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Ebay Kleinanzeigen, Artikel kaputt

04.03.2019 19:41 |
Preis: 40,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Auf einem Kleinanzeigenportal hat der private Verkäufer einer Grafikkarte die Mängelrechte des Käufers ausgeschlossen. Der Käufer beschwert sich nun über einen angeblichen Sachmangel, nachdem die Grafikkarte bei ihm angekommen ist und macht Käuferschutz beim Zahlungsdiensteanbieter geltend.

Hallo,
Ich habe auf Ebay-Kleinanzeigen eine Grafikkarte verkauft auf der ich den Kühler getauscht hatte, wobei schrauben verloren gingen. Dies Schrieb ich auch in die Anzeige sowie das ich jegliche Gewährleistung ausschließe. Nun ist die Grafikkarte angekommen und funktioniert scheinbar gar nicht mehr bzw. nur noch ohne Treiber. Ich selbst habe sie jedoch vor dem Verkauf ein Jahr lang ohne Probleme benutzt. Der Käufer hat nun über Paypal eine Rückerstattung beantragt hat er ein recht dazu? (ich habe Privat verkauft) Er droht falls er das Geld nicht zurück bekommt mir die Kosten zur Reparatur der Grafikkarte in Rechnung zu stellen geht das?
04.03.2019 | 20:45

Antwort

von


(55)
AMN 553913 - Glogauer Str. 5
10999 Berlin
Tel: 04022866328
Web: http://www.ayazi.legal
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

haben Sie vielen Dank für Ihre Rechtsfrage, auf die ich für Sie gerne im Nachfolgenden eingehe. Ich werde Ihnen dabei zum einen die rechtlichen Zusammenhänge Ihres Falles näherbringen und ihnen zum anderen einige Tipps zur weiteren Vorgehensweise mitgeben.

Ich beantworte die Frage in der Annahme, dass Sie die genannte Grafikkarte auf dem Internetportal selbst als Verbraucher verkauft haben, mit anderen Worten, dass Sie dabei nicht als Unternehmer gehandelt haben.

Als Verbraucher haben Sie das Recht, im Rahmen eines solchen Kaufvertrages die Mängelrechte des Käufers auszuschließen. Sofern Sie dies entsprechend in der Anzeige vermerkt haben und der Käufer die Grafikkarte auf Grundlage dieser Anzeige gekauft hat, stehen Sie für Sachmängel nicht ein.

Dies gilt lediglich dann nicht, wenn Sie den Mangel arglistig (d.h. absichtlich) verschwiegen haben oder dem Käufer auf irgendeine Weise garantiert haben, dass der Artikel funktioniert. Davon gehe ich jedoch angesichts Ihrer Schilderung nicht aus.

So viel zunächst einmal zum rechtlichen Hintergrund.

Praktisch ist es sehr wichtig, dass Sie auch beweisen können, dass Sie die Mängelgewährleistung ausgeschlossen haben. Wenn es nämlich im Nachgang zum Rechtsstreit kommt, tragen Sie hierfür die Beweislast. Hierfür wäre es hilfreich, wenn Sie einen vollständigen Screenshot oder einen Ausdruck von der Verkaufsannonce anfertigen und diesen gut aufbewahren. Sofern Sie keinen Zugriff mehr auf die Annonce haben, fragen Sie eventuell beim Internetportal an, ob Ihnen die Annonce nochmal übersendet werden kann. Wenn Sie die Annonce im Beisein von jemand anderem geschaltet haben, könnte diese Person auch als Zeuge dienlich sein.

Bitte schreiben Sie sich auch die Daten des Käufers auf und bewahren Sie diese ebenso gut auf.

Teilen Sie dem Käufer auf seine Forderungen einmal höflich aber bestimmt mit, dass Sie aufgrund des vereinbarten Ausschlusses der Mängelrechte für eventuelle Sachmängel nicht einstehen. Lassen Sie sich auf keine weiteren Diskussionen ein und reichen Sie lieber die Konversation bzw. den Schriftverkehr an einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens weiter, damit dieser ggf. darauf eingehen kann. Gerne stehe ich Ihnen dafür zur Verfügung.

Kommen wir nun zu Ihrer Frage hinsichtlich des Paypal-Käuferschutzes. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen mitteilen, dass Paypal oftmals sehr käuferfreundlich agiert. Es erscheint mir daher möglich, dass Paypal dem Käufer seinen Kaufpreis erstattet und Sie mit dem Betrag belastet. Ob dies passiert, lässt sich in rechtlicher Hinsicht nicht prognostizieren. Bei Paypal handelt es sich schließlich um einen serviceorientierten Zahlungsdiensteanbieter und nicht um einen Richter, der die Angelegenheit nach Recht und Gesetz rechtlich bindend entscheidet (das hat sogar der Bundesgerichtshof ausdrücklich festgestellt - schauen Sie einmal hier: https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-viiizr8316-paypal-kaeuferschutz-zahlung-rueckerstattung-erfuellung/). Dies bedeutet, dass Sie - sofern Paypal dem Käufer Schutz gewährt - den Käufer immer noch auf Zahlung des Kaufpreises in Anspruch nehmen können. Da die Angelegenheit dann vermutlich gerichtlich ausgetragen werden müsste, ist auch hier die Einschaltung des Rechtsanwaltes Ihres Vertrauens anzuraten. Auch hierfür stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, ich konnte mit meiner Antwort Licht ins Dunkel bringen. Sollten Sie weitere Hilfestellung oder gar rechtliche Vertretung benötigen, stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Seite. Melden Sie sich am besten kurz per E-Mail bei mir und ich helfe Ihnen sehr gerne weiter.

Herzliche Grüße
Kianusch Ayazi, LL.B. (Bucerius Law School)
- Rechtsanwalt -


ANTWORT VON

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