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Als Hotelbetreiber einen Gast hinauswerfen

13.08.2018 19:00 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann


Zusammenfassung: Was gilt bei Ruhestörungen durch einen Hotelgast. Eine Räumungklage ist dann nicht notwendig.

Sehr geehrte Damen und Herren,
nachfolgend mein Anliegen:

Ich betreibe bereits seit Jahren eine kleine Hotel- Pension, habe einen Gast welcher ein Zimmer seit einigen Monaten bewohnt.
Die Kosten für die Unterbringung werden vom Bezirksamt mittels einer auf meine Pension ausgestellten Kostenübernahme getragen, d.h es wir monatlich abgerechnet in dem ich dem Bezirksamt eine Rechnung stelle
mit der tatsächlichen Anzahl der Übernachtungen aus dem Vormonat.

Auf der Kostenübernahme ist u.a aufgeführt „Durch diese Erklärung wird kein Vertragsverältnis zwischen dem Land B... und dem Unterkunftsanbieter begründet" Das bedeutet aus meiner Sicht, dass mein direkter Vertragspartner der Hotelgast ist.

Der Zusatnd mit dem Gast hat sich leider sehr negativ entwickelt.
Das Zimmer ist inzwischen vom Gast sehr vermüllt, verdreckt und riecht sehr unangenehm
ist kaum noch begehbar vom ohne Erlaubnis angeschleppten Gerümpel.
Während meiner Abwesenheit (Urlaubszeit) wurde auch das Personal permanent angepöbelt und auch andere Hotelgäste Fühlen sich durch das Verhalten des Gastet belästigt.
Ich forderte den Gast auf das Zimmer zu räumen, dieser wurde laut und antwortete ich solle mich an das Bezirksamt wenden und alles klären.
Das Schreiben mit einer fristlosen Kündigung des Beherbergungsvertrages welches ich in das Zimmer des Gastes gelegt habe wurde ungeöffnet zurück an die Rezeption gelegt.
Ein schriftlicher vertrag mit dem Gast besteht nicht, bei einem Hotelzimmer ist es auch nicht üblich.
Ich möchte natürlich versuchen ohne viel Aufsehen den Gast los werden und bei der Vorgehensweise keine unnötigen Fehler machen.
Nun meine Frage, welche Möglichkeiten habe ich als Betreibe den Gast in kürzester Zeit los zu werden und welche Vorgehensweise ist zu empfehlen?
Vorab vielen Dank und freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Selbstverständlich ist zwischen Ihnen und dem Gast ein Beherbungsvertrag entstanden. Soweit eine Fortsetzung aufgrund der Vorkommnisse unzumutbar ist, dürfen Sie (jedenfalls nach vorheriger Abmahnung) ihn vor die Tür setzen, dazu können Sie gerne aufgrund des Hausrechts (nach Kündigung des Vertrages) dösen zur Not mit Hilfe der Polizei.

Ich halte es für sinnvoll, das Bezirksamt vorsorglich zu kontaktieren, zwingend ist dies jedoch nicht. Allerdings formell etwas flüssiger. Ein dauerhafter Wohnraummietvertrag liegt nicht vor und damit ist auch nicht anders vorzugehen als bei anderen Gästen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.08.2018 | 09:57

Hallo,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Wenn ich es richtig verstanden habe könnte die Vorgehensweise so ablaufen.
Nach mehrmaligen Abmahnungen wurde der Beherbergungsvertrag von mir gestern Fristlos gekündigt,
jedoch habe ich wohlwollend eine Frist von 5 Tagen eingeräumt.
Und wenn sich der Gast nach 5 Tagen weigert das Zimmer zu verlassen, müsste ich mit Hilfe der Polizei
den Gast hinausbefördern.
Dann müsste dieser Ablauf den gesetzlichen Möglichkeiten entsprechen, oder?
Vielen dank und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.08.2018 | 11:20

Guten Morgen!

Genau so sehe ich das. Soweit allerdings, was ich mir kaum vorstellen kann, die Polizei Einwönde hat, weisen Sie darauf hin, dass keinerlei dauerhaftes Vertragsverhältnis begründet ist. Gibt es dann noch immer Schwierigkeiten dies durchzusetzen, melden Sie sich doch bitte!

Mit freundlichen Grüßen Hellmann

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