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Rechnung bei Kommissionsverkäufen bei EBay


25.01.2006 02:47 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Inhaber eines IT-Beratungsgewerbes und habe nun ausnahmsweise von einem Kunden
(einer GmbH) einen Verkaufauftrag von Geschäftsinventar derselben bei EBay entgegengenommen
und abgewickelt. Ich bin mit dem Auftraggeber übereingekommen, das
Geschäft auf Kommissionsbasis abzuwickeln. Wir haben bisher nur mündlich eine Vereinbarung über eine prozentuale Provision
und "Rückgriff" im Gewährleistungsfalle vereinbart.
Ich habe den Käufern eine Rechnung mit ausgewiesener USt. ausgestellt (Differenzbesteuerung ist hier ja leider nicht möglich).
Die Kaufpreiszahlungen sind auf meinem Geschäftsbankkonto gebucht worden.

Meine Fragen sind nun: Wie muss nun die Abrechnung mit dem Kommitenten aussehen?
Wer muss die USt. an das Finanzamt abführen?

Ist es so, dass ich die USt. an das Finanzamt abführe, dem Kommitenten somit

erzielter Verkaufserlös
minus von mir bereits abgeführter USt.
minus meiner Provision
minus evtl. Aufwendungen

überweise und ihm auch eine solche Abrechnung schicke oder müssen wir das verkaufte Inventar "durchbuchen"
(also der Kommitent stellt mir eine Rechnung aus und ich mache Sie als Vorsteuer geltend) oder ganz anders?

Ich würde mir eine Antwort wünschen die folgendes beinhaltet und
am besten in Richtung einer Vorgehensanleitung angelegt ist:
- Wer führt die USt. der verkauften Gegenstände ab
- Wovon muss ggf. noch USt. bezahlt werden
- Wer muss wem eine Rechnung worüber ausstellen
- Was habe ich falsch gemacht/kann man besser machen

Vielen Dank für eine Beantwortung.

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Sehr geehrte Ratsuchende,
sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Wir haben in Deutschland – wie im Übrigen auch in der gesamten EU – die so genannte Netto-Allphasen-Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug. Dies führt im Ergebnis dazu, dass stets der Endverbraucher die Umsatzsteuer zu zahlen hat, obwohl dieser nicht die Umsatzsteuer direkt an das Finanzamt abführt.

Meinen angehenden Bilanzbuchhaltern versuche ich die Umsatzsteuerproblematik anhand eines Schemas nahe zu bringen, das eigentlich jeder Buchende vor seinem geistigen Auge mehr oder weniger ausführlich abprüfen sollte.
Zuallererst muss der Umsatz in Deutschland steuerbar sein, was sich in die Überprüfung des umsatzsteuerlichen Unternehmers sowie dem Stattfinden des Umsatzes als Lieferung oder sonstige Leistung im Inland aufgliedert. Beim umsatzsteuerlichen Unternehmer ist zu beachten, dass dieser selbständig und nachhaltig arbeitet, sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt sowie Einnahmenerzielungsabsicht hat.
Nach der Steuerbarkeit ist § 4 UStG maßgebend, wobei eine Aufzählung der steuerfreien Umsätze abzuprüfen ist.
Im Weiteren werden Bemessungsgrundlage, Steuersatz, etwaiger Vorsteuerabzug und die Steuerschuldnerschaft zu überprüfen sein.

