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Verkauf Privat-PKW an privat MB E320


20.01.2007 22:14 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Sehr geehrte Damen und Herren,
Hat der Käufer meines privaten Gebrauchtwagens Ansprüche wg. arglistiger TÄuschung o.ä. gegen mich?

im Oktober 2004 kaufte ich von Daimler Chrysler einen Werkswagen [MB E320T CDI, 2jahre alt, ca. 100.000 km Laufleistung, weitere 2 Jahre \"Gebrauchtwagengarantie\").

Während der Nutzung durch mich wurde das Fahrzeug regelmässig und vorschriftsmässig in der ortsansässigen Mercedes Werkstatt gemäss Wartungsplan gewartet / geserviced, sowie wann immer Mängel auffielen diese dort behoben. Es gab keinerlei nicht-Mercedes Werkstattaufenthalte. Währen der Laufzeit gabe es einen winterlichen \"Aufrutscher\", bei dem lediglich die Halterung des Nummernschildes vorne zerbrach, welches in der MB Werkstatt getauscht wurde, einen Spiegelbruch, welcher ebenfalls dort repariert wurde, sowie zwei kleine punktförmige Mikro-Dellen durch Anstösse in der Garage beim Türeöffnen, welche auch dort instand gesetzt wurden.

Das Fahrzeug verkaufte ich kürzlich. Der Kaufvertrag regelt
\"... wie probegefahren unter Ausschluss jeglicher Gewärhleistung von privat an privat ... Das Fahrzeug wurde als Mietwagen/Taxi benutzt NEIN; das Fahrzeug ist unfallfrei JA\". Das Kombiinstrument hatte bei Übergabe den mercedestypischen Mangel \"Segmentausfall\", was diskutiert und weshalb der Kaufpreis einige huntert Euro reduziert wurde. (13400 Kaufpreis)

Einen Monat nach Übergabe erhielt ich nun Post vom Käufer.
Das Fahrzeug sei nach ca. 1200 km Fahrleistung vom ADAC geprüft worden und weise erhebliche Mängel auf, so dass es nicht verkehrssicher sei. Hydrauliköl der Servolenkung fehle, Radlager vorna haben zu grosses Spiel, das vordere Auspuffrohr sei undicht, die Zylinderkopfdichtung sei undicht, die Feststellbremse sei ungleichmässig. Der Achskörper sei angerostst und das Kombiinstrument sei defekt.
Im übrigen sei die Motorhaube sowie die linken Türen nachlackiert worden, ebenso wie Kotflügel und Dach.

Es wird nun eine Wertminderung von 3700 Euro gefordert, welche ich umgehend überweisen solle. Der Forderung liegen rechnungsähnliche Belege (\"Arbeitsnachweise\") bei, welche die Reperatur der Zylinderkopfdichtungen, des AUspuffes etc \"belegen\" bzw andeuten. Es wird darauf hingewiesen, dass wegen des Verschweigens des Unfallschadens und anderer erheblicher Mängel, von denen ich gewusst haben müsse, der Gewährleistungsausschluss hinfällig sei, ich daher haften müsse.

Besteht dieser Anspruch? Muss ich als Privatperson von Schäden des Vorbesitzers wissen? (mein Kaufvertrag liegt mir nicht mehr vor). Würde - wenn überhaupt eine Anspruchsgrundlage besteht - der Käufer mehr als eine Wertminderung benaspruchen können (zb die reparaturen, die er durchführte?).

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Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Mängel des verkauften Fahrzeuges arglistig verschwiegen werden, kann sich der Verkäufer tatsächlich nicht auf einen Gewährleistungsanspruch berufen.

Kenntnis über Schäden beim Voreigentümer können Sie naturgemäß nur kennen, wenn Sie selber informiert wurden. Um Ihre Unkenntnis nachweisen zu können, sollten Sie sich eine Durchschrift des Kaufvertrags über Ihren eigenen Kauf bei Daimler Chrysler beschaffen. Wenn dort keine Vorschäden verzeichnet sind, durften Sie von der Unfallfreiheit ausgehen.

Wegen der weiteren Mängel sollten Sie mit einem KfZ-Fachmann sprechen, ob die geschilderten Mängel bei normaler Nutzung durch einen Laien zu bemerken gewesen wären. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie sich dies bescheinigen lassen. Regelmäßig Reparaturen sprechen ebenfalls gegen eine Kenntnis der Mängel. Diese sollten durch Vorlage der Rechnungen nachgewiesen werden.

Sollten dem Käufer tatsächlich Mängelansprüche zustehen, kann er nicht unmittelbar eine Wertminderung verlangen. Nach der gesetzlichen Regelung müsste der Käufer Ihnen zunächst die Möglichkeit der Nachbesserung geben. Erst wenn Sie nicht nachbessern, hat der Käufer die Wahl zwischen einer Minderung des Kaufpreises, Schadensersatz oder dem Rücktritt vom Vertrag.

Ich empfehle Ihnen dringend, sich in dieser Situation unmittelbar an einen Anwalt zu wenden und ihn mit der Vertretung Ihrer Interessen zu beauftragen. Dieser kann die weiteren Beweismöglichkeiten nach Durchsicht der Unterlagen ausloten.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

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