Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.435
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auszahlung von betrieblicher Altersvorsorge: Wie Steuern und Sozialabgaben sparen?


| 26.10.2017 09:25 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Pascal Gratieux, LL.M.



Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Sebastian und ich frage bezüglich der Situation meiner Mutter. Meine Mutter geht 2018 in Rente. Sie hat drei betriebliche Altersvorsorgen, darunter eine Direktversicherung mit Fälligkeit 2018, eine Pensionskasse mit Fälligkeit 2019 und eine Betriebsrente, die mit Eintritt in die gesetzliche Rentenversicherung monatlich ausgezahlt wird.

Die Direktversicherung und Pensionskasse haben beide die Möglichkeit des Kapitalwahlrechts und sie möchte sich bei beiden für die einmalige Auszahlung bzw. Kapitalabfindung entscheiden. Die bAVs werden bis zum Ende der Erwerbstätigkeit im Betrieb fortgeführt, eine private Fortführung hat nicht stattgefunden und ist nicht mehr vorgesehen (in Bezug auf Az. 1 BvR 1660/08 und Az. 1 BvR 739/08).

Gibt es bestimmte Maßnahmen, die wir ergreifen können, um Steuern und/oder Sozialabgaben zu sparen? Nach meinem Kenntnisstand müssen Beiträge an Kranken- und Pflegeversicherung bezahlt werden. Wie kann man die Sozialversicherungsbeiträge und Steuerlast senken?

Vielen Dank und freundliche Grüße,
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Ihre Mutter steht kurz vor dem Rentenbeginn, wobei Sie sowohl in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, als auch im Rahmen der privaten Vorsorge, so z.B. durch Betriebsrenten, vorgesorgt und Sie stellen sich die Frage, ob Sie in diesem Lebensabschnitt Steuern "sparen" kann.

1. Steuervorteile nutzen

Die Frage ist insofern sehr sinnvoll gestellt, als dass der Gesetzgeber für Rentner bestimmte Aktivitäten steuerlich privilegiert, indem er sie durch Steuervorteile fördert und außerdem bestimmte Ausgaben die Steuerlast mindern können. Hierbei ist es aber wichtig zu betonen, dass die unter Steuergesichtspunkten konkret günstigste Entscheidung immer nur unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände, wie z.B. Ehe, Kapitalanlagewünsche etc. gefunden werden kann. Nichtsdestotrotz gibt es als Ausgangspunkt bestimmte allgemeine Punkte, die zu nennen sind.

2. Sonderausgabenabzug nutzen

Eine der bedeutensten Möglichkeiten für Rentner, die Steuerlast zu reduzieren, ist es, den Sonderausgabenabzug zu nutzen. Im Rahmen der jeweiligen Höchstbeträge, sind Aufwendungen für Kranken-, Pflege-, Haftpflicht- und Unfallversicherung bei der Steuer anzusetzen und können somit die Steuerlast mindern. Auch Unterhaltszahlungen können als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Hierbei sind folglich die jeweiligen Belege geordnet zu sammeln.

Ebenso sind bestimmte haushaltsnahe Dienstleistungen, Betreuungs- und Pflegeleistungen, im Rahmen von Maximalbeträgen steuerlich zu berücksichtigen. Bräuchte bzw. wollte Ihre Mutter also im Haushalt eine Unterstützung einstellen, könnte sie einen Teil der Kosten für die haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend machen.

3. außergewöhnliche Belastungen können Steuerlast mindern und Werbungskosten

Außerdem steuerlich relevant können alle Krankheitskosten sein, wenn Sie insgesamt als außergewöhnliche Belastung eingestuft werden. Deshalb ist es sinnvoll, alle Belege im Zusammenhang mit diesen Kosten, also für Medikamente, Arztkosten (auch außergewöhnliche Behandlungsmethoden), Kosten einer Kur etc., aufzubewahren. Hierbei ist zu beachten, dass manche Kosten allerdings nur berücksichtigt werden, wenn die Behandlung ärztlich oder sogar amtsärztlich attestiert ist. Dies kann z.B. bei einer Kur der Fall sein.

