Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vermittlung von selbständigen IT-Spezialisten aus EU-Ländern

| 25.02.2019 17:57 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Wir sind ein mittelständisches Softwarehaus, welches IT-Entwicklungsdienstleistungen mit festangestellten Mitarbeitern für deutsche Unternehmen, häufig Werbeagenturen, erbringt.

Da die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen häufig unsere Kapazitäten überschreitet, beschäftigen wir zum Ausgleich ausländische Entwickler, welche uns von Unternehmen aus dem europäischen Raum in ihren jeweiligen Ländern zur Verfügung gestellt werden. Aufenthalte vor Ort in Deutschland sind dabei unüblich. Die Unternehmen stellen uns die geleisteten Stunden in Rechnung.

Die Entwickler sind bei diesen (z.B. polnischen) Unternehmen nicht angestellt, sondern arbeiten dort freiberuflich. Dennoch haben sie dort unseres Wissens feste Arbeitsplätze, Urlaubsansprüche und weitere Leistungen, ganz ähnlich zu angestellten Arbeitnehmern und würden in Deutschland somit die Kriterien der sog. "Scheinselbständigkeit" erfüllen.

Da unsere Kunden vermehrt Interesse zeigen Tageskontingente von EU-Entwicklern zu buchen, möchten wir gerne in Erfahrung bringen, wie die Rahmenbedingungen aussehen müssten, damit wir uns im legalen Rahmen bewegen, ohne in die Gefahr einer verdeckten Arbeitnehmerüberlassung zu geraten.

Bisher hatten wir nur bei Lastspitzen EU-Entwickler gebucht und so eingesetzt, wie dies im Rahmen unserer verschiedenen Projekte am sinnvollsten erschien. Dem Kunden war nur teilweise bekannt wer an seinem Projekt im Hintergrund mitwirkte. Als "Face-to-the-Customer" gab es immer einen dedizierten Mitarbeiter als Ansprechpartner.

Zukünftig würden EU-Entwickler auf unsere Vermittlung hin für Kunden eingesetzt, die diese Entwickler anhand Ihrer Skills und Erfahrungen für gewisse Aufgaben in einem Entwicklungsteam als passend erachten.

Die hat folgende Ursache: da bei großen Projekten häufig Teams aus internen Mitarbeitern des Kunden und Mitarbeitern externer Dienstleister gebildet werden, wünscht der Kunde sich hier dedizierte Personen, um Teambuilding und Kommunikation (mit dem Ziel der Qualitätssteigerung) zu fördern. Die Planung der Verteilung von Arbeiten wird hier vom Kunden wahrgenommen und orientiert sich an Know-How und Skills der jeweiligen Entwickler (z.B. agiles Arbeiten in Sprints, bei denen die Entwickler ihre eigenen Tasks schätzen).

Zusammengefasst wünschen sich unsere Kunden folgendes Konstrukt:
Wir bieten eine Auswahl erprobter und qualitativ getesteter EU-Entwickler an. Der Kunde wählt anhand von Skills und Erfahrungen aus und bucht bei uns als deutschem Unternehmen ein Zeitkontingent eines EU-Entwicklers. Der Entwickler wird von uns entsprechend gebucht und stellt seine Rechnungen an uns. Wir berechnen seine Zeiten mit einem Aufschlag an den Kunden weiter. Zwischen uns und dem EU-Entwickler kann noch eine europäische Vermittlungsfirma stehen. In dem Falle rechnet diese mit uns ab.
Der Entwickler arbeitet für unseren Kunden remote aus seinem Heimatland aus.

Stellt dieses Konstrukt bereits eine verdeckte Arbeitnehmerüberlassung dar (obwohl der Entwickler im EU-Ausland sitzt, nur per digitaler Kommunikation in's Team integriert ist und selbständig ist)? Welche Änderungen an dem Konstrukt müsste man ggf. vornehmen um dies rechtskonform zu gestalten? Würde es ggf. helfen eine ANÜ-Lizenz zu erwerben?

Vielen Dank bereits im voraus für Ihre Hilfe.

27.02.2019 | 08:04

Antwort

von


(1143)
Postanschrift: Postbox 65308X
11516 Berlin
Tel: 015751362517
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Anhand der Leistungsbeziehungen lässt sich gut erkennen, dass dieses Konstrukt aus meiner Sicht für Sie keine Arbeitnehmerüberlassung darstellt.

Wenn ich Sie richtig verstehe, bucht ein Kunde bei Ihnen einen Entwickler mit entsprechenden Zeitkontingent. Sie wiederum buchen bei einem Dritten vor Ort den Entwickler mit Zeitkontingent. Sie sind also der Mittler zwischen dem Endkunden und dem Entleiher.

Letztendlich, wenn ich Sie richtig verstehe, entleihen Sie beim Dritten vor Ort, reichen Ihre vertraglichen Rechte aus der Entleihung aber gegen Entgelt weiter an den Endkunden.

Hierin liegt keine eigene Entleihung, da Sie weiterhin auf der Kundenseite verbleiben. Eine verdeckte Arbeitnehmerüberlassung ist dann nicht gegeben.

Im Zweifel sicher ist immer die ANÜ-Lizenz, ich sehe anhand der Vertragsbeziehungen hier aber wenig Veranlassung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 27.02.2019 | 17:28

Sehr geehrter Herr Park,

vielen Dank für Ihre verständliche und ausführliche Antwort.

Sie schreiben "Hierin liegt keine eigene Entleihung, da Sie weiterhin auf der Kundenseite verbleiben" - bedeutet dies im Umkehrschluss, dass das von uns beauftragte Unternehmen, das uns seinerseits Freelancer zur Verfügung stellt, belangt werden könnte? Und wenn dort eine ANÜ konstruiert wird, auch unser Kunde am Ende dieser Vermittlungskette Gefahr läuft, dass Arbeitsplätze bei ihm eingeklagt werden können?

Vielen Dank im voraus für Ihre Rückantwort und freundliche Grüße.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.02.2019 | 18:22

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Die Firma, bei der Sie Leistungen durch Freelancer abfragen mag in der Tat ein Entleiher sein, dies kommt auf die jeweilige vertragliche Gestaltung an.

ich sehe hieraus aber keine Gefahr, dass Ihren Kunden eine Arbeitsplatzklage droht, jedenfalls dann nicht, wenn die Leiharbeit bzw. Freelancer-Tätigkeit stets offen gelegt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 01.03.2019 | 13:12

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Herr RA Park hat die juristisch relevanten Fakten aus unserem komplexen Sachverhalt gut herausgefiltert und verständlich beurteilt. Vielen Dank dafür.

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Alex Park »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 01.03.2019
4,8/5,0

Herr RA Park hat die juristisch relevanten Fakten aus unserem komplexen Sachverhalt gut herausgefiltert und verständlich beurteilt. Vielen Dank dafür.


ANTWORT VON

(1143)

Postanschrift: Postbox 65308X
11516 Berlin
Tel: 015751362517
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Steuerrecht, Arbeitsrecht, Zivilrecht, Gesellschaftsrecht, Baurecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Verwaltungsrecht, Internet und Computerrecht