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Betrugsversuch oder legitime Forderung?

| 16.01.2019 18:30 |
Preis: 30,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Zusammenfassung: Fragen zum Zahlungsverzug und Betrug bei verweigerter Zahlungsannahme

Sehr geehrte Frau Anwältin/Sehr geehrter Herr Anwalt,

vor einigen Tagen wurde ich von einer Webseite, welche virtuelle Dienstleistungen anbietet, aufgefordert, ein Ausweisdokument einzureichen. Dies verweigerte ich, da mir kein legitimer Grund für diese Aufforderung genannt werden konnte.

Ich habe die Dienstleistungen in Anspruch genommen und stets per Kreditkarte bezahlt.
Da ich mich nicht identifizieren wollte, erhielt ich kurz darauf diese Mail:

"
Offener Betrag

Wir wurden von unserer Abrechnungsfirma benachrichtigt, dass sie einen Disput in Bezug auf Ihre Karte über $ 380.46 bearbeitet haben.

Wir haben Ihre IP-Adresse, die Chat-Logs und alle anderen Informationen in Bezug auf Ihre Nutzung von xxx protokolliert. Diese Informationen werden den örtlichen Strafverfolgungsbeamten am Ort der IP-Adresse, die wir durch die Abteilung für Computerkriminalität überprüft haben, vorgelegt und wenn Sie dadurch identifiziert werden, werden Sie wegen verbrecherischem Kreditkartenbetrug und Identitätsdiebstahl angeklagt.

Als Ergebnis dieser Betrugsbehauptung wurde diese Karte hinsichtlich ihrer Annahme bei xxx und allen anderen Webseiten, die unser Abrechnungsanbieter bearbeitet, blockiert. Ihr xxx Konto wurde ebenfalls geschlossen und kann nicht genutzt werden.

Wir hoffen, dass dies nur ein Missverständnis der xxx Nutzungsbedingungen war, und wir würden es vorziehen, wenn es sich vermeiden ließe, diesen Prozess mit Ihrer örtlichen Strafverfolgungsbehörde zu formalisieren.

Zur Wiederholung: Ihre Kreditkarte wird nur dann belastet, wenn Sie auf die Bezahlbereiche unserer Website zugreifen. Die Gebühren gelten pro Minute und werden klar angegeben, bevor Sie irgendwelche Bezahlbereiche betreten.

Auf Ihrem xxx Konto # 48813363 haben Sie derzeit $ 380.46 an ausstehenden Gebühren.

Stellen Sie einen Bankscheck oder eine Zahlungsanweisung über $ 380.46 in US-Währung aus, und zwar zahlbar an:
ICF Technology, Inc Ref # 48813363

PERSÖNLICHE SCHECKS ODER BARGELD WERDEN NICHT AKZEPTIERT.

Bitte mailen Sie Ihren Bankscheck oder die Zahlungsanweisung in US-Währung, um Ihr Kontogebühren zu begleichen und eine polizeiliche Untersuchung zu vermeiden:

SM Payment Processing Center
Ref # 48813363
P.O. Box 2468
Seattle, WA 98111-2468
USA
"

Mir wurden alle jemals auf dieser Webseite getätigten Transaktionen zurück überwiesen, obwohl ich die Dienste in Anspruch genommen habe.
Nun werde ich aufgefordert, genau diese Summe noch einmal zu bezahlen, jedoch mittels Bank Scheck an eine PO Adresse in den Vereinigten Staaten.
Im Internet habe ich in Bezug auf diese Firma viele negative Beiträge gelesen, welche von Identitätsdiebstahl, Betrug und Geldwäsche berichten.

Meine Frage ist: Da ich die Dienste in Anspruch genommen habe, die Forderung also besteht, muss ich der Forderung in der E-Mail nachkommen? Handelt es sich um einen Geldwäscheversuch seitens der Betreiber? Da ich meine eigene Identität schlecht stehlen kann, habe ich mich zweifellos nicht strafbar gemacht(?).
Muss ich zahlen? Auf meine Nachfrage, mir eine IBAN zur Überweisung zukommen zu lassen, wird nicht reagiert. Ich möchte jedoch mangels Nachweisbarkeit nicht per Scheck zahlen. Versucht mich dieses Unternehmen zu betrügen? Handelt es sich um eine Masche?

Freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Aus Ihrer Sachverhaltsschilderung entnehme ich, dass Sie die streitgegenständlichen Beträge bereits einmal beglichen hatten und ihnen diese Beträge jedoch zurück gezahlt wurden. Bei Zugrundelegung dieses Sachverhaltes kann Ihnen grundsätzlich kein betrügerisches Verhalten unterstellt werden, da eine Zahlung erfolgt ist. Wenn Sie bei Vertragsabschluss die Kreditkarte angegeben haben und dies das akzeptierte Zahlungsmittel war, müssen Sie jetzt im Nachgang keine andere Zahlweise akzeptieren. Für die Zahlung mit Kreditkarte kann auch nicht im Nachgang als Legitimation ein Ausweisdokument verlangt werden.

Es ist nach der Schilderung tatsächlich davon auszugehen, dass der Anbieter betrügerische Zwecke verfolgt und sich rechtswidrig verhält. Ich empfehle Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt keine Aktivitäten zu unternehmen und keine anderweitigen Zahlungen zu leisten. Mit strafrechtlichen Ermittlungen müssen Sie nicht rechnen. Bewahren Sie jedoch die Belege zur Zahlung und Rückzahlung gut auf, mind. bis zum 31.12.2022, da erst dann Verjährung eintritt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
---------------------------------------
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familien- und Erbrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)

Datenschutz:
https://www.anwaltskanzlei-sperling.de/wp-content/uploads/2018/06/Hinweise-zur-Datenverarbeitung.pdf

https://www.anwaltskanzlei-sperling.de/datenschutz/





Nachfrage vom Fragesteller 16.01.2019 | 19:32

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin Sperling,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Kann ich das mir zurückgezahlte Geld also einbehalten? Der Anbieter reagiert auf keinen Kontaktversuch von mir. Wenn das Geld dennoch unwahrscheinlicher weise auf legitimen Wege eingefordert wird hätte ich Bedenken, da dieses Unternehmen mit Geldwäsche in Verbindung gebracht wird und ich dabei keine Beihilfe leisten möchte.
Wie soll ich mich in Bezug auf das mir zurückgezahlte Geld verhalten?

Vielen Dank,
Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.01.2019 | 19:41


Ihre Nachfrage darf ich wie folgt beantworten:

Das Geld sollten Sie behalten, mit Verzugskosten o.ä. müssen Sie aufgrund der Rückzahlung nicht rechnen.


Bewertung des Fragestellers 16.01.2019 | 19:37

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

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