Der Wille Krankheitskosten steuerlich zu privilegieren, zeigt sich auch bei Behinderungen, weshalb es bei einer dauernden, chronischen Erkranken sinnvoll sein kann, eine Behinderung feststellen zu lassen.

Auch zu beachten ist, dass Rentner auch Werbungskosten absetzen können, wenn diese im Zusammenhang mit dem Rentenerwerb stehen. Hierbei sind z.B. die Kosten für die Hinzuziehung eines Rentenberaters abziehbar und auch alle Rechtsbeistandskosten, welche im Zusammenhang mit der Auszahlung mit einer Rente stehen (z.B. Rechtsstreit mit Ex-Arbeitgeber wegen einer Betriebsrente).

4. Antrag auf Günstigerprüfung bei Einkünften aus Kapitalvermögen und Hinzuverdienst

Unter Umständen, je nach persönlichem Steuersatz, kann es zu einer Steuererstattung kommen, wenn das Finanzamt eine Steuererklärung verlangt und außer Einkünften aus Kapitalvermögen keine weiteren bedeutenden Einkünfte vorliegen. Deshalb ist in einem solchen Fall innerhalb der Anlage KAP der Steuererklärung die Günstigerprüfung zu beantragen. Dies bringt dann Vorteile, wenn der persönliche Steuersatz bei Ihrer Mutter unter 25 % (in etwa bei einem Jahreseinkommen bis 50.000 € relevant) liegt.

Weiterhin ist es erwähnenswert, dass Rentner einen Hinzuverdienst bis 450 € grundsätzlich nicht versteuern müssen, soweit der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt pauschal versteuert.

5. "Gibt es bestimmte Maßnahmen, die wir ergreifen können, um Steuern und/oder Sozialabgaben zu sparen? Nach meinem Kenntnisstand müssen Beiträge an Kranken- und Pflegeversicherung bezahlt werden. Wie kann man die Sozialversicherungsbeiträge und Steuerlast senken? "

Zusammenfassend gibt es verschiedene Ansätze, um die Steuerlast zu senken, wobei hier die allgemeinen und wichtigsten genannt wurden. Im Rahmen einer umfassenderen Beratung können aufgrund der Berücksichtigung aller persönlichen Umstände in der Regel weitere Steuersparmöglichkeiten gefunden werden. Aber wie immer gilt, es gibt hier nicht von vornherein eine richtige Antwort. So kann z.B. auch die Verlagerung des Wohnsitzes die Steuerlast erheblich mindern, kommt aber naturgemäß nicht für jeden in Betracht.

In Bezug auf die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können rechtlich, also, unabhängig von einem etwaigen Wechsel der Krankasse, bei welchem vor allem die erforderlichen Leistungen der Kasse in den Blick gefasst werden sollten, grundsätzlich keine Gestaltungen zu niedrigeren Beiträgen führen.

Zur etwas genaueren Einordnung in den Gesamtkontext sei noch erwähnt, dass Rentner aufgrund des sog. Rentenfreibetrages ab dem Jahr 2017 einen Teil Ihrer Rente gar nicht erst versteuern müssen, nämlich 26 % und nur eine Steuererklärung abgeben müssen, wenn Ihre Einkünfte über dem Grundfreibetrag von jährlich 8.820 € (Ledige) liegen (17.640 Euro für Verheiratete).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Da mein erstes Ziel immer die vorbehaltslose Mandantenzufriedenheit ist, würde ich mich über eine Bewertung mit fünf Sternen freuen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen


Pascal Gratieux, LL.M. (Köln/ Paris 1)
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.10.2017 | 22:42

Sehr geehrter Herr Gratieux,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ihre anfänglichen Annahmen sind korrekt. Meine Mutter befindet sich in einem Angestelltenverhältnis und hat Altersvorsorge auf allen drei Altersvorsorge-Ebenen betrieben (1. Ebene: gesetzliche Rentenversicherung, 2. Ebene: betriebliche Altersvorsorge, 3. Ebene: private Altersvorsorge). Sie ist in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Anlass meiner Frage ist die bevorstehende Auszahlung der Versicherungsverträge aus der zweiten Ebene, wobei das besondere ist, dass ein Vertrag noch während der Erwerbstätigkeit ausgezahlt wird, ein anderer erst nach Beendigung der Erwerbstätigkeit, also während der Rente.

