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Anfangsvermögen/ Darlehensrückzahlung


08.12.2014 13:55 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab



A. und B. sind verheiratet und befinden sich im Trennungsjahr.
A. und B. sind beide Darlehensnehmer für eine Immobilie.

A., der von Anfang an sämtliche Lasten der Immobilie getragen hat, hat die Möglichkeit, eine Summe X als vorgezogenes Erbe zu erhalten, um den Rest des Darlehens vollständig zu tilgen.

Frage: Falls es zur Scheidung kommen sollte, würde dann diese Summe X das Anfangsvermögen von A. erhöhen und damit gleichzeitig den etwaig zu zahlenden Zugewinnausgleich an B. verringern? Muß B. der vorgenannten Tilgung zustimmen?
Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Vermögen, das Sie durch Übertragung im Wege der vorweggenommenen Erbschaft erwerben, wird dem Anfangsvermögen zugerechnet. Es handelt sich hier um so genannten privilegierten Erwerb.

Je höher das Anfangsvermögen, umso geringer fällt, wie Sie zutreffend geschrieben haben, der Zugewinnausgleich aus.


2.

Ob sich allerdings eine Schuldtilgung für Sie rechnet, kann ohne die konkreten Zahlen zu kennen, nicht gesagt werden.

Zu bedenken ist Folgendes:

Wird das Darlehen für die Immobilie getilgt, ist die Immobilie gleichzeitig mehr wert.

Die Eigentumsverhältnisse an der Immobilie sind im Sachverhalt nicht genannt. Wenn ich vom typischen Fall ausgehe, dass Sie und Ihre Ehefrau je zu 1/2 Miteigentümer der Immobilie sind, wird sich früher oder später die Frage stellen, was mit der Immobilie geschehen soll.

Es gibt im wesentlichen drei Möglichkeiten: Entweder Sie verkaufen beide die Immobilie und teilen den Erlös. Alternativ überträgt Ihre Ehefrau ihren hälftigen Miteigentumsanteil an Sie oder es wird umgekehrt verfahren.

Geht man, um die Problematik an einem Beispiel deutlich zu machen, davon aus, dass Sie und Ihre Ehefrau sich entschließen, die Immobilie zu verkaufen, ergibt sich folgende Situation: In diesem Fall würde der Verkaufserlös zwischen Ihnen und Ihrer Ehefrau hälftig geteilt. Von dem Verkaufserlös sind vor der Teilung die Verbindlichkeiten abzuziehen. Sind keine Verbindlichkeiten mehr vorhanden, weil die laufenden Darlehen getilgt worden sind, erhält jeder Ehegatte, also auch Ihre Ehefrau, einen höheren Betrag.

Auch wenn Ihre Ehefrau den hälftigen Miteigentumsanteil an der Immobilie auf Sie übertragen würde, wäre ein höherer Ausgleich zu zahlen, wenn die Immobilie unbelastet ist.

D.h., eine vorzeitige Tilgung, der Ihre Ehefrau nicht zustimmen muss, erhöht den Wert der Immobilie mit den oben genannten Folgen.

Deshalb ist es zweckmäßig, den Zugewinnausgleich vollständig durchzurechnen und zwar einmal mit dem privilegierten Erwerb und einmal ohne. Nur dann kann man sagen, welche Verfahrensweise besser ist.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2014 | 15:59

Sehr geehrter Herr Raab,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Der Kaufpreis der Immobilie betrug im Jahre 2007 280.000 Euro.
A. wird nach Trennung/ Scheidung die Immobilie alleine weiter bewohnen.

A. verkaufte während der Ehe eine andere bereits vor der Ehe angeschaffte Immobilie für 175.000 Euro und ließ den Erlös voll in den Erwerb der o.a. Immo einfließen.
Zudem erhielt A. 2007 ein erstes vorgezogenes Erbe in Höhe von 50.000 Euro zum Erwerb der o.a. Immobilie und im Jahr 2014 ein zweites vorgezogenes Erbe in Höhe von 30.000 Euro zur vollständigen Tilgung des Darlehens.
B. brachte kein Geld mit ein.

Nach meinen Berechnungen betrüge demnach das Anfangsvermögen von A. 255.000 Euro. Falls der Wert der Immobilie nicht gestiegen sein sollte, wäre demnach der Betrag von 25.000 Euro hälftig auszugleichen.

Nach Ansicht von A. macht es daher durchaus Sinn, durch die Tilgung des Darlehens sein Anfangsvermögen zu erhöhen, um den Zugewinnausgleich -in diesem Fall- auf 12.500 Euro zu senken.
Mache ich da gedanklich einen Fehler?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2014 | 16:38

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Vom Grundsatz trifft Ihre Rechnung zu, sofern man lediglich die Parameter zugrunde legt, die Sie aufgeführt haben.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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