometer ansetzten ?

Sehr geehrter Fragesteller,

bevor ich Ihre Fragen beantworte, erlauben Sie mir ein paar allgemeine Erklärungen, die die Antworten zum Teil bereits vorwegnehmen.

Von einer Einsatzwechseltätigkeit ist immer dann auszugehen, wenn ein Arbeitnehmer auf Grund seiner individuellen Beruftätigkeit typischerweise an ständig wechselnden Tätigkeitsstätten eingesetzt wird. Demnach ist kennzeichnend für eine Einsatzwechseltätigkeit, dass der Arbeitnehmer keinen gleichbleibenden Arbeitsplatz besitzt.
Durch die BFH-Rechtsprchung sind Einsatzwechseltätigkeiten stärker als bisher den Dienstreisen gleichgestellt. Das bedeutet, dass auch ein Arbeitnehmer mit ständig wechselnden Einsatzstellen im Betrieb des Arbeitgebers eine regelmäßige Arbeitsstätte begründet, wenn er dem Betrieb dauerhaft zugeordnet ist und diesen nicht nur gelegentlich, sondern nachhaltig, fortdauernd und immer wieder aufsucht. Auf den zeitlichen Umfang der Tätigkeit im Betrieb kommt es dabei nicht mehr an.
Ich gehe davon aus, dass Sie regelmäßig Ihren Arbeitgeber anfahren, bevor Sie die Patienten vor Ort betreuen, wobei ein Tag je Arbeitswoche ausreicht

Insofern kommen folgende Werbungskosten in Betracht:

a) Für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb des Arbeitgebers:
Der Arbeitgeberersatz für diese Fahrten ist steuerpflichtiger Arbeitslohn
b) Weiterfahrt vom Betrieb des Arbeitgebers zu den auswärtigen Tätigkeitsstätten (Patienten)
Bei den Fahrten handelt es sich um Dienstreisen.
c) Verpflegungsmehraufwendungen
Je nach Abwesenheit von Ihrer Wohnung (mindestens 8 Stunden / 14 Stunden) stehen Ihnen pauschale Verpflegungsmehraufwendungen in Höhe von 6 oder 12 EUR zu. Die Abwesenheitsdauer berechnet sich erst ab Beginn der Auswärtstätigkeit außerhalb des Betriebs.
Nach der Entscheidung des BFH vom 27.7.2004 ist der pauschale Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen bei Arbeitnehmer mit einer ununterbrochenen Tätigkeit an derselben Einsatzstelle auf drei Monate beschränkt. Vom Beginn des vierten Monats einer ununterbrochenen Tätigkeit an derselben Einsatzstelle kann der Arbeitgeber Verpflegungsmehraufwendungen nicht mehr steuerfrei ersetzen.

Für Ihre Fragen bedeutet dies im Einzelnen:
In welcher Form weise ich dem Finanzamt diese Tätigkeit nach ?
Sie müssen dokumentieren, wann Sie jeweils wo tätig gewesen sind.

Gibt es dafür Formblätter?
Nein, gibt es nicht. Sie können dies sowohl über Word oder Excel eine Aufstellung erstellen.

Wo in der Steuererklärung (welche Anlage?) trägt man das ein?
Ihre Anlage (Word- oder Excel-Dokument) fassen Sie der Anlage N bei.

Was muss der Arbeitgeber in der Form beachten wenn er mir diese Einsätze bescheinigt?
Der Arbeitgeber darf nur das bescheinigen, was der Wahrheit und den Tatsachen entspricht. Er muss also darauf achten, dass er Ihnen nichts unwahres bescheinigt.

Kann man überhaupt von einer Einsatzwechseltätigkeit bei mir ausgehen, oder kann ich eventuell doch nur die klassische Pendlerpauschale geltend machen?
Sie haben m.E. die Voraussetzungen der Einsatzwechseltätigkeit (vgl. oben) erfüllt. Falls nicht, so erhalten Sie ob Einsatzwechseltätigkeit oder nicht die steuerlichen Pauschalen nach Reisekostenrecht.

Welche Spesen kann ich außerdem, neben der gefahrenen Kilometer ansetzten?
Verpflegungsmehraufwendungen.


Ich hoffe, diese Angaben helfen Ihnen weiter, stehe für Rückfragen jedoch gerne zur Verfügung.


Freundliche Grüße

Jörg Gössler LL.M.
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 20.02.2008 | 14:09

Den Arbeitgeber fahre ich eigentlich nur sehr selten an da ich immer direkt zu den Patienten fahre. Nur zu Dienstbesprechnungen (einmal im Monat) und als Betriebsrat zu den BR-Sitzungen fahre ich den Arbeitgeber an. Ändert sich dadurch etwas für mich ?

Spesen vom Arbeitgeber erhalte ich, außer das versteuerte Kilometergeld garkeine. Da das Kilometergeld versteuert wird wird das wohl auch nicht berücksichtigt, oder ?

Mir ist klar das der Arbeitgeber nur Tatsachen bescheinigen darf, es ging mir dabei aber um die Form da ich davon ausgehe das Aufzeichnungen von mir für den Nachweis beim Finanzamt nicht genügen werden. Würde es z.B. genügen wenn der Arbeitgeber meine Aufzeichnungen per Stempel und Unterschrift Quitiert ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.02.2008 | 14:28

Vom Ergebnis ändert sich für Sie nichts. Sie erhalten die Fahrtkosten von der Wohnung zum Arbeitgeber, die Fahrtkosten vom Betrieb zum Patienten, die Fahrtkosten von Ihrer Wohnung zum Patienten und für max. 3 Monaten Einsatz beim selben Patienten Verpflegungsmehraufwendungen bei mind. 8-stündiger Abwesenheit.
Die Spesen des Arbeitgebers für Verpflegung mindern selbstverständlich Ihren entsprechenden WErbungskostenansatz, so dass Sie lediglich die Fahrtkosten geltend machen können. Da das Kilometergeld versteuert worden ist, mindern sich die Werbungskosten für die Fahrten nicht.
Da Ihr Arbeitgeber Spesen für Verpflegung bezahlt hat, kann er dies entsprechend bescheinigen. Insgesamt reicht es, wenn Sie Ihre Aufzeichnungen Ihrem Arbeitgeber präsentieren und er dies mit Stempel und Unterschrift bescheinigt - oder wenn Sie ihm die Datei zur Verfügung stellen, dass der Arbeitgeber das entsprechend auf seinem Briefpapier bescheinigt.

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