Ich fasse Ihre Antwort in Bezug auf die zwei Themengebiete Sozialabgaben sowie Steuern zusammen und habe dazu noch Nachfragen. Bitte korrigieren Sie mich, falls die Zusammenfassungen nicht korrekt sind.

1. Sozialabgaben
Sie schreiben: „In Bezug auf die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können rechtlich, also, unabhängig von einem etwaigen Wechsel der Krankasse, bei welchem vor allem die erforderlichen Leistungen der Kasse in den Blick gefasst werden sollten, grundsätzlich keine Gestaltungen zu niedrigeren Beiträgen führen."

Zusammenfassung: Die einzige Möglichkeit, Sozialabgaben zu sparen, ist der Wechsel der Krankenkasse, weil dadurch unter Umständen der Beitragssatz sinkt.

Nachfrage 1: Zu meinem Unmut ist meine Mutter in der teuersten Krankenkasse Deutschlands, der DAK, versichert. Die DAK hat 2017 einen Gesamtbeitragssatz von 16,1 Prozent. Wechselt meine Mutter beispielsweise zur Techniker Krankenkasse, die in 2017 einen Gesamtbeitragssatz von 15,6 Prozent hat, sinkt der Gesamtbeitragssatz um 0,5 Prozentpunkte. Somit lassen sich bei einer Auszahlung von 100.000 Euro aus einer Direktversicherung schon 500 Euro durch einen organisatorisch recht einfachen Wechsel der Krankenkasse einsparen.
Meine Mutter möchte allerdings gerne von der 9/10-Regelung Gebrauch machen, um als Rentnerin pflichtversichert zu sein. Sie fürchtet jedoch, dass durch einen Krankenkassenwechsel diese Regelung nicht zustande kommen könnte, weil durch „Chaos" beim Wechsel oder sonstige verwaltungstechnische Unstimmigkeiten der Eintritt in die Krankenversicherung der Renter (KvdR) verhindert wird. Wäre es möglich, dass das passiert?

2. Steuern
Zusammenfassung: Steuermindernd wirken können (1) Steuervorteile, (2) Sonderausgabenabzug, (3) außergewöhnliche Belastungen und Werbungskosten sowie (4) Günstigerprüfung.

Nachfrage 2: Sie schreiben: „[Die Steuerprüfung] bringt dann Vorteile, wenn der persönliche Steuersatz bei Ihrer Mutter unter 25 % (in etwa bei einem Jahreseinkommen bis 50.000 € relevant) liegt."
Beziehen Sie sich hier auf den durchschnittlichen persönlichen Steuersatz oder auf den persönlichen Grenzsteuersatz? Bei welchem der beiden Steuersätze ist ca. welches Jahreseinkommen relevant?

Nachfrage 3: Sie schreiben: „So kann z.B. auch die Verlagerung des Wohnsitzes die Steuerlast erheblich mindern, kommt aber naturgemäß nicht für jeden in Betracht."
Unter welchen Umständen kann eine Verlagerung des Wohnsitzes die Steuerlast erheblich mindern und warum ist das so? Sprechen wir hier von einer Änderung des Wohnsitzes innerhalb Deutschlands, innerhalb der EU oder sogar ins außereuropäische Ausland?

Vielen Dank und freundliche Grüße,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.11.2017 | 20:16

Sehr geehrter Fragesteller,

auch Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

1. "Nachfrage 1: Zu meinem Unmut ist meine Mutter in der teuersten Krankenkasse Deutschlands, der DAK, versichert. Die DAK hat 2017 einen Gesamtbeitragssatz von 16,1 Prozent. Wechselt meine Mutter beispielsweise zur Techniker Krankenkasse, die in 2017 einen Gesamtbeitragssatz von 15,6 Prozent hat, sinkt der Gesamtbeitragssatz um 0,5 Prozentpunkte. Somit lassen sich bei einer Auszahlung von 100.000 Euro aus einer Direktversicherung schon 500 Euro durch einen organisatorisch recht einfachen Wechsel der Krankenkasse einsparen.

