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Anschaffung einer Katze ablehnbar?


05.05.2007 16:28 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frage bezieht sich auf das Anschaffen einer Katze. Folgendes Problem haben wir.

Wir wohnen seit einem Jahr in dieser Wohnung und hatten zum Einzug einen Hund bereits mitgebracht (Yorkshire) dieser wurde auch bereits vor dem Einzug genehmigt. Im Haus lebte auch bereits ein anderer Hund. Nun wollen wir uns noch eine Wohnungskatze zulegen.

Im Mietvertrag steht zur Tierhaltung folgendes:

Tierhaltung (z.B. Hunde- und Katzenhaltung) ist nur mit der Zustimmung des Vermieters zulässig. Sie wird nur für den Einzelfall erteilt und kann bei Vorliegen eines berechtigten Interesses widerrufen werden. Einer Zustimmung bedarf es nicht für solche Kleintiere, durch deren Haltung keinerlei Schäden, Belästigungen oder Gefährdungen entstehen können und keine Ekelgefühle bei Dritten hervorgerufen werden. Eine erteilte Zustimmung erlischt mit dem Tod oder der Abschaffung des Tieres. Dem Mieter ist untersagt, Tauben vom Grundstück aus zu füttern. Der Mieter haftet für alle aus Tierhaltung und unerlaubter Taubenfütterung entstandenen Schäden des Vermieters, gegebenenfalls auch ohne Vorliegen eines Verschuldens.

Nun haben wir versucht vor der Anschaffung der Katze diese Zustimmung einzuholen. Im Antwortschreiben der Hausverwaltung stand folgendes:

Sehr geehrte .....,

Ihren Wunsch nach Haltung einer Katze lehnen wir ab. Wir bitten um Verständnis für unsere Entscheidung und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Am Telefon bekamen wir als Begründung die Antwort das die Katze ja den Teppich und die Tapeten beschädigen könnte. Sie hätten da schon schlechte Erfahrungen gemacht. Nun, für solche Schäden muss ich ohnehin haften und ausserdem hat die Vermieterin ja auch noch die Kaution um diese Kosten zu decken.

Wie sollten wir weiter vorgehen? Gegen die Ablehnung möchte ich nun schriftlich einen Widerspruch einreichen. Kann man dies überhaupt? Darf die Hausverwaltung ohne ordentliche Begründung die Haltung ablehnen? Gibt es da möglicherweise Paragraphen oder Urteile die sowas verbieten?

Vielen Dank im Voraus
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Fragen.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall den Gang zu einer Kollegin/ einem Kollegen vor Ort ersetzt.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann nämlich die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Fragen beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und eingesetzten Betrag wie folgt:

Die Frage, ob Katzenhaltung in einer Mietwohnung grundsätzlich erlaubt ist, wird von den Gerichten unterschiedlich behandelt.
Die Rechtsprechung ist hier nicht einheitlich.

Das Amtsgericht Hamburg hat entschieden, dass von einer Katze grundsätzlich keine Belästigung ausgeht und der Vermieter deshalb die Haltung dulden müsse.
Das Landgericht München rechnet Katzen zu Kleintieren und entschied in seiner Entscheidung vom 27.01.1999 ( AZ 14 S 13615/98), dass ein Vermieter die Haltung von Kleintieren nicht verbieten könne, sie sei grundsätzlich erlaubt.

Genau in dieser Frage besteht allerdings zwischen den einzelnen Gerichten Uneinigkeit.
Einige Gerichte zählen Katzen zu Kleintieren, die anderen Gerichte behaupten, dass Katzen keine Kleintiere sind.
Wie Ihr zuständiges Gericht entscheiden wird, ist deshalb ungewiss und nicht vorhersehbar.

Nach Ihrem Mietvertrag ist die Haltung von Hunden und Katzen von der Zustimmung des Vermieters abhängig.
D.h. geht man davon aus, dass Katzen nicht zu Kleintieren gehören, müssen Sie sich vor Anschaffung der Katze die Zustimmung des Vermieters einholen.
Der Vermieter MUSS grundsätzlich zustimmen. Eine Ablehnung muss auf einem wichtigen Grund beruhen.
Wichtig für die Beurteilung, ob ein wichtiger Grund vorliegt ist z.B.
- Haben bereits andere Mieter eine Katze?
- Belästigungen durch Katzengeruch( Katzenklo) oder Lärm („sprechende Katze“, vor allem Siamkatzen „sprechen“ gern)
- Katzenallergie im Haus
- Größe der Wohnung / Anzahl der Katzen.

Die Angabe, dass die Katze die Teppichböden/ Tapeten beschädigt, halte ich für nicht ausreichend.
Nicht jede Katze kratzt die Wände an. Meine Katzen machen das z. B. nie.

An Ihrer Stelle würde ich aufgrund der Uneinheitlichkeit der Rechtsprechung dem Vermieter/ der Hausverwaltung schriftlich mitteilen, dass Sie gern eine Katze halten möchten.
Die Gründe für die Ablehnung der Zustimmung würde ich aufgreifen und behaupten, dass dies keine wichtigen Gründe sind.
Des weiteren sollten Sie nochmals daraufhin weisen, dass Sie für eventuelle Schäden haften werden.
Argumentieren Sie, dass Sie einen Hund halten durften und dass die Haltung einer Katze im Endeffekt mit einer Haltung eines Hundes vergleichbar ist.
Schaffen Sie sich aber in keinem Fall die Katze ohne Zustimmung an, denn dann könnten Sie einen Rechtsstreit riskieren und die Katze müsste dann weg.

Sollte der Vermieter immer noch die Zustimmung ablehnen, sollten Sie einen Kollegen/ eine Kollegin vor Ort aufsuchen, der/ die dann prüft, ob weitere juristische Schritte Erfolgs versprechend sind.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Tanja Stiller
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