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Vom Makler (der kein Makler ist) über Beschaffenheit getäuscht.

| 16.03.2010 08:31 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Makler HB hat in der Zeitung unter der Firmierung „HB Immobilien“ ein Objekt beworben.

Am gleichen Tag habe ich mit einem Freund zusammen das Haus besichtigt.

Hierbei war eine Frage, ob die Heizungen ok sind, was HB unter Zeugen bestätigte.

Wie sich später herausstellte, ist die Heizungsanlage selbst zwar in Ordnung (lediglcih ein Wärmemengenzähler muss gewechselt werden, was er ebenfalls hätte wissen müssen), durch den langen Leerstand sind jedoch alle Heizkörper, alle Heizungsleitungen und alle Wasserrohre defekt.
HB bestätigte im Zusammenhang „Wasserrohre“ ebenfalls, dass die Rohrleitungen ok wären, er wies nur auf eine frisch reparierte und neu gemachte Stelle im Keller hin. Dass ein enormer Wasserschaden bis kurz vor der Besichtigung im Badezimmer im EG vorhanden war (wo die Trockenlegung sogar über die Gebäudeversicherung gezahlt werden musste) verschwieg er. Auch, dass im Bad alle Leitungen geplatzt waren, verschwieg er. Laut seinen Angaben hätte er davon Kenntnis haben müssen, denn laut eigenen Aussagen betreut er das Objekt und den Verkäufer schon einige Jahre. Auch die Nachbarn bestätigten mir, dass Reparaturen am Haus immer von HB, einem Freund des Eigentümers, in Auftrag gegeben wurden.

Im Vertrauen darauf, dass die Leitungen ok sind, habe ich das Objekt gekauft.

Kurz vor der Beurkundung rief HB an und verlangte eine Summe von zusätzlichen 1.000 Euro schwarz (zusätzlich zur Courtage), um den "Verkauf nicht zu gefährden". Als ich klargestellt habe, dass ich kein Schwarzgeld zahle, hat er das Kind "Architektenberatung" genannt und mir darüber eine Rechnung geschickt.

Nun ist folgendes:
1.) Heizung ist definitiv defekt. Angebot über knapp 5.000 Euro vom Sanitärfachmann liegt mir vor. Habe ich damit einen Anspruch gegen den Makler? (Vom Verkäufer ist nichts zu holen, der gesamte Kaufpreis ist an dessen finanzierende Bank geflossen und der Rest wurde ausgebucht).

2.) HB hat zwar eine Maklerrechnung gestellt, jedoch ist er scheinbar nicht im Besitz einer Maklergenehmigung nach §34c, GewO., denn in der Rechnung fehlt hierauf der Hinweis (m.E. eine Pflichtangabe). HB ist als Architekt tätig. Hat er Anspruch auf eine Summe von 4,76% des KP?

3.) Ist er nun mein Architekt oder mein Makler oder beides?

4.) Kann ich ihn wegen Betruges anzeigen, denn er hat mir ja deutlichst vor Zeugen ins Gesicht gelogen, was die Beschaffenheit der Rohre angeht, von denen er wusste, dass sie defekt sind. Und wie sieht das strafrechtlich mit der "Nötigung" wegen der 1.000,- Euro aus?

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen im Rahmen einer ersten Beurteilung der Rechtslage.

Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt haben Sie einen Anspruch gegen den Makler. Zwischen Ihnen und dem Makler ist eine Maklervertrag gemäß § 652 BGB zustandegekommen. Zwischen den Makler und Ihnen besteht ein besonderes Treueverhältnis, das ihn verpflichtet, im Rahmen des Zumutbaren Ihr Interesse zu wahren. Art und Umfang der sich hieraus ergebenden Pflicht richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles. Aufgrund seiner Aufklärungspflicht hat der Makler Ihnen alle ihm bekannten tatsächlichen und rechtlichen Umstände mitzuteilen, die sich auf den Geschäftsabschluss und für Ihren Willensentschluss von Bedeutung sein können. D.h. wenn der Makler tatsächlich Kenntnis von den Mängeln hatte und Ihnen diese sogar trotz expilziter Nachfrage nicht mitgeteilt hat, hat er eine Pflichtverletzung begangen. Sogar wenn Ihm nur Zweifel kommen und er Sie nicht über eine fehlende Prüfung bzw. seine Unkenntnis in Kenntnis setzt liegt eine Pflichtverletzung vor.

Diese Pflichtverletzung führt nach den allgemeinen schuldrechtlichen regeln zu einem Schadensersatzanspruch Ihrerseitz gegen den Makler. Nach der Rechtsprechung können Sie bei grundsätzlicher Aufrechterhaltung des Vertrages den durch die Täuschung veranlassten Mehraufwand ersetzt verlangen. Dies sind in Ihrem Fall die 5000 Euro an den Sanitärfachmann. Dabei können Sie auch Ihren Anspruch dem Provisionsanspruch entgegen halten.

Da es sich bei dem Vertrag laut Ihres Sachverhaltes um einen Maklervertrag handelt, ist HB auch als Makler und nicht als Architekt von Ihnen zu bewerten.Dabei ist es für Ihren Anspruch und seinen Anspruch erstmal nebensächlich ob er die erforderliche Genehmigung hatte oder nicht.

Der Makler kann auch keine Gebühr für eine Architektenberatung verlangen, wenn dies zwischen Ihnen nicht vereinbart wurde und seine Fähigkeit als Architekt gar nicht in Anspruch genommen wurde.

Zuletzt steht es Ihnen natürlich frei bei der Polizei einen Strafantrag gegen den Makler wegen Betruges und Nötigung zu stellen, wobei Sie bei der Benennung der Tatbestände schon den richtigen Ansatz haben. Allerdings müssen sie diese bei der Polizei gar nicht benennen, da diese (bzw. die Staatsanwaltschaft) bei einem Anfangsverdacht selbständig alle in Frage kommenden Tatbestände prüft.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Bewertung des Fragestellers 18.03.2010 | 00:17

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