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Disput mit Handwerker. Welcher Rechtsraum? Kann falscher Adressat verklagt werden?

25. April 2022 13:05 |
Preis: 30,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


15:02

Ich habe folgenden Sachverhalt:

Ich lebe in Dänemark und habe einen deutschen Handwerker über die Plattform www.myhammer.de engagiert um eine Badezimmer- und Teile einer Homeofficerenovierung durchzuführen. Der Auftrag wurde von mir persönlich gestellt. Circa Dreiviertel der Arbeit wird von mir persönlich - und der andere Teil wird von meiner (1-Mann) Firma bezahlt, da das Homeoffice später für die Firma zur Verfügung steht.

Nach einigen Verzögerungen kam es zum Abschluss der Arbeit und ich habe die vereinbarte(!) Summe bezahlt. Allerdings möchte der Handwerker nun mehr haben, stellt eine unvereinbart höhere Rechnung und droht mit seinem Anwalt.

Ich habe ein kurzes Schriftstück vom Anwalt erhalten (circa 4 Sätze) indem nur eine Zahlungsaufforderung enthalten ist, sowie eine Androhung von Mehrkosten die entstehen könnten, sollte sich die Sache weiter vortragen. Es werden keine weiteren Details zur Beschreibung des Sachverhaltes genannt, warum diese Zahlung gerechtfertigt sein soll, oder explizit gasagt, dass die Gegenseite vor Gericht gehen wird, sollte sie die Zahlung nicht erhalten. Ich sehe die anwaltliche Drohung bisweilen weitesgehend unberechtigt, und als Schikane; spare mir aber weitere Details, da diese für meine Fragen nicht grundlegend sind.

Ein Hauptpunkt meiner Recherche ist der Folgende: Der Brief ist nicht an mich, sondern an meine Firma gerichtet. Die Rechnung die ich erhalten habe ist ebenfalls an die Firma geschrieben - der Handwerker wurde mehrere Male darum gebeten, die Rechnung richtig und mit richtigem Adressaten zu stellen, hat diese Bitten aber ignoriert. Meine rechtlichen Fragen, die vorab nun ersteinmal im Raume stehen sind:

1. Welches Recht ist anwendbar? Deutsches oder dänisches, da die Arbeit auf dänischem Boden ausgeführt worden ist. Falls dänisches, kann ein deutscher Anwalt auf dänischen Boden klagen oder ist dies eher unwahrscheinlich?

2. Falls geklagt werden kann, kann die Firma überhaupt verklagt werden? Sie ist weder Auftraggeber, noch Eigentümer der Wohnung. Müssen beide Seiten der Auftraggebung (ich und die Firma) separat verklagt werden? Und was würde ggf. vor Gericht passieren sollte der falsche Teil der Auftraggebung vor Gericht landen?

Bitte antworten Sie zu den jeweiligen Fragen so detailiert wie Möglich. Sie können gerne Ihre Telefonnummer angeben, sodass wir miteinander in Kontakt treten können.

25. April 2022 | 13:59

Antwort

von


(525)
Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
Web: http://www.ra-bernhard-mueller.de/
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu 1) Nach Ihrer Schilderung ist davon auszugehen, dass Sie Verbraucher sind. Dann gilt VO (EG) 593/2008 Art. 6 Absatz 1 Danach gilt das Recht des Staates, indem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, sofern der Unternehmer seine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit in dem Staat ausübt, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.
Sie haben Ihren Aufenthalt in Dänemark und die Arbeiten wurden in Dänemark ausgeführt. Also ist dänisches Recht anzuwenden, wenn in dem Vertrag nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart war.

Ich schätze die Zahl der Anwälte in Deutschland auf ca. 200.000. Da ist es nicht ausgeschlossen, dass einer oder 2 davon neben deutschem Recht auch dänisches Recht studiert haben und in Dänemark zugelassen sind, aber es besteht eine große Gefahr, dass das Urteil rechtskräftig geworden sein wird, bevor Sie die 1 oder 2 Kollegen gefunden haben werden.

Zu 2) Wenn der Kläger behauptet, der Vertrag wäre mit der Firma geschlossen worden und Sie nicht reagieren, besteht die Gefahr eines Versäumnisurteil. Sie sollten also in jedem Fall Klageabweisung beantragen und dies damit begründen, dass die verklagte Firma nicht Vertragspartner ist.
Wenn von der Möglichkeit des Versäumnisurteils abgesehen wird, kann die Firma nur verurteilt werden, wenn Sie die Auftragsvergabe erkennbar in Vollmacht der Firma abgegeben haben.

Wenn Sie in eigenem Namen gehandelt haben, können auch nur Sie verklagt werden.

Wenn der falsche verklagt wird und der Beklagte dem Gericht mitteilt, dass er nicht Vertragspartner ist, wird die Klage abgewiesen.

Danach kann der Kläger dann eine neue Klage gegen den richtigen Beklagten einreichen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Bernhard Müller

Rückfrage vom Fragesteller 28. April 2022 | 14:06

Hallo Herr Müller

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe eine abschließende Frage um den Sachverhalt besser aufzubereiten.

Soll ich dem Anwalt des Klägers zumindest eine Antwort in der ich klarstelle, dass ich die geforderte Summe bereits bezahlt ist? Das würde bedeuten, dass die Restsumme um die sich der Disput dreht circa 1000 beträgt.

MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28. April 2022 | 15:02

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie können antworten, wenn Sie sich sonst langweilen, aber eine Rechtspflicht dazu kann ich nicht erkennen.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

(525)

Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
Web: http://www.ra-bernhard-mueller.de/
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