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Rückgabe defektes Notebook


14.10.2006 23:04 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Sehr geehrte Fachleute,

ich habe vor 8 Wochen ein angeblich 1 Jahr altes, gebrauchtes Notebook für meine behinderte Tochter bei einem Händler für 500 Euro gekauft. Nach 2 Wochen ließ es sich nicht mehr anschalten. Der Händler stellte "einen Virus fest, der das BIOS physikalisch zerstört" habe, ich könnte es leider wegwerfen, ein Reparatur lohne sich nicht. (Auf dem Rechner war die tagesaktualisierte Antivirensoftware AntiVir.)
Da eigentlich eine therapeutische Software darauf installiert werden sollte, sagte die Reha-Firma ich solle das kaputte Laptop mitbringen, sie würden nicht glauben, dass es ein Bios-Virus sei. Und sie stellten wirklich nur einen Wackelkontakt mit der Festplatte fest und brachten den Rechner nach 5 Minuten wieder zum Laufen.
Nach 5 Tagen (einwandfrei, kein Datenverlust)ließ sich das Laptop wieder nicht anschalten, wie beim ersten Mal und ich brachte es erneut zum Händler mit dem Hinweis, es müsste ein anderer Fehler sein. Ich bekam es aber mit der gleichen Diagnose Bios-Virus zurück.
Eine kostenpflichtige Fehleranalyse in einem anderen Laden erbrachte "Hardwarefehler/Hauptplatine defekt" wieder mit dem Hinweis, dies wäre nicht durch einen Virus verursacht.
Da meine Tochter das Laptop dringend für die Schule braucht, habe ich inzwischen ein neues Gerät kaufen müssen.
Ich habe inzwischen erfahren, dass der letzte sogenannte BIOS-Virus vor ca. 2 Jahren auftrat und nur windows 98 angriff und dass diese Diagnose in der Branche öfter benutzt wird, um die Gewährleistung zu umgehen. Außerdem ist das Gerät laut Seriennummer nicht ein sondern 4 Jahre alt.

Ich möchte nun mein Geld zurück haben.
Meine Frage:
Wie gehe ich jetzt vor? Bringe ich das defekte Gerät zurück (gegen Quittung?) und warte auf Rücküberweisung des Kaufbetrages? Behalte ich es und fordere "Geld gegen Gerät"?
Wenn ich einen Anwalt einschalte, mit welchen Kosten muss ich rechnen und wer bezahlt die (der Wert ist ja nicht soo hoch).
Vielen Dank für die Beantwortung!

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Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Unstreitig hat Ihr Notebook einen Mangel.

Wenn der Mangel nnnerhalb von sechs (6) Monaten auftritt, tritt ein sog. widerlegbare Vermutung ein, nämlich, dass der Mangel bereits bei Gefahrübergang vorlag. Der Verkäufer hat allerdings das Recht, diese Vermutung , soweit möglich zu widerlegen.
In diesem Zusammenhang wird man dann auch genauer untersuchen müssen, warum das Notebook - wenn auch einen begrenzten Zeitraum - ohne Probleme lief. Hier könnte sich der Verkäufer darauf berufen, daß das Notebook einige Tage ohne Problem lief und erst nachdem fremde Personen daran herumgespielt haben, die Probleme begannen. (Ich möchte damit nicht die Frage, erörtern, ob der Verkäufer damit Erfolg hat, sondern nur, daß es ein Argument sein kann, um die Haftung des Verkäufers zu verneinen).

Sie haben zunächst einen Anspruch auf Nachbesserung bzw. Lieferung einer mangelfreien Sache. Erst wenn diese Ansprüche scheitern, können Sie von dem Vertrag zurücktreten und/oder Schadensersatz geltend machen. Sie müßten den Verkäufer daher schriftlich zur Nachbesserung der im einzelnen genau bezeichneten Mängel auffordern und ihm eine angemessene Frist (z.B. 14 Tage) setzen.

Ein Rechtsanwalt wird in Ihrem Fall für die außergerichtliche Tätigkeit eine sog. Geschäftsgebühr mit dem Faktor 1,3 berechnen können. Dies sind 58,50 EUR. Hinzu kommen die Auslagenpauschale in HÖhe von 11,70 EUR und 16 % MwSt auf die Gesamtsumme, d.h. 11,23 EUR. Insgesamt 81,43 EUR.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt



Nachfrage vom Fragesteller 15.10.2006 | 15:31

Sehr geehrter Herr Wille,

ich habe dem Händler ja bereits zweimal das Gerät zur Reparatur gegeben. Insofern möchte ich jetzt mein Geld wieder haben. Mir geht es einfach um die einzuhaltenden Schritte.Deshalb nochmal die Frage:
Wie übergebe ich das Laptop (mit Quittung und offiziellem Brief?) bzw. übergebe ich es nicht sondern schreibe nur diesen Brief?
Und wer bezahlt die 81,43 für den Anwalt, (falls ich einen einschalte), kann ich die gleich mitfordern?
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.10.2006 | 17:10

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sollten dem Händler mit Einschreiben/Rückschein den Rücktritt vom Vertrag sowie zur Rückzahlung des Kaufpreises Zug um Zug gegen Herausgabe des Notebooks (genaue Bezeichnung notwendig) auffordern. Setzen Sie ihm eine Frist. Nicht unter die Kosten der Rückabwicklung fallen die Anwaltskosten.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt

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