Meine Mutter möchte allerdings gerne von der 9/10-Regelung Gebrauch machen, um als Rentnerin pflichtversichert zu sein. Sie fürchtet jedoch, dass durch einen Krankenkassenwechsel diese Regelung nicht zustande kommen könnte, weil durch „Chaos" beim Wechsel oder sonstige verwaltungstechnische Unstimmigkeiten der Eintritt in die Krankenversicherung der Renter (KvdR) verhindert wird. Wäre es möglich, dass das passiert?"

Ich kann Ihren Unmut verstehen, zumal der Zusammenhang zwischen gebotenen Leistungen der Krankenkasse und dem erhobenen Zusatzbeitrag nicht unbedingt transparent ist. Obwohl es sich hierbei nicht um eine juristische Frage handelt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es durchaus Sinn macht, zu überprüfen, ob die gebotenen Leistungen und die Zusatzbeitragpolitik mit den persönlichen Prioritäten übereinstimmen. Hierbei sollte man allerdings nicht außer Acht lassen, dass die Erstattung bestimmter Leistungen durchaus von Krankenkasse zu Krankenkasse variieren kann und Schwierigkeiten bei der Genehmigung von Leistungen oder gar rechtliche Auseinandersetzungen mit der Krankenkasse einen eingesparten Zusatzbeitrag i.d.R. finanziell nicht aufwiegen können.

In Bezug auf den Status in der gesetzlichen Krankenversicherung als Pflichtversicherter, sog. Krankenversicherung der Rentner und die von Ihnen angesprochene 90/10 Regel, kann sich ein Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung nicht negativ auswirken, da rechtlich keine unversicherte Übergangszeit bestehen kann. Dies liegt darin begründet, dass die Mitgliedschaft bei der alten Krankenkasse erst dann endet, wenn durch die neue Krankenkasse das Zustandekommen der Mitgliedschaft schriftlich bestätigt wurde. Andernfalls kommt ein Wechsel schlicht nicht zustande und man bleibt in der alten Versicherung weiter versichert. Insofern braucht Ihre Mutter in Bezug auf einen Wechsel zwischen zwei gesetzlichen Krankenversicherungen nicht befürchten, dadurch den Status in der Krankenversicherung der Rentner zu verlieren. Dies gilt allerdings natürlich nicht bei einem Wechsel in eine private Krankenversicherung.

2. "Nachfrage 2: Sie schreiben: „[Die Steuerprüfung] bringt dann Vorteile, wenn der persönliche Steuersatz bei Ihrer Mutter unter 25 % (in etwa bei einem Jahreseinkommen bis 50.000 € relevant) liegt."
Beziehen Sie sich hier auf den durchschnittlichen persönlichen Steuersatz oder auf den persönlichen Grenzsteuersatz? Bei welchem der beiden Steuersätze ist ca. welches Jahreseinkommen relevant?"

Die Ausführungen beziehen sich nicht auf den durchschnittlichen persönlichen Steuersatz, also das Verhältnis von tatsächlich zu entrichtender Einkommenssteuer zum Einkommen und auch nicht auf den persönlichen Grenzsteuersatz, also eine rechnerische Größe zur Ermittlung der Mehrbesteuerung bei einer Einkommenssteigerung, sondern schlicht auf das Einkommen und den damit zusammenhängenden sog. tariflichen Steuersatz.

