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Möbelhaus will Kaufvertrag nicht erfüllen


14.09.2005 14:45 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Hallo,
wir haben ein Problem mit einem Möbelhaus. Im Februar 2005 haben wir online beim Möbelhaus O…. einen Kleiderschrank bestellt. Wie wir bei der Lieferung feststellen mussten war es nicht wie erwartet Alpina-Weiss sondern Ahornfarbend. Ich reklamierte natürlich sofort. Das Möbelhaus argumentierte, dass der Schrank so wie bestellt geliefert wurde. Laut Bestell- und Lieferschein müssen wir uns bei der Farbzusummenstellung im Internet vertan haben. Also haben wir diesen Schrank bei Ebay versteigert und im gleichen Möbelhaus (diesmal nicht Online) einen neuen Schrank bestellt. Lt. Bestell- und Lieferschein Alpina-weiss / Absetzung Milchglimmer / Alu. Lt. Ausstellungsstück und Verkäufer sollte dieser Schrank nun wirklich weiss und auch nur weiss sein. Ende Juni kam das gute Stück bei uns an. Ich musste dann beim Aufbau feststellen, dass die Seitenteile silber sind, 3 von 4 Kappen von aussen orange, die Türen von innen zur Hälfte auch orange und ein Milchglas gebrochen ist. Dies habe ich auch sofort reklamiert. Die Türen wurden zur Hälfte (es handelt sich um Schwebetüren die zweiteilig sind) und ein Deckel neu geliefert. Nach schriftlicher Aufforderung die Seitenteile und die Deckel gem. Kaufvertag zu liefern teilte mir das Möbelhaus mit, dass die Seitenteile lt. Herstelle immer silber/grau sein und nicht sichtbare Teile halt orange. Ich bin mir sicher, dass das damalige Ausstellungsstück, welches nicht mehr in der Ausstellung stehet, weil Verkauft, weisse Seitenteile hatte. Davon ab hätte ich den Schrank mit silbernen/grauen Seiten eh nicht gekauft. Kann ich hier trotzdem auf Erfüllung des Kaufvertrags bestehen? Da steht nichts von Korpus silber/grau oder nicht sichbare Teile orange oder so. Ausserdem meinen die ich könnte mich in ihrer Ausstellung ja davon überzeugen, dass das immer so ist, aber wie gesagt der Schrank den wir damals gesehen haben wurde ja schon verkauft und kann auch nicht mehr besichtigt werden.
Hätte eine Klage Chancen? Ich will keinen Nachlas sondern einen Schrank wie vertaglich Vereinbart.
Vielen Dank,
Kristijan

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Sehr geehrter Ratsuchender,


hier wird es auf den Bestellschein ankommen, der zur Sicherheit eingesehen werden sollte.


Nach Ihrer Darstellung wurde Alpina-weiss /Absetzung Milchglimmer / Alu bestellt. Wichtig ist, wie dieses "Alu" zu verstehen ist. Sollte es sich auch die Seitenteile beziehen, könnte hier in der Tat dann auch Silber = Alu als vertragsgemässe Lieferung anzusehen sein.


Sofern allerdings das Modell der Ausstellung als Muster bei der Bestellung zugrunde gelegt worden ist und Sie dieses alles auch im Streitfall ggfs durch Zeugen beweisen können, sieht die Sache schon besser aus:

Dann sollten Sie schriftlich per Einschreiben/Rückschein den Verkäufer zur Nachlieferung des bestellten Schrankes mit der vereinbarten Beschaffenheit (weiße Seitenteile) auffordern und dabei eine Frist von zwei Wochen für die Ersatzlieferung setzen.

Danach könnten Sie dann in der Tat mit guten Aussichten die gerichtliche Auseinandersetzung führen.


Hier besteht daneben auch die Möglichkeit, den Hersteller (nicht den Verkäufer) anzuschreiben und dort nachzufragen, ob der Schrank in der von Ihnen in der Ausstellung gesehenen Variante derzeit noch lieferbar ist. Bestätigt der Hersteller dieses, können Sie auch so den Verkäufer auf seine unrichtigen Angaben hinweisen und ev. außergerichtlich zum Einlenken bewegen.

Auf eine Minderung brauchen Sie sich nicht einzulassen. Ggfs. sollten Sie dann über einen Rücktritt nachdenken.


Da aber der Bestellschein und die Gesamtumstände beim Verkaufsgespräch sicherlich noch genauer geprüft werden müssen, bedarf es dazu einer individuellen Beratung, die dieses Forum nicht bieten kann (siehe Button "Hilfe"), so dass ich auch empfehle, einen Kollegen vor Ort aufzusuchen.

Gerne können Sie mir den Bestellschein auch einmal zufaxen. Eventuell kann ich dann im Wege der Nachfrage noch die Antwort ergänzen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 27.09.2005 | 11:26

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin True-Bohle,

per Fax übersende ich ihnen den Kaufvertrag vom 28.02.2005.
Unter http://www.ostermann.de/web/index.php können sie sich ein Bild des Schranks anschauen. In meinen Augen bezieht sich das Weissalu auf die Font, da die „Umrahmung“ der Schwebetüren und der Absetzung (Glas) Alufarbend umrandet ist. Wie ich schon beschrieben hatte waren 2 Türen Defekt, es wurden neue geliefert die ich selbst anbringen musste. Da auch diese fehlerhaft sind bekommen wir nachmals neue. Muss ich diese auch wieder selbst Montieren? Und wie sieht’s mit den orangen Kappen aus? Den Hersteller konnte ich leider nicht ausfindig machen und wie gesagt einen Austausch der Seitenteile und Kappen lehnen die ab.
Vielen Dank,
Kristijan

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.09.2005 | 12:52

Danke für das Fax.

Dort wurde in der Tat Weißalu/Weiß-Nachb. bestellt. Nach dem Link könnte ich die verschiedenen Ausführungen ansehen, wonach es nur Ahorn oder Silber geben soll, so dass die Bestellung nicht mit dem Angebot übereinstimmt. Dieses Problem hat aber allein der Verkäufer zu tragen, so dass die Klage auf Erfüllung Aussicht auf Erfolg haben kann, sofern Sie nachweisen können, dass in der Ausstellung der Schrank -wie bestellt- in Weiß angeboten und von Ihnen in dieser Ausführung bestellt worden ist.

Die Montage müssen Sie selbst vornehmen.

Die orangen Kappen müssen Sie nicht hinnehmen.

Nachdem die Gegenseite nun alles ablehnt, wird die gerichtliche Auseinandersetzung unvermeidbar sein. Sie sollten daher einen Kollegen vor Ort aufsuchen.

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