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Nacherben Anspruch auf Zwangsversteigerungserlös


| 15.12.2016 10:10 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Meine Schwiegermutter (85 J) besitzt ein Wohnhaus mit drei Wohnungen. Dies hat sie von ihren Eltern als Vorerbin geerbt, Nacherben sind zu gleichen Teilen mein Mann und seine zwei Geschwister.

Meine Schwiegermutter ist inzwischen verwitwet und das Mietshaus wird seit jeher stark vernachlässigt, teils auch aus Bequemlichkeit nicht mehr vermietet.

Vor vielen Jahren haben meine Schwiegereltern ihre Kinder gebeten, der Aufnahme eines Kleinkredites zu Lasten der Immobilie zuzustimmen, damit der damals noch lebende Vater eine Augenoperation erhalten könne, die die Kasse nicht zahle. Kostenpunkt ca. 8000 Euro. Der Kredit wurde jedoch gleich über 20.000 Euro aufgenommen, Verbleib des geldes unbekannt.

Mein Schwiegervater hat den Kredit auch bis zu seinem Tod bedient, seine Witwe sofort bei seinem Versterben die Raten nicht weiter bezahlt, obwohl Sie als Eigentümerin der Immobilie die Kreditnehmerin war.
Eine Übernahme der monatlichen Raten durch die drei Nacherben konnte nicht vereinbart werden, da zwei der Nacherben kein Geld oder kein Interesse daran hatten, Insbesondere der Bruder nicht.

Nach 4-5 Jahren der Stundung hat die Sparkasse nun wegen der Restschuld von ca. 20.000 Euro die Zwangsversteigerung durchführen lassen.
Ersteigerer zum Minimalgebot: Der Bruder meines Mannes!

Nun bekamen wir am 14.12.2016 den Beschluss über die durchgeführte Zwangsversteigerung sowie einen Termin zur Verteilung des Versteigerungserlöses zugestellt. Da die einzige Grundschuld die 20.000 Euro der Sparkasse sind, die bedient werden muss, fällt der Rest des Verkaufserlöses an wen?
Hat mein Mann als einer von drei Nacherben einen Anspruch auf einen Anteil des Versteigerungserlöses? Wenn nicht, kann es rechtens sein, dass ein Vorerbe durch eine mutwillig herbeigeführte Zwangsversteigerung die Nacherbenschaft austrickst und so an den verkaufserlös einer Immobile kommt, die er so in dieser Konsequenz durch den eigentlichen Erblasser Großeltern nicht hätte bekommen sollen?

Vielen Dank
15.12.2016 | 14:28

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

grundsätzlich fällt der Mehrerlös aus einer Versteigerung dem bisherigen Eigentümer zu. Wenn diese Eigentümerin Vorerbin ist, dann tritt der Mehrerlös an die Stelle der Vorerbschaft (§ 2111 BGB). Das ist die Ausgangslage.

Hier sieht es dem Anschein nach so aus, als wäre die Abfolge der Ereignisse so gesteuert worden, dass ein Teil des Wertes der Vorerbschaft durch Versteigerung aus der Erbfolge ausgegliedert wird.

Ob dies so gelingen kann, hängt insbesondere davon ab, ob die Schwiegermutter "befreite" oder "nicht befreite" Vorerbin ist - vgl. § 2136 BGB. Als befreite Vorerbin dürfte sie das Vorerbe grundsätzlich bis zum Eintritt des Vorerbfalls eigennützig verwenden, insbesondere auch weitgehend verbrauchen. Als nicht befreite Vorerbin hingegen unterläge sie einer Reihe von Beschränkungen, die auch zu Schadensersatzpflichten gegenüber den Nacherben führen können.

Welche Form der Vorerbschaft vorliegt, ist aus der Erbeinsetzungsverfügung zu ersehen.

Ich kann Ihnen angesichts der Umstände nur raten, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen - notweniger Weise allgemein gehaltenen - Hinweisen ein Stück weiter helfen.

Mit besten Grüßen


Rechtsanwalt Martin Schröder

Nachfrage vom Fragesteller 15.12.2016 | 15:31

Hallo,
danke für die Antwort.
Wo kann man die Erbeinsetzungsverfügung einsehen? Wir haben kein solches Dokument.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2016 | 15:53

Wenn eine Vorerbschaft besteht, muss es ein Testament oder einen Erbvertrag geben. Woher wissen Sie denn, dass Ihr Ehemann Nacherbe ist? Erkundigen Sie sich am besten beim Amtsgericht, dort Nachlassgericht, ob es in der Zeit nach dem Erbfall eine Testamentseröffnung gab.

Beste Grüße

Bewertung des Fragestellers 16.12.2016 | 08:38


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"Es ist wie immer bei juristischen Fragen: "Es kommt drauf an". Aber letztendlich wäre ich mit einer Erstberatung beim Juristen vor Ort besser bedient gewesen, für ca 100 Euro, dort hätte ich ein paar Fragen mehr stellen dürfen. Letztendlich hat es nur einen kleinen Hinweis gebracht, dafür ist mir das zu teuer, zumal ich jetzt noch zum richtigen Anwalt muss."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 16.12.2016
4,8/5.0

Es ist wie immer bei juristischen Fragen: "Es kommt drauf an". Aber letztendlich wäre ich mit einer Erstberatung beim Juristen vor Ort besser bedient gewesen, für ca 100 Euro, dort hätte ich ein paar Fragen mehr stellen dürfen. Letztendlich hat es nur einen kleinen Hinweis gebracht, dafür ist mir das zu teuer, zumal ich jetzt noch zum richtigen Anwalt muss.


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