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Einnahmen aus Lizenzgebühren - Kleinunternehmer

26. Juli 2022 22:32 |
Preis: 100,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Hallo Zusammen,
ich arbeite im Angestelltenverhältnis und verdiene 35.000€ brutto im Jahr. Zusätzlich dazu erhalte ich Einnahmen aus Lizenzgebühren (Design) im Jahr 2021 von ca. 35.000€ netto und habe eine Steuernummer als Kleinunternehmer. Ich bin mir unsicher ob die Kleinunternehmerregelung noch gilt (die Rechnung wurden mit §19 Kleinunternehmerregelung ausgewiesen) und wie ich die Einnahmen zu versteuern habe. Zahle ich Einkommenssteuer und Umsatzssteuer oder nur Einkommenssteuer? Die Lizenzeinnahmen sind quasi Gewinn, da dem keine Ausgaben entgegenstehen.
Vielen Dank und beste Grüße
Felix Landwehr

Einsatz editiert am 28.07.2022 07:56:17

28. Juli 2022 | 08:55

Antwort

von


(2)
Pagentorner Str. 59-60
28203 Bremen
Tel: 042184825662
Web: https://www.kanzlei-zum-roland.de/
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich kann die Kleinunternehmer-Regleung angewendet werden, wenn:

im vorangegangenen Kalenderjahr einen (Gesamt-) Umsatz zuzüglich Umsatzsteuer von nicht über 22.000 Euro ( bis 31.12.2019: 17.500 Euro) hatte und im laufenden Kalenderjahr einen voraussichtlichen Umsatz nicht über 50.000 € hat. Wie Sie sehen sind die maßgeblichen Größen die Umsatzzahlen und nicht der Gewinn (auch, wenn dies nach Ihrer Darstellung synonym sein dürfte).

Die Frage für Ihren Fall wäre noch, wann Sie Ihr Unternehmen gegründet haben. Da Sie die Frage explizit auf das Jahr 2021 beziehen, gehe ich davon aus, dass 2020 der Umsatz unter 22.000 Euro lag.

(Exkurs bei Existenzgründungen: Im Jahr der Gründung Ihres Gewerbes bzw. bei Aufnahme einer neuen selbständigen Tätigkeit gelten Sonderbestimmungen: Da es kein vorausgegangenes Geschäftsjahr gibt, darf der erste Jahresumsatz geschätzt werden. Hier gilt: Nur wenn der vorausichtliche Umsatz nicht höhrer als 22.000 Euro ist, darf die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen werden.)

Bei Ihnen ist für das Jahr 2021 die Grenze von 22.000 Euro Umsatz überschritten worden.

Sollte die Gründung 2021 erfolgt sein:

Für das Jahr 2021 bleibt Ihnen die Kleinunternehmerregelung erhalten. Ab Januar des Folgejahres erfolgt dann allerdings die Besteuerung in der Regelbesteuerung (auch dann, wenn Sie im zweiten Jahr wieder unter 22.000 Euro liegen sollten).

Sollte die Gründung 2020 erfolgt sein:

Lag hier im Gründungsjahr der Umsatz unter 22.000 Euro und sie haben im zweiten Jahr (das wäre hier 2021) nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz, bleibt es auch für 2021 bei der Kleinunternehmerregelung.

Überschreiten Sie im zweiten Jahr (2021) die 22.000-Euro-Grenze, unterliegen Sie ab dem dritten Jahr (2022) automatisch der Regelbesteuerung.

Sie sehen also, dass Sie in beiden Varianten für das Jahr 2021 die Kleinunternehmerregelung beanspruchen können (beachten Sie die genannten Umsatzgrenzen). Für 2022 wird wohl auch in beiden aufgezeigten Alternativen die Regelbesteuerung durchzuführen sein (Ausweisen der Umsatzststeuer auf Rechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Abage der Umsatzsteuer an das FA).

