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Reiseveranstalter verweigert Storno

29.03.2013 11:27 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Ich habe über HolidayCheck eine Reise für mich und meinen Sohn (11 Jahre) gebucht. Diese Reise incl. des Alters meines Kindes wurde sowohl von HolidayCheck als auch vom Veranstalter selbst so schriftlich bestätigt. Ca. 6 Wochen danach bekam ich einen Anruf, das Hotel würde nur Gäste ab 16 akzeptieren, ich hätte bei der Anmeldung einen Fehler gemacht (statt K für Kind m für männlich angeklickt) , und fernerhin sei in den Kataloginformationen des Hotels ersichtlich, dass keine Kinder unter 16 akzeptiert würden.
Nach langem Hin und Her, bei der Suche nach einer Alternative zeigte man sich unkooperativ, möchte ich nur noch stornieren (und meine Anzahlung zurückerhalten). Man lässt mich aber nicht aus der Buchung heraus, da der Fehler bei mir läge dh ein kostenloses Storno wird mir verwehrt. Habe ich eine Cahnce, oder muss ich mich auf ein Alternativhotel einlassen?

-- Einsatz geändert am 30.03.2013 10:57:01

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Frage.
Gerne beantworte ich diese unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts und Ihres Einsatzes wie folgt.

I.
Sie haben gem. § 651a BGB einen Reisevertrag mit dem Veranstalter geschlossen. Der Vertrag kam zustande durch das Ausfüllen des Buchungsformulars (Angebot) und die Annahme Ihres Angebots durch den Reiseveranstalter in Form der Reisebestätigung. Der Inhalt des Vertrages ist u.a. die Unterbringung von Ihnen und Ihrem elfjährigen Sohn in dem von Ihnen ausgewählten Hotel.

Der Reiseveranstalter ist zwar an die Angaben im Prospekt bzw. der Internetbeschreibung gebunden und muss Ihnen gegenüber dafür Sorge tragen, dass diese Angaben am Urlaubsort auch wirklich zutreffen. Vertraglich kann aber ausdrücklich von den Angaben abgewichen werden, so dass sich der Veranstalter im konkreten Falle nicht ohne weiteres auf die Angabe „es werden nur Jugendliche über 16 Jahren im Hotel akzeptiert" berufen kann. Laut Vertrag dürfte diese Unterbringung geschuldet sein.

In tatsächlicher Hinsicht wird der Reiseveranstalter aber an der Alterseinschränkung des Hotels nichts ändern können. Eine Unterbringung in dem von Ihnen gewünschten Hotel ist nicht möglich. Das stellt einen Reisemangel dar, der Ihnen als Reisender zumindest das Recht einräumt, Abhilfe zu verlangen. Das bedeutet, der Reiseveranstalter muss Sie in diesem Fall in einem gleichwertigen Hotel am selben Ort unterbringen.

II.
Für einen Rücktritt wegen Reisemangel gem. § 651e müsste Ihr Urlaub durch die Änderung des Hotels erheblich beeinträchtigt sein.
Das wäre dann der Fall, wenn der Reiseveranstalter Ihnen entweder kein alternatives Hotel zur Verfügung stellt, oder eine Unterbringung in einem anderen Hotel für Sie nicht zumutbar wäre. Unzumutbarkeit bestünde z.B. bei einem Hotel, welches deutlich schlechter ist als das ursprünglich gebuchte ist, oder wenn es gewichtige Gründe gibt, weshalb Sie ausschließlich in dem gebuchten Hotel untergebracht werden wollen. Eine einfache Auswahl des betreffenden Hotels reicht als solcher Grund allerdings nicht aus. Weiterhin müsste der Veranstalter von diesem Umstand schon bei Vertragsschluss gewusst haben müssen. Hier dürfte ein Alternativhotel zumutbar sein.

Ein Rücktritt wegen Mangels scheidet also aus den dargelegten Gründen aus.

III.
Immer in Betracht kommt ein Rücktritt vor der Reise gem. § 651i BGB. Dieser kann bis unmittelbar vor Antritt der Reise erklärt werden. Allerdings trägt der Reisende bei diesem Rücktritt die Kosten einer Entschädigung, in der Regel eine vertraglich vereinbarte Stornogebühr.

IV.
Im Ergebnis bleibt Ihnen also nur die Möglichkeit entweder ein Alternativhotel zu akzeptieren, oder aber gegen Zahlung der Stornogebühr zurückzutreten.

Es tut mir leid, Ihnen keine befriedigendere Antwort auf Ihre Frage geben zu können.

Ich hoffe Ihnen mit der Antwort weitergeholfen zu haben. Sollte etwas unklar sein, so benutzen Sie ganz einfach die Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass dies nur eine erste Einschätzung der Situation darstellt. Ein Hinzufügen oder Weglassen von Tatsachen im Sachverhalt kann zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Ludwig
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 02.04.2013 | 08:05

Guten Morgen,

vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.
Ich muss wohl davon ausgehen, dass "weiche" Kriterien, warum ein Alternativhotel ggfs nicht "zumutbar" ist, hier nicht erfolgversprechend sind, zB kein Indoorpool, keine direkte Strandlage (vs. dem ursprgl. gebuchten); solange das Alternativhotel derselben Kategorie entspricht?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2013 | 13:38

Sehr geehrte Ratsuchende,

grundsätzlich wird bei der Prüfung der Zumutbarkeit zunächst die Hotelkategorie als erster Bezugspunkt herangezogen. Ob "weiche" Kriterien die Zumutbarkeit beeinflussen oder nicht, kann so pauschal nicht beantwortet werden. Auch diese Kriterien spielen bei der Zumutbarkeit eine Rolle. Im Ergebnis kommt es sowohl auf die objektive, als auch auf die subjektive Gleichwertigkeit der Hotels an.

Der bloße Unterschied "Outdoorpool statt Indoorpool" allein dürfte aber in der Tat nicht gegen die Zumutbarkeit sprechen. Anders wäre die Lage, wenn Sie auf den Indoorpool angewiesen wären, z.B. wenn die Reise eine Trainingsreise zur Vorbereitung auf einen Sportwettkampf wäre und diese Vorbereitung mangels Indoorpool nicht durchfegührt werden könnte.

Im Normalfall wird die Änderung des Hotels gleicher oder höherwertiger Kategorie aber als bloße Unannehmlichkeit gewertet.
Ohne weitere Kenntnis der einzelnen Hoteldetails tendiere ich dazu, dass die Zumutbarkeit in Ihrem Falle noch gewahrt wird.

Eine abschließende Antwort würde eine genaue Überprüfung der beiden Hotels bedürfen, was leider den Rahmen dieses Forums überschreiten würde.

Möglicherweise gibt es aber, fernab von rechtlichen Ansprüchen, noch die Möglichkeit sich mit dem Reiseveranstalter auf ein Alternativhotel zu einigen, welches Ihnen eher zusagt als das Angebotene. Schließlich dürfte es auch im Interesse des Veranstalters liegen, dass Sie als zufriedene Kundin in den Urlaub fahren.

Ich hoffe Ihnen zu Ihrer Nachfrage eine zufiedenstellende erste Einschätzung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Ludwig
Rechtsanwalt

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