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Besteuerung von Aktiekursgewinne bei gewöhnliche Aufenthalt ins Ausland

21.11.2019 16:59 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Abend,

Wir sind beide deutsche Staatsbürger und haben zur Zeit Wohnsitze in Deutschland und in England. Wir haben unseren gewöhnlichen Aufenthalt in England, sind aber noch in Deutschland gemeldet.

Unsere Ersparnisse sind in Deutschland und neben ein paar niedrigen Zinsen vom Festgeld, erzielen wir etwas Gewinne durch Kauf und Verkauf von Aktien (vom Umfang her der privaten Vermögenverwaltung zuzuordnen, keine gewerbliche oder selbständige Tätigkeit). Die entsprechenden Dividenden sind erstmal wenig relevant, da sehr niedrig, mir geht es eher um die Kursgewinne.

Wie werden in diesem Fall diese Gewinne in Deutschland besteuert? Fallen realisierte Kursgewinne normalerweise unter Doppelbesteuerungsabkommen?

Sollten diese Gewinne in Deutschland versteuert werden: wir werden unseren deutschen Wohnsitz bald aufgegeben, mein Ehemann wird wahrscheinlich auf Antrag unbeschränkt steuerpflichtig bleiben (so lang er die Voraussetzungen erfüllt), während ich vielleicht keinen Antrag stellen werde (und entsprechend keine Zusammenveranlagung haben). Hätte das Auswirkung auf die Besteurung der Kursgewinne im Vergleich zu unserer jetztigen Situation, was meinen Anteil angeht? (vielleicht relevant zu erwähnen dass manche Aktien in unserem gemeinsamen Depot sind).

Beste Grüße

23.11.2019 | 11:21

Antwort

von


(68)
Grünberger Str. 54
10245 Berlin
Tel: 0302939920
Web: http://www.rechtsanwalt-braun.berlin
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

aufgrund der übermittelten Informationen beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

Die Kursgewinne beim Verkauf von ausländischen Aktien, welche in ausländischen Depots lagen, fällt unter das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen. Diese Kursgewinne sind in Ihrer deutschen Steuererklärung anzugeben, im Rahmen der Steuererklärung geben Sie dann auch eine eventuell gezahlte Quellensteuer des ausländischen Staates an, diese wird dann im Rahmen der Berechnung der deutschen Abgeltungssteuer berücksichtigt.

Wenn Ihr Ehemann inländischer Steuerbürger bleibt, ändert sich für Ihn erst einmal nichts, außer das im Rahmen einer eventuellen gemeinsamen Veranlagung (welche weiterhin möglich ist), Ihre gemeinsamen EInkünfte für die Prüfung der inländischen Steuerpflicht (§ 1 Abs. 3 EStG ) geprüft wird und dann das Vorliegen der Voraussetzungen geprüft wird, dies sollten Sie vorab vor Abgabe der Steuererklärung prüfen. Diese gemeinsame Veranlagung wird nur auf Antrag gewährt, da Sie im Ausland leben und kein inländsicher Steuerbürger sind.

Hinsichtlich der Kursgewinne bleibt bei Ihrem Ehemann alles gleich, wenn SIe nicht inländischer Steuerbürger sind, werden Sie im neuen Ansässigkeitsstaat besteuert. Wenn Sie gemeinsam veranlagt werden, bleibt es ebenfalls gleich. Hinsichtlich des gemeinsamen Depots empfehle, gerade bei der getrennten Veranlagung dieses zu trennen, weil sonst die Zurechnung der aktien problematisch wird.

Ich hoffe, dass ich Ihre Frage beantwortet habe, bei eventuellen Nachfragen können Sie gerne die kostenlose Nachfrageoption benutzen.

Berücksichtigen Sie bitte, dass auch kleine Sachverhaltsänderungen zu einer gänzlich anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt



Nachfrage vom Fragesteller 26.11.2019 | 11:59

Sehr geehrter Herr Braun,

Vielen Dank für ihre Antwort. Ich verstehe aber leider nicht wirklich was die Antwort auf meine Frage ist. Vielleicht hilft der Hinweis, dass es mir nicht um die Besteuerung von ausländischen Aktien in Deutschland geht, sondern um die Tatsache, dass wir Wohnsitze in zwei verschiedenen Ländern haben und somit in zwei verschiedenen Staaten unbeschränkt steuerpflichtig sind.

Wir haben also Wohnsitz in Deutschland und in England. Gewöhnlicher Aufenthalt ist in England, in Deutschland sind wir zwar noch gemeldet, aber nur sehr selten dort. Das Depot liegt in Deutschland, nicht im Ausland, und es handelt sich um deutsche und amerikanische Aktien, die an einer deutschen Börse erworben wurden. Die Kursgewinne werden nun soweit ich weiß auf jeden Fall in England besteuert, da dort unser gewöhnlicher Aufenthalt ist. Werden nun diese Kursgewinne auch noch in Deutschland besteuert, also doppelt besteuert? Oder nur in England?

Und dann wenn ich kein Wohnsitz mehr in Deutschland habe, bin ich wegen dieses deutschen Depots noch in Deutschland mindestens beschränkt steuerpflichtig oder habe ich gar keine zwingende Steuerpflicht in Deutschland mehr?

Sie erwähnen auch ausländische Quellensteuer, ich dachte Quellensteuer und ihre Anrechnung auf der Besteuerung in Ansässigkeitsland betrifft nur Dividende und nicht Kursgewinne. Können Sie mir sagen um welche Paragraph dass sich handelt um sicher zu stellen, dass wir über das gleiche reden?

Beste Grüße aus Großbritannien.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.11.2019 | 14:31

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ich bin tatsächlich von einem ausländischen Depot ausgegangen. In Ihren Fall ist das deutsche Depot, das ausländische Depot. Hinsichtlich der darin verwahrten deutschen Aktien sind die Dividenden und die Kursgewinne Abgeltungssteuer (§ 32d EStG ) belastet.
Dadurch, dass Sie keinen inländischen (deutschen) Wohnsitz mehr haben, sind Sie, durch die Aktien der deutschen Kapitalgesellschaften und deren daraus resultierenden Einnahmen (Dividenden und realisierter Kursgewinne), beschränkt Einkommensteuerpflichtig.
Es gilt zudem Art 10 DBA GB-BRD, wonach Deutschland nur bis zu 15 % besteuern darf. Um diese 10 % wieder zu bekommen, müssen Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben, die überzähligen 10 % sich beim Bundeszentralamt für Steuern erstatten lassen und bezüglich der restlichen 15 % werden diese im Rahmen Ihrer britischen Einkommensteuer berücksichtigt.
Auf ausländische Aktien sollte eigentlich keine Abgeltungssteuer erhoben werden, allerdings machen Banken das dennoch sehr häufig, so dass Sie, falls das passiert, eine Einkommensteuererklärung abgeben sollten, damit diese Zahlungen erstattet.

Wenn Sie noch Fragen, gerade zu den Formularen des Bundeszentralamtes für Steuern haben, können Sie mir auch eine E-Mail schreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt

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Web: http://www.rechtsanwalt-braun.berlin
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