Hinweis: Eine Änderung müssen Sie immer selbst umsetzen (Umsatzsteuervoranmeldung und Abgabe an den Fiskus). Das Finanzsamt gibt hierzu keine automatischen Mitteilungen. Ihre Umsatzentwicklung müssen Sie selbst im Blick haben. Je näher Sie an die 22.000-Euro-Grenze kommen, desto genauer sollte die Kontrolle erfolgen. Spätestens bevor Sie die erste Rechnung des neuen Jahres schreiben, sollten Sie Ihren tatsächlichen Vorjahresumsatz kennen. Bitte beachten Sie, dass wenn Sie an der Kleinunternehmerregelung festhalten, auch wenn Sie die erforderlichen Kriterien nicht mehr erfüllen, schulden sie dem Finanzamt dennoch die Umsatzsteuer und dies auch unabhängig davon, ob diese auf Rechnungen ausgewiesen ist.

Die Umsatzsteuer weisen Sie auf Ihren Rechnungen aus und führen diese (quasi als durchlaufenden Posten) an das zuständige Finanzamt ab. Sie können in diesem Rahmen für Anschaffungen Ihres Gewerbes allerdings auch die Vorsteuer geltend machen. Bei Ihren Umsatzgrößen kann auch die Hinzuziehung eines Steuerberaters sinnvoll sein.

Ihre Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit sind daneben einkommenssteuerpflichtig.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Über eine wohlwollende Bewertung würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Buljevic

Rückfrage vom Fragesteller 29. Juli 2022 | 09:39

Sehr geehrter Herr Buljevic,

vielen Dank für die Antwort, sie konnte schon etwas Klärung bringen. Die Unternehmensgründung hat im Juni 2021 stattgefunden. Das würde soweit ich es verstanden habe bedeuten, dass die Kleinunternehmerregelung noch greift. Allerdings entsinne ich mich, dass wir die Kleinunternehmerregelung auch rückwirkend für 2020 genutzt haben, jedoch nur mit kleineren Beträgen. (Kommt es darauf an oder nur auf Zeitpunkt der Gründung?) 2021 wurde dann die Grenze von 22.000€ überschritten (ca.35000€) und für 2022 unterliege ich dann der Regelbesteuerung. Das heißt ich zahle für 2021 keine Umsatzsteuer aber Einkommenssteuer. Für 2022 habe ich noch keine Rechnung geschrieben - hätte aber theoretisch schon eine Umsatzsteuervoranmeldung machen müssen? Was passiert wenn ich das versäumt habe? Kann ich das noch nachholen? - Für 2022 werde ich mir dann auch nochmal einen Steuerberater suchen.
Vielen Dank und mit besten Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29. Juli 2022 | 14:47

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wenn Sie im Juni 2021 gegründet haben, und Sie eine reelle Umsatzprognose von unter 22.000 Euro (auf das ganze Jahr bezogen, d.h. die Monate müssen hochgerechnet worden sein, da die Gründung nicht im Januar vorgenommen wurde) vorgenommen haben, gilt für das Gründungsjahr die Kleinunternehmerregeung.

Da Ihr Umsatz noch im gleichen Jahr über 22.000 Euro lag, kommt im Folgejahr die Regelbesteuerung auf Sie zu, wie Sie richtig erkannt haben.

Für das Jahr 2022 müssen dann entsprechende Voranmeldungen getätigt werden, für das Nachholen und die Anmeldung würde ich tatsächlich zur Hinzuziehung eines Steuerberaters raten, damit dieser die Kommunikation mit dem FA übernimmt, damit Ihnen keine Nachteile drohen. Dies würde ich so schnell wie möglich in Angriff nehmen.
Die Voranmeldungen müssen nachgeholt werden.
Grundsätzlich können bei verspäter Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung strafen in Höhe von bis zu 10% der Zahllast (Vorsteuer). Bei geringen Umsätzen sind solche Strafzahlungen zwar noch verkraftbar, sie machen allerdings keinen guten Eindruck bei den Finanzbehörden. Eine Steuerprüfung kann dabei bei mehreren Vergehen die Folge sein.

Wenn Sie noch weitere Fragen rund um das Unternehmensrecht haben können Sie sich auch gerne direkt an uns richten: https://www.kanzlei-zum-roland.de/

Ich hoffe ich konnte Ihre Fragen hinreichend beantworten und würde mich über eine Bewertung freuen.

ANTWORT VON

(2)

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