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Bewaehrungsauflagen / Widerruf

| 20.04.2012 15:27 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


im November 2010 wurde ich zu einer Bewaehrungstrafe von 18 Monaten verurteilt. Die Auflagen waren 150 Sozialstunden, Wohnortwechsel unverzüglich mitteilen sowie an die den Klaeger 300 Euro Schadensersatz bezahlen. Aus privaten Gründen habe ich bis heute habe ich die Bewaehrungsauflagen nicht erfüllt. Anzumerken ist jedoch das ich bis heute weder vom Gericht noch vom Bewaehrungshelfer Einladungen etc. bekommen habe. Kann ohne mein Wissen die Bewaehrung widerrufen werden? Muss ich mit Haftbefehl rechnen? Habe ich die Möglichkeit mit Hilfe eines Rechtsanwaltes die Sachlage noch positiv abzuwenden? Welche Schritte koennen bei Bewaehrungswiderruf über einen Rechtsanwalt eingeleitet werden?

-- Einsatz geändert am 20.04.2012 15:36:44
20.04.2012 | 16:59

Antwort

von


(16)
Beim Schlump 58
20144 Hamburg
Tel: 040 - 35709790
Tel: 0163-2688570
Web: http://www.verteidigerin-braun.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts sowie unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

1.
Der Widerruf einer Strafaussetzung zur Bewährung richtet sich nach § 56 f StGB. Danach widerruft das Gericht die Bewährung unter anderem dann, wenn die verurteilte Person gegen Bewährungsauflagen gröblich oder beharrlich verstößt.

Wenn Sie also die Arbeitsstunden nicht abgeleistet haben und dem Kläger keinen Schadensersatz gezahlt haben, so ist ein Widerruf grundsätzlich möglich. Ihren Angaben kann ich nicht entnehmen, ob Sie Wechsel des Wohnorts angezeigt haben und für das Gericht erreichbar waren.

Vor dem Widerruf der Bewährung sollen Sie grundsätzlich mündlich angehört werden, § 453 Abs. 1 Satz 3 StPO. Eine solche Anhörung kann aber unterbleiben, wenn sie unmöglich ist, weil der Verurteilte untergetaucht ist. Auch wenn Sie einen Wohnungswechsel nicht angzeigt haben sollten, ist ein Widerruf ohne Ihre Anhörung möglich.

Der Widerruf würde dann öffentlich zugestellt.

2.
Grundsätzlich ist ein Haftbefehl möglich, wenn dafür gesetzliche Gründe vorliegen.

Sollten Sie beispielsweise für die Anhörung über den Widerruf nicht erreichbar gewesen sein und/oder einen Wohnortwechsel nicht angezeigt haben und sollte Ihr Aufenthalt daher nicht festgestellt werden können, so kann ein Haftbefehl gegen Sie in der Welt sein. Geregelt ist der sogenannte Sicherungshaftbefehl in § 453 c StPO.

3.
Hier kann eine genaue Vorhersage ohne Aktenkenntnis nicht getroffen werden. Sie sollten aber in Ihrem eigenen Interesse einen Rechtsanwalt beauftragen, der sich der Sache annimmt und zunächst Einsicht in Akte nimmt.

Grundsätzlich ist statt des Widerrufs einer Bewährung auch eine Verlängerung der Bewährungszeit oder die Erteilung von weiteren Auflagen/Weisungen möglich.

4.
Sollte eine Bewährung widerrufen worden sein, so kann der Rechtsanwalt gegen diese Entscheidung das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde einlegen. Die sofortige Beschwerde muss binnen einer Woche eingeleget werden!

Zusammenfassend ist Ihnen zu raten, dringend einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beaufragen.


Ich weise darauf hin, dass diese Plattform lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung durch einen Anwalt vor Ort nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine durchaus abweichende rechtliche Bewertung ergeben. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.


Rechtsanwältin Alexandra Braun
Fachanwältin für Strafrecht

Nachfrage vom Fragesteller 20.04.2012 | 17:14

Sehr geehrte Frau Braun,

vielen Dank die Antworten sind sehr hilfreich. Ein Wohnortwechsel oder Umzug fand nicht statt.

Eine Nachfrage: Wird bei Bewaehrungswiderruf mir eine Einladung mit FRIST zur Hafantritt gewaehrt bevor ein Haftbefehl - Fahndung veranlasst wird ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.04.2012 | 17:28

Nach einem Bewährungswiderruf werden Sie zum Haftantritt geladen. Sie werden dann aufgefordert, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Justizvollzugsanstalt zu melden. In der Ladung wird Ihnen eine Frist gesetzt, die in der Regel mindestens eine Woche beträgt. Zu einem sofortigen Strafantritt kann geladen werden, wenn die sofortige Vollstreckung der Freiheitsstrafe geboten ist. Üblicherweise haben Sie aber etwas Zeit, Ihre Angelegenheiten zu regeln.

Wenn Sie sich binner der in der Ladung genannten Frist nicht zum Strafantritt melden, so ergeht ein Vorführungs- bzw. Haftbefehl.

Bewertung des Fragestellers 20.04.2012 | 17:16

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