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Accredis GmbH fordert Geld (Postbank)

25.11.2020 19:56 |
Preis: 42,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


Zusammenfassung: Verjährung einer Forderung aus einem Kontokorrentkredit

Liebe Rechtsanwälte,

ich habe von der Accredis Inkasso GmbH (diese kümmern sich um Forderungen der Postbank) am 23.10.2020 eine Zahlungsaufforderung erhalten.

Im Schreiben steht, dass ich trotz mehrfacher Aufforderungen die offen stehende Forderung der Deutsche Bank AG ehemals Deutsche Postbank AG nicht ausgeglichen habe. Die noch offene Gesamtforderung setzt sich wie folgt zusammen:

Hauptforderung: 53,80 €
Zinsen gemäß § 288 BGB</a>: 28,66 €
bisherige Auslagen/Kosten: 88,74 €
Gesamt: 171,20 €



Dieses Schreiben habe ich wie folgt per E-Mail beantwortet:

1. Habe ich seit über 10 Jahren kein Konto mehr bei der Postbank.

2. Wäre heute eine Zahlungsaufforderung längst verjährt.

3. In Ihrem Schreiben (Aktenzeichen: 0777813859) wird erwähnt, dass ich trotz mehrfacher Aufforderungen die offen stehende Forderung nicht ausgeglichen habe. Das ist nicht der Fall. Ich habe bis Dato keine Zahlungsaufforderungen erhalten.
(Könnte daran liegen, dass ich zwischen 2008-heute zwei mal umgezogen bin?)
Falls es dazu Belege geben sollte, senden Sie mir diese bitte zur Überprüfung.

4. Die Kosten der Position "bisherige Auslagen/Kosten" sind kausal nicht nachvollziehbar.

5. Auch bitte ich um sämtliche andere Schreiben/Einschreiben/Verzugsschreiben seitens Accredis und der Postbank an mich.



Meine E-Mail wurde heute postalisch folgendermaßen beantwortet:

Sehr geehrter Herr S.,
in der vorbezeichneten Angelegenheit nehmen wir Bezug auf Ihre o.g. Nachricht und teilen mit,
dass es sich um eine Forderung zum ehemaligen Konto Nummer ******** handelt. Mangels
Ausgleichs wurde das Konto aufgelöst durch bzw. gekündigt…

Ergänzend teilen wir mit, dass die Forderung nicht verjährt ist. Die Forderung auf Rückzahlung des
Dispositionskredits unterliegt zwar der dreijährigen Regelverjährung, wegen Ihres Verzugs ist die
Verjährung des Rückzahlungsanspruches vom Eintritt des Verzuges an im Sinne von
§ 497 Abs. 3 Satz 3 BGB</a> bis zu 10 Jahre gehemmt. In diesem Zusammenhang weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass
die Vorschriften über Verbraucherkreditverträge nach den <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/492.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 492 BGB: Schriftform, Vertragsinhalt">§§ 492 ff. BGB
auch für Überziehungskredite gelten. Dies hat zur Folge, dass auch die Bestimmung des<a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/497.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 497 BGB: Verzug des Darlehensnehmers">§ 497 Abs.3 BGB anwendbar ist und daher die Verjährung der Forderung auf Rückzahlung gehemmt ist.

Soweit Sie vortragen, keinerlei Mahnschreiben oder Post erhalten zu haben, so weisen wir darauf hin, dass dem Kontoinhaber zur ordnungsgemäßen Abwicklung des Geschäftsverkehrs gern. Nr. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutsche Postbank AG (AGB) besondere Mitwirkungs- und Sorgfaltspflichten obliegen. Demnach sind Anschriftenänderungen unverzüglich schriftlich durch den
Kontoinhaber mitzuteilen. Dies ist offenbar nicht erfolgt. Die Einrichtung eines Nachsendeauftrages bei der Post reicht insoweit nicht aus, zumal dieser zeitlich begrenzt ist.
Wir erwarten daher den Eingang des derzeitigen Gesamtbetrages in Höhe von 171,32 € … bis zum 03.12.2020.

Desweiteren habe ich eine Forderungsaufstellung bekommen:

05.03.2009: Kontokorrentabrechnung
18.03.2009: Inkasso 1. Mahnung
01.04.2009: Kostenbuchung EMA
31.12.2013: KFK per 31.12.2013
31.12.2013: Zinsen
30.06.2014: 4,37% aus 53,80
usw…



Wozu Raten Sie mir?

Besten Dank und Grüße,
Herr S.

PS: Wenn die dreijährige Regelverjährung nicht greift, wie oben beschrieben, dann müssten doch die 10 Jahre greifen, da das Konto im Jahr 2009 aufgelöst worden ist, oder?





25.11.2020 | 22:11

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Der Geschäftsbesorgungsvertrag wurde seinerzeit mit der Postbank AG geschlossen. Soweit nunmehr eine Forderung der Deutschen Bank AG eingefordert wird, hat das Inkassounternehmen neben einer Vollmacht auch den Übergang der Forderung von der Postbank auf die Deutsche Bank nachzuweisen.

Soweit dies erfolgt ist, ist bei den geltend gemachten Forderungen zu differenzieren.
Bei der Hauptforderung ist zu differenzieren, ob es sich um Dispositionskredit oder um eine geduldete Überziehung handelt. Nur bei einem Dispositionskredit kommt eine Hemmung der Verjährung bei Verzugseintritt in Frage. Bei einer geduldeten Überziehung greift die freijährige Verjährungsfrist, AG München, Az.: <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=212%20C%20534/16" target="_blank" class="djo_link" title="AG München, 07.06.2016 - 212 C 534/16: Kontokorrentkonto: Verjährung des Ausgleichsanspruch">212 C 534/16</a> , Urteil vom 07.06.2016.
Bei einem Dispositionskredit ist nach einer Entscheidung des OLG Hamm, Beschluss vom 09.08.2017 Az. <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=31%20W%2010/17" target="_blank" class="djo_link" title="OLG Hamm, 09.08.2017 - 31 W 10/17: Voraussetzungen des Verzuges mit der Rückzahlung eines Konto...">31 W 10/17</a> maßgebend, dass ein Verzug eingetreten ist. Ein Verzug setzt eine Fälligstellung der Forderung unter Angaben der Folgen bei einer nicht fristgerechten Zahlung voraus, was nachzuweisen ist. Nicht ausreichend ist die
- Angabe einer Zahlungsfrist;
- Ankündigung der Einleitung gerichtlicher Schritte;
- Hinweis auf die Berechnung von künftigen Verzugszinsen ohne konkreter Zahlungsaufforderung;

Folglich ist das Inkassounternehmen zur Vorlage einer Vollmacht und dem Nachweis des Verzugseintrittes aufzufordern.

2. Hinsichtlich der Zinsen, der Kosten und Auslagen greift die normale Verjährungsfrist. D.h etwaige Position bis zum 31.12.2016 sind verjährt, wobei das Inkassounternehmen die jeweiligen Forderungen nachzuweisen hat.

Im Ergebnis muss das Inkassounternehmen die Voraussetzung des Verzuges der Hauptforderung sowie das Entstehen der Nebenforderungen nachweisen. Dies wird aus der Erfahrung nicht gelingen. Um die Sache in einem angemessenen zeitlichen Aufwand zu bereinigen sollten Sie der Gegenseite eine Vergleichszahlung von EUR 20,- anbieten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

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