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Widerruf einer Einladung und Rückgabe vom Einlassticket

| 03.08.2016 23:34 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Ich hatte meiner Freundin am 23. Juli 2016 mündlich mitgeteilt, dass ich mit ihr am 29. Oktober 2016 im xxxx zur Halloween-Party gehen möchte. Die Idee hatte sie für gut empfunden, und sich auf einen gemeinsamen Abend in Berlin gefreut. Am 24. Juli habe ich zwei Tickets für die Halloween-Party in Berlin bestellt, bezahlt und auch geliefert bekommen.

Am 8. Juli 2016 habe ich meiner Freundin eine schriftliche Einladung für den gemeinsamen Abend im xxxx für die Halloween-Party zukommen lassen.

Auf der Einladung stand „Hiermit lade ich dich für einen gemeinsamen Abend zur Halloween-Party am 29. Oktober 2016 ein. Ich freue mich auf einen schönen, gemeinsamen Abend mit dir." Der Einladung war ein Einlassticket beigefügt.

Da sich wenige Tage darauf die Rahmenbedingungen geändert haben, und die Beziehung durch sie beendet wurde, habe ich meine Ex-Freundin auf die Einladung zur Halloween-Party und die geänderten Rahmenbedingungen angesprochen.

Ich hatte die Einladung widerrufen und sie gebeten mir das Ticket zurück zu geben. Alternativ hatte ich ihr angeboten, dass sie mein zweites Ticket haben kann, und sie mir den Gesamtpreis für die beiden Tickets (390 Euro) auf mein Konto überweist.

Meine Ex-Freundin teilte mir mit, dass sie - ohne mich - zur Halloween-Party gehen, und mir das Ticket nicht zurückgeben wird. Ihre Aussage war, dass ich ihr das Ticket durch die Übergabe "geschenkt" habe. Auf der Einladung steht jedoch kein einziges Mal das Wort „Geschenk"!

Die Einladung wurde unter der Auflage gemacht, dass wir den Abend gemeinsam bei der Halloween-Party verbringen (so steht es auch auf der Einladung).

M. E. handelt es sich um eine Auflage, mit der Verpflichtung etwas zu leisten. Meine Ex-Freundin kommt der Auflage – trotz schriftlicher Aufforderung - nicht nach, und weigert sich das Ticket an mich zurück zu geben.

Ich habe meine Einladung mündlich, und nochmals auf schriftlichem Weg widerrufen, und um Rückgabe des Tickets gebeten. Meine Ex-Freundin reagiert seitdem nicht mehr.

Gibt es Aussicht auf Erfolg, dass ich das Ticket zurückbekomme, weil die Auflage der Einladung – gemeinsamer Abend – nicht erfüllt ist? Was muss ich konkret tun, um mein Ticket zurück zu bekommen? Habe ich korrekt gehandelt, die Einladung mündlich und auch schriftlich widerrufen zu haben?
Kann ich ggf. an meine Ex-Freundin in Höhe des Ticketpreises eine Mahnung bzw. mit anschließendem Mahnbescheid versenden? Was ist Ihre Empfehlung zum weiteren Vorgehen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst muss ich mitteilen, dass nach dem geschilderten Sachverhalt von einer Schenkung auszugehen ist. Bei der Eintrittskarte handelt es sich um ein sogenanntes Inhaberpapier, an dem Eigentum erworben und übertragen werden kann. Der jeweilige Inhaber kann dann die Leistung vom Veranstalter (Einlass und Durchführung der Veranstatung verlangen). Durch Übersendung der Eintrittskarte mit dem entsprechenden Anschreiben ist von einer Schenkung auszugehen, auch wenn dass Wort "Geschenk" nicht genannt wird. Durch das Wort "Einladung" kommt aber zum Audruck, dass die Eintrittskarte unentgeltlich übertragen wird. Die Unentgeltlichkeit ist das wesentliche Merkmal einer Schenkung.

Es handelt sich meines Erachtens hier um einen Fall der sogenannten Zweckschenkung. Die Schenkung erfolgte in der Erwartung mit der Lebenspartnerin einen gemeinsamen Abend verbringen zu können. Dies geht in Ihrem Fall sogar eindeutig aus dem Begleitschreiben hervor. Die Schenkung erfolgte daher zwingend im Vertrauen auf den Fortbestand der Lebenspartnerschaft.

Dieser Zweck bildet die Geschäftgrundlage der Schenkung. Durch die Trennung kann der angestrebte Zweck nicht mehr erreicht werden, so dass die Geschäftsgrundlage weggefallen ist. Aus diesem Grund haben Sie einen Herausgabeanspruch gegenüber Ihrer Ex-Freundin, § 812 Abs. 1 S. 2 BGB.

Der Herausgabeanspruch bezieht sich auf die Herausgabe der Eintrittskarte. Ein Anspruch auf Zahlung des Ticketpreises dürfte derzeit nicht bestehen, da die Herausgabe wohl noch möglich ist.

Ihr bisheriges Vorgehen war vollkommen in Ordnung. An sich empfiehlt sich immer der Versuch einer einvernehmlichen Lösung.

Ich empfehle Ihre Ex-Freundin nochmals zur Herausgabe des Tickets mit Fristsetzung aufzufordern. Sofern dies nicht zu einem Einlenken führt, verbleibt Ihnen nur noch die gerichtliche Durchsetzung Ihres Anspruches Hiermit sollten Sie sodann einen Rechtsanwalt vor Ort beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Conzen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 04.08.2016 | 07:15

Guten Tag Herr Conzen, vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage. Ihren Rat werde ich befolgen. Welche Kosten kommen bei der Beauftragung eines Rechtsanwaltes auf mich zu bzw. kann ich die mir durch den RA entstandenen Kosten von meiner Ex-Freundin zurückfordern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.08.2016 | 11:32

Sehr geehrter Fragesteller,

bei einer nur gerichtlichen Vertretung durch den Rechtsanwalt betragen die Gebühren in der Regel 157,68 € ausgehend von einem Gegenstandswert (Wert der Tickets) bis 500,00 €. In dem vorgenannten Betrag ist die Verfahrens- und die Terminsgebühr enthalten. Die Gerichtskosten betragen 105,00 € zzgl Kosten einer etwaigen Beweisaufnahme; z.B. Zeugenentschädigung).

Bitte beachten Sie, dass ggf. weitere Gebühren (z.B. Vergleichsgebühr, Reiskosten bei Ortsverschiedenheit zwischen Gerichtsort und Kanzleisitz) hinzukommen können. DIe gerichtlichen Rechtsanwalts- und Gerichtskosten sind im Falle des Obsiegens von der Gegenseite zu erstatten. Sie tragen aber das Insolvenzrisiko, wenn Ihre Ex-Freundin zahlungsunfähig ist.

Sofern der Rechtsanwalt auch vorgerichtlich tätig werden soll (z.B. weiteres außergerichtliches Mahnschreiben) betragen die Rechtsanwaltskosten in der Regel insgesamt 206,41 € (ohne Vergleichsgebühr, Reisekosten etc.).

Die Kosten der außergerichtlichen Tätigkeit sind erstattungsfähig, wenn sich Ihre Ex-Freundin bereits in Verzug befindet. Dies ist spätestens nach einem erneuten Fristablauf der Fall.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Conzen
Rechtsannwalt

Bewertung des Fragestellers 04.08.2016 | 18:42

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Stellungnahme vom Anwalt:
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