In Ihrem Fall dürfte es sich um ein Dreiecksgeschäft handeln, wobei – weil über Ebay wahrscheinlich technisch nicht anders möglich – zwei Kaufverträge über denselben Gegenstand abgeschlossen werden, wobei lediglich Ihr Verkauf zu einem Kaufvertrag über Ebay führt. Dieser Kaufvertrag kommt durch Ihr Angebot des Einstellens des Gegenstandes in die Plattform sowie entweder Klicken auf Sofortkauf oder dem Höchstgebot des bietenden Kunden zustande, wie der BGH im Laufe des Jahres 2005 entschieden hat.
Die Lieferung wird vermutlich jedoch von Ihrem Lieferanten, somit dem Kommittenten an den Käufer über Ebay erfolgen, so dass faktisch nur eine Lieferung vorliegt.
Sollte der Gegenstand erst zu Ihnen und durch Sie an den Käufer über Ebay erfolgen, hätten wir nicht nur umsatzsteuerlich, sondern auch faktisch zwei Lieferungen.
Würde Ihr „Kaufvertrag“ nicht über Ebay zustande kommen, könnten Sie wie ein Handelsvertreter einen Kaufvertrag zwischen Ihrem Auftraggeber und dem Kunden als Käufer vermitteln, so dass eine sonstige Leitung vorliegt, deren Provision dann der Umsatzsteuer zu unterwerfen wäre, wobei Ihr Auftraggeber zum Vorsteuerabzug berechtigt wäre.
Da aber Sie den jeweiligen Gegenstand des Inventars wohl über Ihren Ebay-Account veräußern, wird Ihrem Kunden nicht zu vermitteln sein, dass Sie lediglich einen Kaufvertrag für einen Kunden vermitteln wollen.
Ihrem Kunden wird es auch egal sein, ob der Gegenstand nach Bezahlung direkt von Ihnen oder wiederum Ihrem Lieferanten direkt geliefert wird.

Im Ergebnis werden umsatzsteuerlich zwei Lieferungen vorliegen, unabhängig davon, ob faktisch eine oder zwei Lieferungen vorliegen werden.
Sie werden somit die Umsatzsteuer von Ihrem Kunden einbehalten und ans Finanzamt abführen, der Wareneinkauf wird von Ihrem Lieferanten, also der GmbH umsatzversteuert, was bei Ihnen als umsatzsteuerlichen und umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer gem. § 15 UStG bei Vorliegen einer korrekten Rechnung gem. §§ 14, 14 a UStG zum Vorsteuerabzug führen wird.
Im Ergebnis werden Sie also nur die Differenz – wie bei der Differenzbesteuerung bezüglich Kraftfahrzeugen gem. § 25 a UStG – besteuert, die Sie eventuell dem Einkaufspreis zuschlagen.

Die Umsatzsteuer ist von Ihrem Nettopreis als Bemessungsgrundlage gem. § 10 UStG, den Sie Ihren Kunden in Rechnung stellen, zu berechnen. Wenn Sie noch Transportkosten etc. verlangen, werden diese nicht umsatzsteuerfrei sein, so dass Sie diese der Bemessungsgrundlage zuschlagen müssen. Bei Fremdvergabe hätten Sie bezogen auf diese Leistung wieder den Vorsteuerabzug.

Da Sie beide Unternehmer sind, die zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, muss seit 01.01.05 Ihr Lieferant Ihnen eine Rechnung stellen. Vor diesem Datum war dies nur auf Ihr Verlangen erforderlich.
Wenn Sie an vorsteuerabzugsberechtigte Kunden liefern, trifft Sie seit 01.01.05 dieselbe Pflicht.

Im Prinzip haben Sie nichts falsch gemacht, wenn Sie die beiden Vorgänge als zwei umsatzsteuerliche Lieferungen behandeln.
Unschädlich ist auch nicht, dass Ihre „Haupttätigkeit“ sonstige Leistungen als Beratungsleistungen in der IT-Branche sind. Selbst wenn ertragsteuerlich verschiedene Einkunftsarten vorliegen, ist umsatzsteuerlich immer nur ein Unternehmen gegeben.
Ihre sonstigen Aufwendungen in diesem Zusammenhang führen Sie ganz normal bei Vorliegen der Voraussetzungen dem Vorsteuerabzug zu.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Ich darf Sie bitten, von der einmaligen Rückfrage Gebrauch zu machen, um Missverständnisse bzw. Ergänzungen noch vornehmen zu können.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

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