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Parkett:Normale Abnutzung durch Rollenstuhl;Wasserschaden am Parkett


02.03.2007 15:00 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Guten Tag! Ich habe folgende Anliegen:
1.
In einem Zimmer ist Parkett verlegt. Wir haben an unserem Schreibtisch einen Stuhl mit Rollen. Nach ca. 2,5 Jahren ist das Parkett dort, wo der Stuhl stand, oberflächlich abgenutzt/abgeschabt: Es ist stumpf und weist offensichtliche Abnutzungserscheinungen auf. Allerdings gibt es keine tiefen Furchen oder ähnliches.
Da unser Auszug bald bevorsteht, lautet unsere Frage nun, ob wir hierfür aufkommen müssen oder ob dieser Schaden zur normalen Abnutzung zählt?(Wir haben einen Bericht gelesen, der sagt, dass der Mieter für die Abnutzungsspuren durch Rollen nicht zahlen muss - Urteil Amtsgericht Leipzig Az.: 167 C 12622/03-05/04). Der Parkettboden ist ca. 8 Jahre alt und weist ebenfalls noch Schäden des Vormieters auf. Daher wäre es unserer Meinung nach, nach unserem Auszug eh mal an der Zeit für den Vermieter zu renovieren.
Frage zu 1.: Müssen wir das Parkett abschleifen lassen, da es durch den Schreibtischstuhl unsachgemäß beschädigt wurde, oder sind die Spuren des Stuhls normale Abnutzung?
2.
In einem weiteren Dachgeschossraum ist ebenfalls Parkett verlegt. An der Tür zum Balkon gibt es auf dem Parkett auf ca. 1,5m² einen leichten Wasserschaden, da die Holztür einmal während eines plötzlichen Gewitterschauers im Sommer gekippt war. Nun ist die Versiegelung an einigen Stellen abgeblättert und das Parkett zeigt einige hellere Flecken. Allerdings ist das Holz weder aufgequollen noch verzogen. Den Schaden haben wir dem Vermieter sofort gemeldet, dieser bequemte sich allerdings erst ein ¾ Jahr später das Parkett zu begutachten. Für ihn steht fest, dass es ein Haftpflicht- oder Hausratschaden ist und dieser somit von uns zu tragen sei. Das Parkett weist, wie im anderen Raum, ebenfalls noch Schäden durch den Vormieter auf.
Frage zu 2.: Müssen wir oder der Vermieter für das Abschleifen des Parketts aufkommen, oder gibt es eine Regelung, die das zwischen Vermieter und Mieter aufteilt? (Da wie oben eine Renovierung in diesem Raum sowieso mal nötig wäre). Falls nicht, welche Versicherung kommt dafür auf (Vermieter: Wohngebäudeversicherung oder Mieter: Hausrat- bzw. Haftpflichtvers.)?
Hätte der Vermieter durch bauliche Maßnahmen (Holztür) einen Wassereintritt verhindern müssen? Haben wir durch die gekippte Tür (welche auch geschlossen ein wenig undicht ist) im Sommer unsere Obhuts- bzw. Sorgfaltspflicht verletzt?


Zusatz: Im Mietvertrag gibt es keine spezielle Klausel über den Parkettboden. An unserem voraussichtlichen Auszugstermin, Ende dieses Jahres, würde unsere Gesamtmietzeit in dieser Wohnung 3 Jahre betragen.

Vielen Dank für Ihre Mühen!




Sehr geehrter Fragesteller,

die Frage, was noch Abnutzung bzw. schon Schaden ist, kann nur im Einzelfall beantwortet werden. Dazu müsste der konkrete Zustand des Bodens bekannt sein. Entsprechend können Urteile, die in einem solchen Einzelfall gefällt wurden, nicht ohne weiteres übertragen werden.

Grundsätzlich unterfällt die allgemeine Abnutzung dem Risiko des Vermieters, während der Mieter für Schäden haftet. Wenn in Ihrem Fall der Parkettboden im Bereich des Stuhles mehr beanprucht ist, als im restlichen Teil des Raumes, spricht vieles für einen Schaden. Besondere Belastungen des Bodens hätten durch eine Bodenschutzmatte oder spezielle Parkettrollen am Schreibtischstuhl vermieden werden können.

Der Wasserschaden fällt in Ihre Verantwortung, da Sie das Fenster nicht geschlossen haben. Bauliche Maßnahmen des Vermieters wären nur dann erforderlich gewesen, wenn sich das Fenster von allein, z.B. durch Wind, geöffnet hätte oder der Schaden bei geschlossenem Fenster wegen der Undichtigkeit aufgetreten wäre.

Bei Parkett geht die Rechtssprechung von einer Lebensdauer von 12-20 Jahren aus, so dass der Vermieter an sich noch nicht mit der Renovierung "dran wäre". Allerdings müsste auch hier der Zustand des Bodens im Einzelfall gewertet werden, wenn Schäden vom Vormieter vorliegen.

Der Wasserschaden fällt als Mietsachschaden unter Ihre private Haftpflichtversicherung. Sie sollten zur Regulierung den Schaden unverzüglich dort melden.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Einblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt
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