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Regulierung nach Unfall Vollkasko

03.01.2008 10:45 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger


Folgender Sachverhalt: Im November 2007 habe ich an meinem Kfz. einen selbstverursachten Schaden im Heckbereich meiner Vollkaskoversicherung gemeldet.Zu dem Schaden wurde ein Kostenvoranschlag meiner Werkstatt erstellt und der VS vorgelegt.Eine Reparatur wurde bislang nur als sogenannte NOTREPARATUR vollzogen,eine reguläre Reparatur ist nicht vollzogen worden, daher auch keine Reaparturechnung an die Vs. Nun ist leider im Dezember 2007 genau dieses Fzg. durch Glatteis verunglückt und ein wirtschaftlicher Totalschaden ist im Frontbereich entstanden.Da dieser Unfall leider ebenfalls " selbstverschuldet" bzw. höhere Gewalt war, läuft dieses ebenfalls über die Vollkasko.Es wurde ein Gutachten der Dekra im Auftrag der VS erstellt, wo der Heckschaden als sog. Notreparatur vorhanden war. Also in den Wiederbeschaffungswert mit eingeflossen. Nun will die Versicherung eine Regulierung nach folgendem Schema: Wiederbeschaffungswert abzügl. Restwert, abzüglich SB, abzüglich Vorschaden gemäss Kostenvoranschlag in voller Höhe ! !
Ist das rechtens so? Das Gutachten besagt doch einen Wiederbeschaffungswert vor dem TOTALSCHADEN, inkl. dem Schaden an der Heckpartie. Warum wird dieser Schaden nun abgezogen? Kann ich bezüglich des Heckschaden, auf eine Regulierung gemäss Kostenvoranschlag bestehen?
Ich würde mich sehr freuen wenn Sie mir weiterhelfen können.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Unter der Voraussetzung, dass der erste Schaden an Ihrem Fahrzeug versichert war, werden Sie sowohl einen Anspruch auf die Wiederherstellungskosten des Heckschadens wie auch auf Ersatz der Wiederherstellungskosten des nunmehr eingetretenen Frontschadens haben.

Nachdem Ihr Versicherer den ersten Schaden offensichtlich noch nicht reguliert und diesen im Rahmen der Berechnung des Zweitschadens in voller Höhe abgezogen hat, sollten Sie den Ersatz des Vorschadens auf der Grundlage des Kostenvoranschlages nunmehr schriftlich anmahnen. Aufgrund der abstrakten Abrechnung des Erstschadens wird Ihnen die Umsatzsteuer jedoch nicht erstattet werden.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 03.01.2008 | 16:05

Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort...welche mir sehr weiter hilft. Ich verstehe es aber richtig, dass die Versicherung berechtigt ist, die volle Summe aus dem Kostenvoranschlag ( inkl. MwSt.) und ohne Abzug der SB, welche ja bei Zahlung bzw. Reparatur hätte von mir getragen werden müssen, vom 2. Schaden abzuziehen? Wenn die VS den ersten Schaden reguliert, wird mir doch sicherlich nicht nur die MwSt. sondern auch die SB vom Kostenvoranschlag in Abzug gebracht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.01.2008 | 15:28

Sehr geehrter Fragesteller,

werden Erst- und Zweitschaden getrennt abgerechnet, dann muss der Erstschaden im Rahmen der Zweitschadensabrechnung bei der Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes abgezogen werden, da Sie andernfalls ungerechtfertigt bereichert werden würden. Es ist daher nicht fehlerhaft, wenn der Versicherer den Reparaturaufwand für den Vorschaden aufgrund des Kostenvoranschlags ohne Abzug Ihrer Selbstbeteiligung ermittelt und den Verkehrswert eines schadensfreien Fahrzeuges entsprechend mindert. Wird der Erstschaden reguliert, ist wiederum Ihre Selbstbeteiligung abzuziehen, da Erstschaden und Zweitschaden zwei getrennte Versicherungsfälle darstellen. Ergänzend weise ich darauf hin, dass der Abzug der Mehrwertsteuer nur dann gerechtfertigt sein wird, wenn in den Versicherungsbedingungen eine entsprechend zulässige Klausel enthalten ist. Der BGH hat mit Urteil vom 24.05.2006, Az.: IV ZR 263/03, entschieden, dass eine Klausel in den Bedingungen der Kaskoversicherung, wonach der Versicherer die Mehrwertsteuer nur ersetzt, wenn der Versicherungsnehmer diese tatsächlich bezahlt hat, wegen Verstoßes gegen das Transparenzgebot unwirksam ist, wenn der Versicherungsnehmer nicht deutlich erkennen kann, dass bei einer Ersatzbeschaffung die Erstattung der dafür gezahlten Mehrwertsteuer ausgeschlossen sein soll. Im Hinblick hierauf sollten Sie Ihre Versicherungsunterlagen überprüfen und ggf. eine Anwalt einschalten.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

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