Hintergrund ist § 32 d Abs. 6 EStG, welcher vorsieht, dass dann, wenn der Steuersatz, welcher im individuellen Veranlagungsverfahrens angewendet wird, unter Einbeziehung der Kapitaleinkünfte niedriger als 25 % ist, die Kapitaleinkünfte im Veranlagungsverfahren besteuert werden. Gerade wenn Ihre Mutter das aufgrund der Kapitalauszahlung erhaltene Kapital erhält bzw. später erneut anlegt, wird sie Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Immobilienvermögen haben. Bei Einkünften aus Kapitalvermögen, wird nun, vereinfacht gesprochen, durch den genannten Antrag in der Anlage KAP (sog. Günstigerprüfung) vom Finanzamt überprüft, ob eine Besteuerung nach dem tariflichen Steuersatz oder dem pauschalen Steuersatz für Kapitaleinkünfte (sog. Kapitalertragssteuersatz) günstiger ist. Durch den Antrag kann einem also kein Nachteil erwachsen, sondern das Finanzamt prüft, ob sich ein Vorteil ergibt, wenn ausnahmsweise einen anderer Steuersatz angelegt wird. Das beispielhaft genannte Einkommen von 50 000 € bezog sich auf die Frage, wann sich der Antrag im Ergebnis vorteilhaft zeigt. Da hier jedoch alle persönlichen Einkommensverhältnisse berücksichtigt werden, kann sich der Antrag sowohl bei einem jährlichen Gesamteinkommen von unter 50 000 €, als auch über 50 000 €, lohnen.

Zum besseren Verständnis: Auch für Rentner gelten grundsätzlich entweder die Lohnsteuerklasse 1 (ledig) oder 3 und 5 bzw. 4 (Verheiratete; je nach Wahl). Je nach Renteneintrittsjahr wird nun ein Teil der Rente besteuert. Bei Ihrer Mutter sind dies wie dargestellt 74 % der Rente(26 % werden nicht besteuert). Alle weiteren Umstände, von denen ich Ihnen die allgemein wichtigsten genannt habe, können anschließend in einer Einzelprüfung berücksichtigt werden. Insofern kann eine eingehende Beratung in Steuerfragen, zum Zeitpunkt des Renteneintritts, unter Berücksichtigung von etwaigen Vermögensanlagestrategien, sinnvoll sein. Dies kann im Rahmen dieses Portals selbstverständlich nicht geleistet werden.

3. "Nachfrage 3: Sie schreiben: „So kann z.B. auch die Verlagerung des Wohnsitzes die Steuerlast erheblich mindern, kommt aber naturgemäß nicht für jeden in Betracht."
Unter welchen Umständen kann eine Verlagerung des Wohnsitzes die Steuerlast erheblich mindern und warum ist das so? Sprechen wir hier von einer Änderung des Wohnsitzes innerhalb Deutschlands, innerhalb der EU oder sogar ins außereuropäische Ausland?"

Die Wohnsitzverlagerung, gemeint war in ein anderes Land, ist ein ganz eigenes Beratungsthema, weshalb ich es nur am Rande angesprochen habe. Da jeder Staat die Steuerhoheit über sein Staatsgebiet hat, kann sich die Steuerbelastung je nach Status und Aktivität, stark von Land zu Land unterscheiden. Dies gilt auch für Rentner, sowohl bei einer Wohnsitzverlagerung innerhalb, als auch außerhalb der Europäischen Union. Hierbei sind sehr viele rechtliche Themen und vor allem steuerrechtliche Themen zu beachten. Dies fängt damit an, ob und wie genau der Wohnsitz in der Bundesrepublik aufgegeben wird, geht über Fragen der Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen im anderen Land und umfasst ebenfalls die Frage der Wegzugsbesteuerung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich weiterhin für das entgegengebrachte Vertrauen. Wenn Sie mit der Beratung voll zufrieden waren, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie bei nächster Gelegenheit eine Direktanfrage erwägen würden. Bei fortbestehender Unklarheit in Bezug auf die ursprüngliche Frage, schreiben Sie mir bitte eine Nachricht per E-Mail. Wir finden sicher eine Lösung.


Mit freundlichen Grüßen


Pascal Gratieux, LL.M. (Köln/ Paris 1)
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 03.11.2017 | 15:55


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Herr Gratieux hat meine Frage treffend und umfassend beantwortet."