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Bereits gezahlten Reisepreis von Reiseveranstalter zurück


| 15.10.2006 16:51 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht



Sehr geehrte Rechtsanwälte,


ich bin ca. Mitte September in ein Reisebüro gegangen, um mich über Orientreisen (Flug, Hotels) zu informieren.

Am 04.10.06 habe ich per Mail das Reisebüro mit folgender Buchung beauftragt:

"FLUG:
19.11.06 mit ...
...
Für 2 Personen inkl. Rail & Fly zu je 470 Euro zzgl. Tax etc. (sind gesamt ca. 1275 Euro)


Hotel:
22.+23.11.06 Hotel A
24.11.06 Hotel B
25.+26.11.06 Hotel C 1
27.-29.11.06 Hotel D
Insgesamt müßten das 3006 Euro sein.

Lt. Ihrem Katalog sind die Hotels so möglich. Falls alles zu den angegebenen Daten (auch Flüge) frei sind, nehmen wir das so verbindlich. Bitte rufen Sie uns dann an, wann wir zur Buchung vorbeikommen können.

Unabhängig davon:" Ich hab dann noch Fragen zu anderen Hotels vor bzw. nach diesen Reisetermin gestellt.



Am ca. 06.10.06 rief mich das Reisebüro an, so ginge das in Ordnung, weshalb dann eine Anzahlung von 800 Euro fällig sei.

Am 11.10.06 war ich dann im Reisebüro. Das Hotel C1 sei zum Termin nun doch nicht verfügbar. Da das teuere Hotel C3 in der Anlage frei sei, solle ich dieses nehmen. Ich lehnte das Hotel C3 ab, wäre aber während des Aufenthalts bezüglich Hotel C1 dann eben flexibel oder notfalls würde ich auch das Hotel C2 in der Anlage nehmen - das noch teuere und unschönere Hotel C3 aber auf keinen Fall. Da die Mitarbeiterin wegen Buchhaltungsarbeiten keine Zeit hatte, wollte Sie mich dann in den nächsten Tagen, ob Hotel C1 oder C2 anrufen. Sie verlangte die besprochene Anzahlung und händigte auf meine Nachfrage eine Quittung und einen losen Reisesicherungsschein aus.

Am 12./13.10.06 informierte mich die Mitarbeiterin, das ich das Hotel C3 bzw. ein anderes Hotel außerhalb der Anlage nehmen muß. Falls ich die Reise dann nicht nehme, muß ich ggf. Stornierungskosten zahlen. Das habe ich abgelehnt, da ich am 04.10.06 einen unmißverständlichen Komplettauftrag mit bestimmten Hotels erteilt habe und nicht für irgendwelche anderen Hotels was zahle - ich schrieb ja "falls alles so möglich ist, nehme ich das verbindlich." Ich habe dann das Reisebüro per Fax aufgefordert, mir die Anzahlung zurückzugeben.

Ich habe mir dann heute die Allgemeinen Reisebedingungen angeschaut: Hierin steht u. a.:
1.3 ... Bei oder unverzüglich nach Vertragsschluß werden wir Ihnen die Reisebestätigung aushändigen.
1.4 Weicht der Inhalt der Reisebestätigung vom Inhalt der Anmeldung ab, so liegt ein neues Angebot unsererseits vor, an das wir für die Dauer von 10 Tagen gebunden sind. Der Vertrag kommt auf Grundlage des neuen Angebots zustande, wenn sie uns innerhalb dieser Bindungsfrist die Annahme erklären.
...
3.1 Mit Vertragsschluß zahlen Sie bitte 15 % des Reisepreises und bekommen sofort den Sicherungsschein ausgehändigt.
...


Obwohl ich bereits die Anzahlung geleistet habe, wurde mir bis heute keine Reisebestätigung ausgehändigt. Ich habe mir daher meine Quittung näher angeschaut, auf der für die Reise-Nr. ... ein Gesamtbetrag von 1486 Euro (abzüglich Anzahlung) ausgewiesen ist.

Meine Problem nun:
Trotz Anzahlung habe ich -entgegen der Allgemeinen Reisebedingungen des Reisebüros- keine Reisebestätigung erhalten. Wie sich der auf der Quittung aufgeführte Gesamtreisebetrag von 1486 Euro zusammensetzt, weiß ich nicht - nur die Flüge können es vom Preis her (ca. 1275 Euro) auch nicht sein, der Buchungsauftrag (Flug+Hotel) war rund 4270 Euro. Ich weiß also nicht, was nun verbindlich gebucht ist, sondern muß warten, was das Reisebüro mir reindrückt.Ich hänge also vollkommen in der Luft, durch meine Anzahlung bin ich dem Reisebüro komplett "ausgeliefert". Ich dachte, dass ich durch meinen schriftlichen Buchungsauftrag, Quittung und Anzahlung abgesichert bin. Ich hab mich nun aufgrund des Vorfalls mal bei anderen Reisebüros erkundigt: Nicht nur, dass die Hotels dort während des Aufenthalts verfügbar sind - durchwegs werden nicht nur Reisebestätigungen, sondern sogar für den Kunden unverbindliche (aber zeitlich befristete) nachvollziehbare Reservierungsbestätigungen unaufgefordert ausgehändigt!!! Ich hab von meinem Reisebüro nur eine Anzahlungsquittung, aus dem sich nicht mal die Zusammensetzung eines undefinierbaren Gesamtreisebetrags ergibt.

