Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:
Leider werden Sie kaum eine Chance haben, vor Abschluss der Ermittlungen an Ihre beschlagnahmten Gegenstände zu kommen.
Nach § 111 c StPO
kann dem Beschuldigten zwar die beschlagnahmte Sache zur vorläufigen Benutzung überlassen werden, jedoch habe ich es bisher nie erlebt, dass diesem Antrag entsprochen wurde. Es bleibt Ihnen natürlich unbenommen, es zu versuchen.
Soweit ich das hier zu beurteilen vermag, liegen eventuell die Tatbestände der §§ 106
, 108a UrhG
vor. Danach kann eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren verhängt werden. Mir ist ein Urteil bekannt, wonach wegen gewerbsmäßiger Verwertung in knapp 600 Fällen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verhängt wurde.
Entgegen der bundesweiten Kampagne „Raubkopierer sind Verbrecher“ handelt es sich beim Verstoß gegen die genannten Tatbestände nicht um ein Verbrechen im Sinne des StGB, da keine Mindeststrafandrohung von einem Jahr besteht § 12 I StGB
.
Wenn Sie den Tatbestand des § 184 StGB
, Verbreitung pornographischer Schriften, erfüllen, können Sie im schlimmsten Fall (Kinderpornographie) mit Freiheitsstrafe bis zehn Jahren bestraft werden. Handelt es sich um „normale Pornographie und Sie haben es versäumt, das Alter der Kunden zu überprüfen, so beträgt das Strafmaß Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.
Ich kann Ihnen nur raten, einen Strafverteidiger vor Ort aufzusuchen.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Reeder
Rechtsanwältin
Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.
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Diese Antwort ist vom 16.01.2007 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.
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