Welches weitere Vorgehen empfehlen Sie mir? Nachdem das Reisebüro trotz gut klingender "Allgemeiner Reisebedingungen" sich einseitig zu deren Vorteil verhält, will ich eigentlich nur noch meine 800 Euro zurück - oder zumindest retten, was zu retten ist. Die Zentrale befindet sich wohl in Düsseldorf. Soll ich die mal anschreiben, mit welchem Inhalt?

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Sehr geehrter Herr, sehr geehrte Dame,

auf Grundlage der geschilderten Details erlaube ich mir, Ihre Frage wie nachfolgend summarisch zu beantworten. Bitte beachten Sie, dass bedingungsgemäß eine Erstberatung geboten wird, die eine genaue und abschließende weiterführende Beratung nicht ersetzt!

Ausgehend von Ihren vertraglichen Wünschen erkenne ich nicht, woher das Reiseunternehmen auf die Idee kommt, Sie vertraglich an die diktierten Bedingungen zu binden. Vor dem Hintergrund, dass die Abweichungen auch nicht in einer Reisebestätigung niedergelegt wurden, schlage ich Ihnen vor, dass Sie einen Rücktritt vom Reisevertrag schriftlich erklären, da die akzeptieren Bedingungen (s. Ihre EMAILS) offenbar nicht erfüllt werden können. Ob die AGB hier überhaupt Vertragsbestandteil sind, ist fraglich. Bitte haben Sie im Verständnis, dass ohne konkrete Prüfung der Schriftstücke keine abschließende Beratung möglich ist. Auch die Korrespondenz kann hier nicht skizziert werden. Bitte suchen Sie einen Kollegen vor Ort zur weiterführenden Beratung auf.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. Für eine weitere Vertretung schreiben Sie mich bitte ausschließlich über die untenstehende email an, ich rufe dann gerne zurück!

Hochachtungsvoll

Rechtsanwalt Hinrichs

rahinrichs@gmx.de

Nachfrage vom Fragesteller 15.10.2006 | 18:44

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
viele Danke für die prompte Antwort, von der ich mir einen ersten rechtlichen Überblick erhofft habe.
Die in meiner Frage diktierten Bedingungen befinden sich auf den Reisekatalog des Veranstalters, aus dem ich mir die Reise ausgesucht habe. Da diese für mich nicht schlecht wären, möchte ICH den Reiseveranstalter an seine Bedingungen binden.
Wie bereits geschildert, habe ich den Reiseveranstalter per Fax bereits aufgefordert, mir die Anzahlung zurückzugeben, weil die Bedingungen nicht erfüllt werden können. Da dieser dennoch Stornierungskosten von mir haben will, dachte ich nun, ich fordere den Veranstalter unter Berufung auf seine allgemeinen Reisebedingungen zur Aushändigung einer nachvollziehbaren Reisebestätigung auf, was ich seiner Meinung nach gebucht habe, damit auch ich als Kunde das mal weiß und entsprechend disponieren kann.
Und wenn die Reisebedingungen oder AGB nicht Vertragsbestandteil sind, was denn dann?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.10.2006 | 19:01

Danke für Ihre Nachfrage. Ich weise am Rande darauf hin, dass Ihre Frage sowie der Einsatz den Umfang meiner Antwort vorgeben.

Ein Vertrag setzt immer auch einen Vertragsschluss in rechtlich bindender Form voraus, was ich hier nur in Ihrer Email erkennen kann. Wenn nun ein modifizierendes Angebot nach Ihrer Schilderung seitens des Betreibers vorliegt, müssen Sie dies auch angenommen haben. Wenn dies ausscheidet, können auch nicht die AGB Bestandteil sein. Denkbar ist aber, wenn ein Vertrag behauptet wird, dass Sie OHNE ANERKENNUNG EINER RECHTSPFLICHT, dann auch auf Einhaltung der AGB pochen können. Allerdings führt dies dann nicht zur Unwirksamkeit des Vertrages. Entscheidend ist, dass Sie darauf bestehen müssen, dass kein Vertrag (mangels Fixierung) in Abweichung von Ihrem Angebot besteht und daher die Stornokosten nicht belastet werden können.

Gruß

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